Im Gegensatz zu Zermatt ist der Austragungsort des Freilichttheaters von „The Matterhorn Story“ auf dem  Riffelberg auf 2600 m M.nicht hässlich sondern zwei Station unter dem Gornergrad und es hat ewiges Eis und der Wind zeiht um die Ecken als ich der Bahn entsteige und der schönste Berg der Welt fast zu greifen nah ist.

Ab dem 9. Juli bis zum 29. August findet hier das ehrgeizigste Freilichttheater der Saison statt. Unter dem Titel „The Matterhorn Story“ inszeniert die Bernerin Livia Anne Richard die Geschichte um das Jubiläum der Erstbestigung des Berges vor 150 Jahren bei dem beim  Abstieg vier der sieben Alpinsten zu Tode stürzten.

Ob durch schlechtes Material oder Krach untereinander, ist Teil der Geschichte, die mehrsprachig aufgeführt wird, Mir war auf dieser Höhe kalt der Besichtigung des Theaterbaues. Deshalb wird die Aufführung um 14 Uhr stattfinden. Getragen wird die Handlung auf der kleinen Bühne von fünf Schauspieler und fast keinen Statisten.Das Drama des Absturzes am Matterhorn wird als Rückschau dargestellt, den schliesslich kam es für die drei Ueberlebenden neben dem Ruhm zu einem Geschichtsprozess.Ob der die Wahrheit ans Tageslicht brachte, ist bis heute nicht sicher.

Interessant für alle, die sich die teuren Tickets nicht leisten können, ist ein Besuch des örtlichen Museums, wo die gerissenen Seile sowie andere Utensilien zu sehen sind.

Witzig ist bei diesem Jubiläumsjahr, das vom 10. bis 19 Juli Gäste die Möglichkeit haben sich wie damals zu kleiden und an der längsten Tafel der Welt zu feieren.

Zermatt, ist dieses Jahr eine Reise wert und wer nach der Aufführung noch Lust hat zum wandern, kann vom Riffelberg wie ich ins Dorf wandern. Ist steil und die Waden werden schmerzen, aber die Kulisse aus Schnee, Matterhorn und Wald ist grandios.

zermatt.ch/150

http://freilichtspiele-zermatt.ch/

 

Die neue Herzroute Ost – erste Strecke Zug – Einsiedeln – ein Erlebnisbericht

Die Herzroute war bisher eine Strecke zwischen Lausanne bis Zug, die mit dem E-Bike Flyer viel Natur und Kultur in unbekannte Regionen auf sportliche Art und Weise zeigte. Nun hat sie Zuwachs bekommen. Die Strecke Ost führt von Zug nach Rorschach und was auf den Teilstrecken zu erleben ist, zeigt der erste Bericht über 40 km von Zug nach Einsiedeln.

Endlich ist der Regen vom Himmel weggefegt und auf der Internetseite „rentabike“ ein E-Bike bestellt, kommt schon der erste Tipp: Drucken sie die Beschreibung zur Flyer-Vermieterstation in Zug aus, sonst finden Sie sie nicht, denn sie befindet sich bei einem Kastenwagen weit hinter dem Bahnhof.

Die Deutsche erwartet mich schon und nach einem kurzen Gespräch und der Beantwortung der Frage, wo den die Strecke durch die Kantone Zug und Schwyz beginne, fahre ich durch eine vornehme Stadt bis an den Zugersee  und  halte den Springbrunnen und die Innerschweizerlandschaft für ein Foto fest. Vorbei am  Zuger Regierungsgebäude, wo vor Jahren ein Amokläufer ein Massaker anrichtete zu den Vogelkäfigen mit Exoten.

 

In der Altstadt lachen mich zwei Polizisten an, den sie verdecken ein Jahrhundert altes Haus, machen bald Platz für das Foto und nach der Altstadt fängt die eigentliche Herzroute an.

Steil durch Villenquartiere radele ich den Zugerberg hoch bis sich das Wahrzeichen dieses Kantons tausendfach zeigt, der Kirschbaum. Grün und nochmals grün wird es nach der Kappelle St. Verena.

