Das 2015 ist ein halbes Jahr alt und die Vorsätze vom Silvester vergessen oder nur halb umgesetzt, weil alles zu schnell ging und zu wenig Zeit für sich blieb. So oder ähnlich ergeht es sicher den meisten Erwachsenen im Berufsleben und die Ferien sollen das Defizit wieder beheben. Spanien ist noch ein sicheres Urlauberland und in der Nähe von Malaga bietet die Casa el Morisco einen Wohlfühlurlaub mit Yoga an. Hier der Test.

Die Lage:

Die Casa el Morisco liegt etwa 40 Minuten vom Flughafen Malaga entfernt und einen Kilometer ausserhalb von Benajafe. Zwei Berliner Brüder haben sie vor 18 Jahren gegründet und betreiben sie mit 20 Mitarbeiter. Das Familiäre wird gross geschrieben, der entspannte Ton und die Atmosphäre gehen von der ersten Minute an auf den Besucher über, der mit einem Shuttle vom Flughafen abgeholt wird. Die Anlage ist zwar für alle offen, doch meistens findet man hier viele Frauen mittleren Alters, wenig Männer und noch weniger Junge vor in der grünen Insel, Diese Auszeichnung trägt die Anlage zurecht, den während spätestens ab Mitte Juni die Sonne die andalusische Erde und ihre Vegetation verbrennt, ist es hier überall dank Bewässerung grün. Der Park ist eine Ansammlung von kreativen Garten- und Bauideen, die entdeckt werden wollen.

Negativ;

Die Anlage ist 20 Minuten vom Strand entfernt, das sind bei 40 Grad Hitze zuviel. Auch ist der Ort Benajarafe wie sein Strand hässlich. Bis Malaga sind es mit dem Bus 40 Minuten. Viele Besucher bleiben deshalb in der Anlage und am Pool.

Yoga und Kurse:

Der Tag fängt je nach Anzahl Besucher um 7.30 Uhr mit einer Lektion für Fortgeschrittene und um 9 Uhr für Angänger Yoga an. Das Niveau der Yogaleiter ist unterschiedlich und immer in Deutsch. Ab 17 Uhr gibts die zweite Stunde. Dazwischen bieten die Yogaleiter Massagen an.

Negaitiv:

Der Yogaraum hat keine Ventilation, da wird es bei 20 Teilnehmer oder mehr eng und und heiss. Die zusätzlichen Seminare stiessen nicht bei allen auf Zufriedenheit.

Das Essen und die Zimmer und die Geselligkeit

Bereits um 7 Uhr geht das Geschwätz der andalusischen Frauen in der offenen Küche los und sie sprechen über alles während ihre Hände drei Mahlzeiten vegan und vegetarisch zubereiten. Das Frühstück kann draussen und drinnen ab 9 Uhr eingenommen werden. Rohkost und viele neue Rezepte folgen am Mittag und am Abend.Die Auswahl ist gross und viele essen sich ein paar Kilo an.

Die Zimmer sind zweckmässig, unterschiedlich gross und eigentlich nur fürs Schlafen gedacht, da sich das Leben im Süden draussen abspielt.

Jeder Aufenthalt in einer geschlossenen Anlage lebt von der Geselligkeit. Viele deutsche Frauen, wenig Männer und als Schweizer wird man in die Gruppe mehr oder weniger integriert.

Negativ:

Mögen die Rohkostmenüs noch so schön aussehen, sie schlagen auf den Magen, wenn man nicht daran gewöhnt ist, sind Blähungen danach an der Tagesordnung. Hier fehlt es an Alternativen.

Der Einzelzimmerzuschlag ist zu hoch und es fehlt eine mehrmalige Reinigung.

Fazit:

Der Wohlfühlurlaub in der Casa el Morisco ist mit rund 800 Euro ohne Flug teuer, aber wer aufs Geld schauen muss, erhält mit der Vollverpflegung und dem Yogaprogramm einiges fürs Geld und kann eigentlich die ganze Woche in der grünen Anlage bleiben ohne Auslage. Wer vom Land noch was sehen will, ist zwar mit drei angebotenen Ausflüge nicht ganz verloren, aber sonst bietet die Umgebung wenig.

