Flüchtige Momente mit Bedeutung – Selbstanzeige von Martin Zingg


Martin Zingg wurde in Lausanne geborgen und musste seine gelernte Sprache vergessen, um in einer neuen zu schreiben. Er lebt nun in Basel, schreibt auf Deutsch Rezensionen, moderiert und war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Drehpunkt“. Als eines wurde er von der Bevölkerung noch nicht wahrgenommen, als Literat. Ob sich dies mit den 25 Erzählungen im Buch „Selbstanzeige“ ändern wird? 

Die Erzählungen sind kurz, manchmal zwei, drei Seiten lang oder oft nur die Hälfte davon. Die Geschichten aus dem Leben von Leuten, die manchmal etwas Bewegendes, manchmal etwas Peinliches und oft einfach nur Mittelmässiges erleben. Martin Zingg verdichtet den Moment des Geschehens, beschreibt den Vorfall zügig, feilt an der Sprache und dann genügen drei Seiten wie bei „Begegnung“ und der Leser kann sich ein Bild von den Protagonisten und ihrem Innenleben machen. Nicht immer ist dies möglich und dann verpuffen die Kurzgeschichten ohne einen Eindruck zu hinterlassen, weil sie so kurz sind. Auch gelingt es Matin Zingg nicht immer seinen Stil durch zuziehen. Die schöne Sprache und ihr Fluss wird durch Fremdworte gestört. 

Schön ist die Vielfallt am Buch „Selbstanzeige“. Selten erhält der Leser auf 104 Seiten mehr Einblicke in Leben wie hier und Martin Zingg verleiht dem flüchtigen Moment Bedeutung.

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