Zwischen Bäumen geht es bald in den Wald und der Weg wird rutschig, steinig und romantisch zugleich. Die Herzroute ist eine Alternativroute von A nach B und somit geht es halt auch durch den Wald und eine Landschaft, die seinesgleichen sucht.

Wenig bewohnt und voll saftigem Grün, das es einem  die Seele öffnet in Richtung Oeberägeri. Der See zeigt sich schon, doch zuerst noch ein Akkuwechsel bei einem Biobauern mit Verkaufsladen.

Nach dem Mittagssandwich geht es um den Aegerisee, doch der Duft aus einer Bäckerei lässt mich kurz stoppen und ein Stück Zugerkirschtorte kaufen.

Kirsch und Zucker und soviel Kalorien, die herrlich schmeckten, müssen verbrannt werden auf dem Weg nach Morgarten.

Zum Denkmal zur Schlacht 1315, die sich dieses Jahr 700 mal jährt, darf man auf den Gehsteig ausweichen, denn die Strasse um den See ist stark befahren.

 

Die einmalige Kulisse aus Urner und Nidwalder Alpen verlasse ich kurz nach dem Denkmahl und nun wird es richtig steil und der Atem brennt bis zum Rothenthurmer Moor. Das letzte grosse Hochmoor der Schweiz wurde nach langen Protesten  1980 mit einer Volksinitiative gerettet und es dankt heute dem Fahrer mit einer kilometerlangen Kulisse aus Flora und Fauna.
Die Herzroute führt durch das Moor und wer Glück hat, hört den Kuckuck rufen bis die ersten Landwirtschaftsbetriebe kommen.

 

Zum ersten Mal geht es nach einem happigen Aufstieg in den Kanton Schwyz bald darauf bergab und die Skisprungschanzenanlage in Eschbach zeigt an, dass das Ende dieser Etappe nach Einsiedeln naht.

Noch ein Abstecher zum Kloster der Benediktiner. Auch das ist die Herzroute, ein stilles Innehalten in einer tausend Jahre alten Abtei.

Unweit des Bahnhofs kann man das E-Bike wieder abgeben, aber erst um 16.00 Uhr. Ich schliesse das Rad ab und schmeisse den Schlüssel in den Briefkasten des Vermieters und schreibe eine nette Zeile dazu aus einem Adalbert Stifter Zitat:

„es ist ein sanftes Gesetz der Schönheit, das uns zieht. Aber ich muss die ganze Welt durchziehen, bis ich lerne, dass sie im Herzen liegt.“

Die heutige Herzroute war mit unter der Höhepunkt, der mir bisher bekannten Kilometer aus den ganzen 700 km. Wie sieht es wohl über Rapperswil – Herisau nach Rorschach aus? Ich mache mich auf die Socken.

 

Gold, Perle, Smaragd – Yves Betschmann macht Frauen schön

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Der Beruf des Goldschmiedes umgibt eine Aura des Geheimnisvollen. Ist es der 36-jährige Yves Betschmann, der seit acht Jahren einen eigenen Laden an der Brunngasse 14 im Zürcher Niederdorf hat, auch? Ein Besuch beim Künstler mit der Leidenschaft für das Handwerk.

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Yves Betschmann, haben Sie den Beruf des Goldschmiedes gewählt, als Sie als junger Mann festgestellt haben, dass Frauen nur beschmückt perfekt aussehen?

(Lacht) Nein. Ich war als Junge vom Land immer ein Bastlertyp, der es liebte zu schrauben und manuelle Sachen herzustellen. Ich habe die vierjährige Lehre auch gewählt, weil mich das Kreative faszinierte, Heute weiss ich, dass neben dem Können das Einfühlungsvermögen um die Form der Vorstellung des Kunden mit Zeichnen und  dem passenden Material zu finden, genauso wichtig ist in diesem Beruf.

Sie möchten die alte Schule des Goldschmiedes modern umsetzen, was heisst das?

Die alte Schule formte noch mit Blech und Draht Modelle. Ich wähle neben der Skizze, den Wachs, Laser und Mikroschweisung um die dreidimensionale Darstellung einer Vision zu zeigen. Auch will ich alles was nötig ist manuell und technisch hier im Laden herstellen und nicht am Computer ein Produkt bestellen und es somit auswärts zur Verarbeitung geben und dann als eigen verkaufen, wie es einige machen. Wo Betschmann draufsteht, haben meine Hände es geformt.