Die Casa el Morisco lebt von der Geselligkeit, dem sich spüren und dem Innehalten und neue Kraft schöpfen.

 

Ein Spiel aus Landschaft und von Menschenhands Werk

Seit 2000 entsteht im Kloster Schönthal eine Sammlung aussergewöhnlicher Kunstwerke. Eine Wanderung zwischen der Schöpfung der Natur und der Schöpfung von Künstlern.


Durch einen Wald geht es Schritt um Schritt abwärts zum Kloster aus dem 12. Jahrhundert in Schönthal, einer Basellandgemeinde, von der Keiner Notiz nehmen würde, da kein Postauto sie anfährt und gerade deshalb fliegen dem Besucher Dutzende Schmetterlinge um den Kopf, bevor er den Skulturenpark betritt. 31 Werke aus Eisen, Bronze, Holz, Ton von Schweizer und internationalen Künstlern verändern nun die Wahrnehmung der Landschaft, obwohl schon diese alleine hier am Jurasüdfuss schön ist. 



Die Werke entstanden jeweils während eines Aufenthaltes im Kloster und nun hinterlassen sie Spuren auf dem Weg durch Feld, Bach und Wald. Dazwischen ein Reh, Mäusebussard, Kühe und nein, das war eine Täuschung. Den auch die Natur dachte sich, nun forme auch ich und bald weiss der Besucher nicht, war das nun ein Künstler oder die Natur, der diese Wurzel bearbeitete.

 Mythische Metamorphosen und unendlich viel Zeit und Ruhe, etwas fürs Auge zwischendurch und den Gedanken nachhängen, das bietet der Skulpturenpark Schloss Schönthal, der sich zu jeder Jahreszeit in einer anderen Kulisse zeigt für die Werke aus Menschenhand.




Homepage

Der Anfang, die Gegenwart und Zukunft am Rande der Schweiz

Vallorbe liegt rund 40 Minuten von Lausanne an der Grenze zu Frankreich und wer aus der Bahn aussteigt, hat am Bahnhofsausgang die Gegenwart der Schweiz vor Augen mit einem Asylantenheim. Hinter Draht und am Strassenrand sitzen erschöpfte Männer und verhüllte Frauen mit der Frage im Gesicht, was die Zukunft für sie bringt. Wir machen uns auf den Weg, was uns die Natur zu dieser Frage über die Jahre gemacht hat in ihrer Welt.

Einen steilen Asphaltweg vom Heim hinunter beginnt der romantische Weg in die Vergangenheit der Schweiz, als vor 150 Millionen Jahren die Gegend mit Meer bedeckt war. Weitere 10 Millionen Jahre später waren 200 Meter Kalk, Sandstein, Mergel, Tonerde abgelagert, als sich das Meer zurückzog und die Grundvoraussetzung für die Grotten von Vallorbe geschaffen wurden.

Den Fluss, der nun ruhig am Spaziergang zur Grotte fliesst, werden wir schon bald als tosend sehen und hören, wenn wir die Siphon einen unter Wasser stehenden Höhlenteil erreichen. Bis dahin fällt die Temperatur stets und es folgt ein 100 Meter Abstieg in das Innere der Erde.

Die Zapfen und eigenartigen Gebilde des Karsten, die die Quelle mit dem Kalk über Jahrtausende in der Höhle geformt hat und immer noch formt, sehen aus wie die die Haut alter Leute, schrumpelig. Das spärliche Licht am Rand des Stegs kommt und geht und zwischendurch ist es stockdunkel und nur das Wasser durchbricht die Ruhe bis wieder eine Fantasie aus Kalk hinter einer Ecke auftaucht und für Erstaunen sorgt.

Im grössten Saal einer Art Höhle ist eine kurze Show mit Musik und Spots zu sehen, bevor es mit kalten Beinen nach rund einer Stunde wieder Richtung Ausgang geht, doch vorher hat es noch einen Ausstellungsteil mit vielen Mineralien.

