Gescheites für die Badi oder Strand – Bücher/Hörbuchtipps

Die Badesaison hat begonnen und ein gutes Buch ist neben der Körperkultur auf der Wiese oder am Strand eine willkommene Abwechslung nach der Leibesvisitation des Nachbarn.

 Hier einige Tipps für die Augen und eines fürs Ohr.

Donna Leon hat sich schon einiges überlegt, als sie den Diogenesverlag bat, keiner ihrer Commisaario Brunetti Krimis in Italien erscheinen zu lassen, den so kann sie als Privatperson weiterhin ungestört leben und kritisch beobachten. Auch Brunettis 23. Fall mit dem Titel „Tod zwischen den Zeilen“ beginnt im Dreck von Venedig zu wühlen und der Verputz blättert nicht nur an den historischen Bauten ab sondern zeigt auch seine Bewohnern im Zwielicht.
 Das 6 CD Hörbuch gelesen in einer monotonen, aber angenehmen Stimme von Joachim Schönfeld ist etwas für konservative Hörer, den der Fall ist wie viele der letzten Jahre von Donna Leon nicht mehr so spannend. Erst auf der letzten Cd gewinnt der Fall Fahrt, vorher verliert sich die Autorin in Details über die Stadt und Leute und zieht den Fall in die Länge.
(Foto Regine Mosimann bei Diogenes Verlag)
 
Lukas Hartmann war Lehrer und schreib Kinderbücher und seit Jahren auch historisch angehauchte Romane. „Auf beiden Seiten“ betrachtet die Wendejahre 1989/1990 von Berlin und der Schweiz aus. Eine Familie erfährt am eigenen Leib, dass das Politische viel privater ist, als sie denkt – und umgekehrt. Ein brisantes Buch über den Kalten Krieg, die Schweizer Widerstandsorganisation P-26, Parallelen zwischen der DDR und der Schweiz (Fichen-Affäre) und damit eine länderübergreifende Generations- und Mentalitätsgeschichte.
Leider ist dieser Stoff etwas gar trocken geraten und Lukas Hartmann hat hier zu wenig am Stil gearbeitet. Die Sätze kommen oft ohne und aus und wirken abgehackt. Viele Details über die Widerstandsorganisation folgen und auf der Strecke bleibt das Gefühl. Ein Buch für  Leser mit Interesse an Fakten weniger an Menschen und ihren Beziehungen.
Martin Suter ist ein Glückskind, dem alles in seinen 60 Lebensjahren gelang. Nur am Tag als sein Sohn sich beim Essen verschluckte und starb, hatte er Pech. Als Vielschreiber ist er der Star der Schweizer Literatur und sein neustes Werk „Montecristo“ unterlegt diesen Ruf zurecht erneut.
Die Geschichte des Buches geht so: Ein Personenschaden bei einer Fahrt im Intercity und zwei Hundertfrankenscheine mit identischer Seriennummer: Auf den ersten Blick hat beides nichts miteinander zu tun. Auf den zweiten Blick schon. Und Videojournalist Jonas Brand ahnt bald, dass es sich nur um die Spitze eines Eisbergs handelt. Ein aktueller, hochspannender Thriller aus der Welt der Banker, Börsenhändler, Journalisten und Politiker – das abgründige Szenario eines folgenreichen Finanzskandals.
Schnell, spannende Sätze, intelligent geschrieben und von der Handlung her recht anspruchsvoll ist dieser Roman sehr zu empfehlen auch dank seinem Mix aus jüngster Geschichte und den Beziehungen der Hautfiguren und dem lokalen Bezug zur Schweiz.
Alle Bücher sind bei Diogenes erschienen

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