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Wie sieht den der Weg eines Smaragds, der irgendwo auf der Welt gefunden wird bis zu Ihren Händen, die ihn formen, aus?

Der Stein wird in einer Mine abgebaut, dann kommt er in ein Dorf im Hochland von Kolumbien auf den Markt, wo alle Männer eine Pistole tragen (lacht).Auch ein Franzose hat sich zu dieser aussergewöhnlichen Gemeinschaft Zutritt verschafft und bringt den Stein zum Edelsteinhändler. Dort erfährt er eine erste Schleifung und kommt dann hierher. Ich möchte meinen Kunden nur Originale zeigen. Und so neben bei. Teure Stein werden nicht von auffälligen Männer in Anzügen hierher im Flugzeug gebracht, die tragen den Stein oft im Hosensack einer Jeans.

Der Alltag eines jeden Menschen ist neben wenig Schönem vor allem Frust. Wie finden Sie Inspiration für das Schöne?

Mein Hirn arbeitet ununterbrochen an neuen Kreationen, die Hände erledigen quasi den Alltag.

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Ihre aktuelle Kollektion nennt sich Verser, was ist neu daran?

Das französische Wort für wechseln, brachte mich auf die Idee, Ringe mit Steinen, die sich dank der speziellen Halterung bewegen, zu erschaffen. So erscheint der 8 mm Stein oder die Perle mit dem Licht in verschiedenen Farben und die Dame kann auch mehrere Ringe zusammen tragen, deren Steine quasi miteinander spielen.

Sie sind neben den Goldschmied  sein auch noch Gemmologe, was ist das?

Ich habe noch Edelsteinfachmann in Deutschland studiert. Die Gemmologie beschäftigt sich mit der Mineralogie von Schmucksteinen, deren Varietäten sowie deren Synthese und Imitationen. Er geht also ganz tief in die Edelsteinherstellung hinein und das Wissen hilft mir heute, herauszufinden mit welchen Tricks Händler falsche Edelsteine herstellen.

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Also ist nicht alles was schein Gold wie ein altes Sprichwort sagt. Doch edlen Schmuck wie Sie ihn haben, zieht auch ausländische Diebesbanden an. Wie gehen Sie mit der Angst um, überfallen zu werden?

 ( Er wird für einen kurzen Moment still) Die Lage des Niederdorfes mit den kleinen Gassen und vielen Passanten ist nicht gerade ideal für den schnellen Ueberfall. Ich wurde einmal von einem Trickdieb heimgesucht und einmal wurde  versucht meine Panzerglasschaufensterscheibe zu zerschlagen, sonst habe ich bisher Glück gehabt.

Möge es weiter so sein. Sind Diamanten der Frauen bester Freund?

Ich habe 90% weibliche Kundschaft und sage ganz klar ja.

Die HP von Yves Betschmann

Sinnlichkeit ohne Ende am Genfersee – Ausflugstipps

Die kommenden Feiertage oder für alle Gemüsegärtner, die Farben sehen wollen, wären Gründe um zu den Schlossgärten von Vullierens zu fahren oder am See entlang zu wandern.

Auf 100 Hektar mit Blick auf die Alpen gibt im Schlosspark Vullierens 600 Sorten Iris und Taglilien, Hyazinthen, Tulpen, Pfingst- und andere Rosen, dass es einem die Sprache über so viele Farbe verschlägt.

Der Park  „Les Jardin du Chateau de Vullierens ist bequem mit dem Bus ab dem Bahnhof Morges in einer Viertelstunde zu erreichen. Ein kurzer Weg durchs verschlafene Dorf, wo es schon von weitem duftet nach den Blumen. Dann ein Schritt in den Schlosshof und die Verführung der Natur beginnt. Doch nicht nur Pflanzen säumen den Weg auch Skulpturen und ein Wald, ein Weinanbaugebiet und Wiesen.