Wieder am Tageslicht lärmt der Fluss, doch die Zuschauer bleiben einen Moment stumm. Das Spektakel aus Millionen Jahren als die Schweiz noch zu Afrika gehörte, hat sie berührt mit seiner Mystik und Poesie aus Stein, Kalk und Wasser, das in die Zukunft fliesst.

 

 

Gescheites für die Badi oder Strand – Bücher/Hörbuchtipps

Die Badesaison hat begonnen und ein gutes Buch ist neben der Körperkultur auf der Wiese oder am Strand eine willkommene Abwechslung nach der Leibesvisitation des Nachbarn.

 Hier einige Tipps für die Augen und eines fürs Ohr.

Donna Leon hat sich schon einiges überlegt, als sie den Diogenesverlag bat, keiner ihrer Commisaario Brunetti Krimis in Italien erscheinen zu lassen, den so kann sie als Privatperson weiterhin ungestört leben und kritisch beobachten. Auch Brunettis 23. Fall mit dem Titel „Tod zwischen den Zeilen“ beginnt im Dreck von Venedig zu wühlen und der Verputz blättert nicht nur an den historischen Bauten ab sondern zeigt auch seine Bewohnern im Zwielicht.
 Das 6 CD Hörbuch gelesen in einer monotonen, aber angenehmen Stimme von Joachim Schönfeld ist etwas für konservative Hörer, den der Fall ist wie viele der letzten Jahre von Donna Leon nicht mehr so spannend. Erst auf der letzten Cd gewinnt der Fall Fahrt, vorher verliert sich die Autorin in Details über die Stadt und Leute und zieht den Fall in die Länge.
(Foto Regine Mosimann bei Diogenes Verlag)
 
Lukas Hartmann war Lehrer und schreib Kinderbücher und seit Jahren auch historisch angehauchte Romane. „Auf beiden Seiten“ betrachtet die Wendejahre 1989/1990 von Berlin und der Schweiz aus. Eine Familie erfährt am eigenen Leib, dass das Politische viel privater ist, als sie denkt – und umgekehrt. Ein brisantes Buch über den Kalten Krieg, die Schweizer Widerstandsorganisation P-26, Parallelen zwischen der DDR und der Schweiz (Fichen-Affäre) und damit eine länderübergreifende Generations- und Mentalitätsgeschichte.
Leider ist dieser Stoff etwas gar trocken geraten und Lukas Hartmann hat hier zu wenig am Stil gearbeitet. Die Sätze kommen oft ohne und aus und wirken abgehackt. Viele Details über die Widerstandsorganisation folgen und auf der Strecke bleibt das Gefühl. Ein Buch für  Leser mit Interesse an Fakten weniger an Menschen und ihren Beziehungen.
Martin Suter ist ein Glückskind, dem alles in seinen 60 Lebensjahren gelang. Nur am Tag als sein Sohn sich beim Essen verschluckte und starb, hatte er Pech. Als Vielschreiber ist er der Star der Schweizer Literatur und sein neustes Werk „Montecristo“ unterlegt diesen Ruf zurecht erneut.
Die Geschichte des Buches geht so: Ein Personenschaden bei einer Fahrt im Intercity und zwei Hundertfrankenscheine mit identischer Seriennummer: Auf den ersten Blick hat beides nichts miteinander zu tun. Auf den zweiten Blick schon. Und Videojournalist Jonas Brand ahnt bald, dass es sich nur um die Spitze eines Eisbergs handelt. Ein aktueller, hochspannender Thriller aus der Welt der Banker, Börsenhändler, Journalisten und Politiker – das abgründige Szenario eines folgenreichen Finanzskandals.
Schnell, spannende Sätze, intelligent geschrieben und von der Handlung her recht anspruchsvoll ist dieser Roman sehr zu empfehlen auch dank seinem Mix aus jüngster Geschichte und den Beziehungen der Hautfiguren und dem lokalen Bezug zur Schweiz.
Alle Bücher sind bei Diogenes erschienen