 Das 1708 erbaute Schloss hat auch ein Cafe und eine Kunstgalerie. Der Shop hat erlesene Weine und Tassen, Dekosachen von hoher Qualität und wer gerne eine dieser unzähligen Iris nach Hause nehmen möchte, kann die Knollen nach Hause bestellen. Natürlich sind alle die Blumen nur zeitlich beschränkt blühend, daher empfiehlt sich der Blick auf die Homepage des Schlosses. Doch auch ohne Blumenbracht ist dieser Park ein Gesamtkunstwerk und eine Alternative zur Insel Mainau, diesmal in der Westschweiz.

Der Spaziergang am Genfersee

Von Morges aus gibt es nach den Blumen, die Möglichkeit auf einer Wanderung nach Lausanne das Blau des Genfersees über rund drei Stunden auf gradem Weg zu bestaunen zusammen mit viel Ufergrün, üppige Bäume, die Schatten spenden, Picknickplätze und grandiose Berge, die teilweise noch mit ewigem Schnee geschmückt sind.

Vergessen Sie die Kamera nicht und lassen sie die Seele baumeln in der Natur am Genfersee.

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37. Solothurner Literaturtage – ein Reise zu den Worten

An der Windschutzscheibe des BLS Wagons kleben noch die Regentropfen als gutgekleidete Menschen statt Baseballkäppi das Abteil betreten und sich der Ton vom täglichen Multikultislang zum Gespräch über Bücher breitmacht. Brillenträger, graue Haare und strenge Gesichtszüge, einmal im Jahr fahren die Menschen, die mehr lesen als 20 Minuten an die Solothurner Literaturtage. Die Boulevardzeitung publizierte ohne Absicht zur heutigen Eröffnung der Literaturtage einen Artikel mit dem Titel „Wie uns das Hirn zum Narren hält“ und irgendwie gehen wir Besucher, die nun vom Solothurner Bahnhof über die Aare zum Landhaus gehen, alle zu einem Anlass, der professionelles Lügen für drei Tage auf die Höhe hebt.

Malerisch, aber nass, ein Hochzeitspaar posiert vor der gotischen Kirche für ein Foto und eine Strasse weiter werden gleich Schreiber wie Ruth Schwiekert, Pedro Lenz, Martin R. Dean, Lukas Hartmann versuchen mit ausgesuchten Worten, die Gunst der Zuschauer im wortgewaltigen digitalen Zeitalter für das gedruckte Buch zurückzugewinnen.

Wie schwierig das ist, merkt die in Zürich lebende Aargauerin Ruth Schweikert. Vor zwanzig Jahren wurde sie als eigenständige Stimme mit „Nüsse totschlagen“ gefeiert, Zehn Jahre sind seit ihrem letzten Werk vergangen und dann verwechselt der Moderator zu Beginn auch noch den Titel des nächste Woche erscheinen Romans „“Wie wir älter werden“.  Ruth Schweikert, mittlerweile fünffache Mutter von Jungen reklamiert und beginnt zu lesen in einem Raum mit dreihundert Zuhörerinnen. Die Männer sind in der Minderzahl, Schreiberinnen profitieren von der Gunst ihrer heimlichen Freundinnen, den Leserinnen.

Die leben zwar nach Aussen ein konservatives Leben, aber das Buch gibt ihnen die Fantasie zurück, die ihnen die Konvention stiehlt.

Ruth Schweikert werden Fragen gestellt, sie gestikuliert wild, irgendwie hat sie sich noch nicht vom Inhalt des Buches, der sie über Monate in Bann zog beim Schreiben, verabschiedet, sie kann nicht gut frei sprechen, also liest sie weiter. Doch die Familiengeschichte über drei Generationen kommt mässig an. Die Zuschauerinnen schauen aufs Handy, in die Tragtasche, verlassen den Raum, kurzer Applaus.

Kurzes Durchatmen, Mails checken in den Gängen, Nun treffen immer mehr Namen der Schweizer Literatur ein, deren Zeit an- oder abgelaufen ist oder vom Lokalbonus profitieren wie Peter Bichsel, der vor seiner Lieblingsbeiz eine Zigarrette raucht und nasal leise spricht. Andere stöbern im improvisierten Bücherladen in der Jugendherberge nebenan.

Es geht gegen Abend, die Warteschlangen werden länger, Ich verschaffe mir mit einem Trick einen schnellen Zutritt zur Lesung vom Basler Martin R. Dean, der mal mein Lehrer war und noch heute unterrichtet.

Ich erschrecke über sein verändertes Aussehen, 25 Jahre nicht gesehen und doch habe ich seinen Schreibstilton noch im Ohr als er beginnt zu lesen, erinnere ich mich und auch das altersmässig gemischte Publikum lauscht seinem Essayband „Verbeugung vor Spiegeln“ über Fremdheit zu. Als Sohn eines Inders kannte er das Angestarrtwerden im Dorf.

Ob ihm heute alle Zuhörer wohlgesinnter sind?

Seine Texte sind Selbstbespiegelungen und politisch zugleich. Er greift den Bundesrat an wegen der Flüchtlingspolitik und sagt zum Schluss „Ich hoffe nicht, dass wir alle zu einem Ballenbergmuseum werden“.

Einige lachen und einige denken nach.

Der Regen hat aufgehört, Frauenschuhe klappern auf dem Klopfsteinpfaster, Gerüche von Türken- und Tamillenfressbuden dringen mir in die Nase und ich frage mich auf dem Weg zum Bahnhof;

Kann Literatur heute wie Zeiten der ersten Literaturtage vor siebenunddreissig Jahren Menschen, die Deutsch sprechen und lesen, noch verändern oder ist sie nur noch Unterhaltung, die jedes Jahr neue Gesichter und Geschichten ausspuckt, um die Langweile der Schweizer zu befriedigen?

Das Zermatter Original Dan Daniell über Abba Frida, Kinderhilfe und das Dorfleben

Dan Daniell & Frida Matterhorn

Das Alpendorf Zermatt feiert dieses Sommer das 150 Jahre Jubiläum der Erstbesteigung des Matterhorns 1865. In einer zweitteiligen Serie stelle ich das Dorf, die Berge und eine Persönlichkeit vor. Dan Daniell ist ein Original in diesem konseravtiven Ort und seine Kreativität landesweit bekannt. Ich habe mit ihm telefoniert und über seine zwei neuen Scheiben und mehr gesprochen.

Dan Daniell, Sie zeigen sich der Oeffentlichkeit als Koch des eigenen Restaurants Chez Heini, als Buchautor von Kinderbücher und als Sänger. Doch bei so vielen Rollen, wie würden Sie den Charakter von Urs Biner bezeichnen?

Ob als Koch oder Künstler ich mache immer alles aus Liebe und das spüren die Mitmenschen auch. Ich bin ein feinfühliger, aber auch schwieriger Mensch, der auch Schattenseiten hat. Ich schwimme nicht gerne mit dem Strom sondern lieber zurück zur Quelle. Ich wandere gerne in den Bergen und wie jetzt, wo mein Restaurant, das etwas ausserhalb des Zentrums liegt, geschlossen ist für kurze Zeit, sehne ich mich nach Ruhe und drossle so meinen Ergeiz immer alles zu geben und perfekt sein zu wollen.

Dan Daniell & Frida

Sie waren als Sänger in den 90er Jahren bekannt, dann zogen sich aus dem Geschäft zurück und nun gibt es zum 150 Jahre Jubiläum Matterhornbesteigung einen Song mit Ex-Abba Frida, warum?

Zuerst machte ich Theater, dann sang ich neben Sina am Brigger Schlagerfestival, bekam durch einen Plattenvertrag in München. Neben 18 Platten habe ich auch das Lied “Matterhorn” zum 125 Jahre Jubiläum gemacht und erhielt dafür einen Goldene. Frida ist ja nicht mehr Abba sondern eine eigenständige Frau, die schon lange in der unmittelbaren Umgebung von mir wohnt. Sie hörte die Rohfassung des Songs, gab Tipps und Kommentare zu Musik und Text und als der Termin der Aufnahme an einem Sonntag näher rückte, sagte sie am Samstagabend, sie mache da auch mit und so entstanden die Aufnahmen in einem Hotelzimmer in Zermatt.

Frida und Dan Daniell für Kinder ist ihre gemeinsame Stiftung für Kinder in Not, wo und wie hilft sie hier im Land?

Die Unterstützung von Kindern in Not lag mir immer am Herzen. Wir haben Kinder, die ohne Haut geboren werden oder Kinder, die immer im Bett liegen müssen im Wallis unterstützt. Frida ist mit Königin von Schweden befreundet und deren Stiftung unterstützen wir auch, auch mit dem Erlös des gemeinsamen Songs.

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Lebe deinen Traum ist ihre neue Schlager Cd, welcher roten Faden hat sie?

Jede Nacht, wenn ich nach dem Kochen nach Hause komme, schreibe ich Texte. Es sind welche über das Heimatgefühl und auch solche, wo ich quasi symbolisch auf den Berg steige und auf die Welt und die Menschen schaue. Die Musik wird von Könnern gemacht.

Viele Lieder darauf haben tiefgründige Texte , sind sehr mit Metapher von der Natur bespickt. Sind Sie als Ur-zermatter wie ihr Vater, der Schafhirte, ein religiöser Naturbursche und wie zeigt sich das?

Mein Vater hat 100 Schafe und lebt auf dem Weg zum Gornergrad. Ich bin wie er gerne in der Natur. Doch ich liebe auch Parfüm und Mode, habe lange im Ausland und anderen Schweizerstädten gelebt oder gearbeitet. Wie in den Kinderbüchern, die ich schreibe, möchte ich auch in der Musik, Erfahrungen weitergeben und gleichzeitig träumen.

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Ich habe gehört, in Zermatt gibt es eine jahrelange Funkstille zwischen einigen bekannten Familien. Was ist für Sie toll und was schlechter an Zermatt?

Zermatt ist ein dauernder Denver Clan. Klatsch und Tratsch gehen schnell durchs Dorf. Als ich mit der Kunst anfing, sagten einige, ich müsse in die Psychiatrie.  Doch ich habe mich mit Talent und Glück im Leben durchgesetzt. Die Reibereien zwischen einigen Familien gehen Jahrhunderte zurück, als Spekulanten das arme Bergdorf zusammenkauften und einige gegen die anderen ausspielten. Doch ich kann das nicht ändern, aber ich kann mich ändern und habe überlebt, (lacht)

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Wie geht es weiter für Sie im Jubiläumsjahr? Spielen Sie nicht mit beim Theater zum Jubiläum?

Ich hätte gerne am Openairtheater mitgemacht, doch ich muss kochen und im Chez Heini gehen um elf Uhr nachts die Licht aus, die Spots an und ich stehe jeden Abend auf der Bühne und singe mich durch meine Show.


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E-Bike und Moped in einem – der Stadtcruiser Stohler

Die Unwetter der letzten Tage sind vorbei, das Hochwasser verschwunden und der Frühling lockt mit seinen steigenden Temperaturen für eine E-Bike-Tour durchs frische Grün zum Beispiel ab dem luzernischen Mühlau. Das liegt bei Rotkreuz mit Blick auf die Zugerberge, den Pilatus und hier wohnt Urs Giger.

Der dreifache Vater hat sich der erneuerbaren Energie verschrieben, möchte einen Windmühlepark à la Mont Soleil bauen, doch wir haben ihn besucht, weil er als einziger im Land eine Weltneuheit für die urbane Mobilität anbietet.

Der Strohler ist ein E-Bike der besonderen Art. Das schwarzrote Model ist auf den ersten Blick ein Designerrad der Firma Lohner aus Linz. Die Oesterreicher waren früher bekannt für die Sissy Moped nun geben sie dem E-Bike Stroler mit einen 250 W Radnabenmotor einen elektrischen Antrieb.

Der Fahrer fährt geradeaus wie auf einem Moped mit Motor und Gas geben aber ohne Benzin bis

25 km/h. Bei der Steigung kommt die sieben Gang Schaltung, der Akku mit seinen vier Stufen und die eigenen Füsse zum Einsatz

Vorne und hinten leuchtet eine Licht, das wie das Design des Rades an die 50-er Jahre erinnert. Man sitzt auf  Leder und das bietet auch einer zweiten Person Platz an. Dieses Detail sorgt im Gegensatz zu Oesterreich hierzulande für Gesprächsstoff bei der Behörde.

Die Pneus sind dick und die Bremsen griffig. 95 km ist die Reichweite und das tolle beim Stohler ist das aufrechte Sitzen und das man als Fahrer Zeit hat die Landschaft anzuschauen, während der Motor für einem arbeitet. Weniger toll ist das Wenden. Die Grösse hat ihre Tücken. Auch ist das Gefährt zu schwer für den Bahnverlad, die Kette ist ohne Schutzblech, der Fahrer somit schlecht gegen die Wasserspritzer bei Regen geschützt und der Preis von 4500.–  ist hoch.

Doch die Firma Lohner will mit diesem E- Bike bewusst ein Qualitätsrad der Extraklasse in kleiner Produktionszahl schaffen für den Mann, der gerne europäische Ware von Qualität und nicht Ramsch aus China hat für seinen Gebrauch in der City oder bei kleinen Touren. Vorne hat es noch einen verschliessbaren Stauraum und somit steht einer Probefahrt an der Reuss nichts im Wege.

Interessenten melden sich für eine Fahrt ohne Abgase mit dem Stohler per Mail bei

Urs Giger Mühlau

Lohner Linz

Mit dem Popduo Caroussel durch Delsberg am Jura

Das viele  Grün der Wälder durch die Tälern wirkt entspannend auf der Zugsfahrt nach  Delsberg und dieses Gefühl setzt sich fort als Sophie Burande und Léonard  Gogniat vom Duo Carrousel vor einem Springbrunnen gegenüber des Bahnhofs  inmitten zahlreicher Cafes warten.

Diese Promenade ist einer der zwei  Treffpunkte, wo vormittags Damen den neusten Klatsch und die Mode aus Basel und  Paris und die Herren, den wirtschaftlich schwierigen Stand des jüngsten Kantons  der Schweiz diskutieren oder eine neue Idee ausdenken, wie sie ihre Stadt mit  ihren rund 12000 Einwohnern noch schöner gestalten könnten.

Nachdem Delémont vor  zwei Jahren einen Preis für sein Engagement in Sachen Planung erhielt, ist der  Elan noch grösser das Alte und Neue zu verbinden zu besserer Lebensqualität. Es  ist Mittag und im Metropol Restaurant wird Käse, Salate und Leberwurst serviert,  doch nicht nur im Innern sondern auch am Fluss Sorne. Dazu muss der Diener aber  mit dem Teller eine befahre Strasse überqueren. Wir gehen über eine Brücke an  vielen kleinen Geschäften zum Shannons Irish Pub und erfahren, dass die  Jurassier gerne auswärts essen wie beim Japaner im Kumachi, aber ihren Kaffee  zum Dessert im L’espania beim Porte au Loupe (von 1775) trinken und dann  nochmals für den Rest des Abends das Lokal wechseln und Rockpop neben der  Primarschule im SAS oder Salle St. Georges geniessen.

Carrousel   sind gerade auf Tournee, da entspannen sich Sophie Burande gerne mit einem  Galeriebesuch bei FARD oder im Independentkino La Grange, wo die Französin  Inspiration bei aktuellen Filme aus ihrer Heimat holt.

Wir sind  mittlerweile in der Altstadt mit dem Fürstenpalast und anderen Bauten aus dem  Barock und Klassizismus und die Lockerheit der Leute auf dem Gemüsemarkt der  Bauern aus der Umgebung ist ansteckend und hier sprechen die Jurassier auch über  ihr liebstes Hobby die Hundehaltung oder klagen über die höchsten Steuern der Schweiz.

 Léonard Gogniat hat den Tourbus gestartet  und führt uns in zehn Minuten an Pferden und Kühen auf den Vorbourg, wo sich  inmitten von den löchrigen Jurasteinen der Blick auf die Freiberge und den  Casseral auftut und er sich schon wie ein kleines Kind freut, dass der einzige  blaue Flecken in diesem kilometerlangen Grün unten in der Stadt, das Schwimmbad  im Saal de Sports bald öffnet und Sophie Burande sich von den ersten  Gehversuchen auf den Skiern erholen kann. Aber Stress ist doch in Delsberg eh  ein Fremdwort, den diese Leute kennen die Leichtigkeit des Seins und leben sie  in ihrer Stadt, die ein Quadrat bildet, das so zweckmässig wie  gemütlich eingerichtet ist und viele Bäume wachsen.

Caroussel HP

Caroussel Video