Der Zucker, der an der Sonne statt mit Hip-Hop schmoltz – Lo & Leduc in Murten

Die meisten von uns stehen nicht auf der Bühne, weil sie mittelmässig sind und kein Glück haben etwas zu geben, dass glücklich für eine begrenzte Zeit macht wie die zwei Berner Rapper Lo & Leduc.

Lorenz Häberli wurde 1986 geboren, trägt die Haare zum Zopf, hört bereits früh morgens im Intercity stets laut Musik über den Kopfhörer, isst Gipfeli und schreibt gleichzeitig Sprachreime. Er war in der Stadtszene Bern bereits eine Nummer für eine grosse Klappe bevor er mit seinem Freund Luc Oggier, geboren 1986, einen stets etwas verstimmt dreinschauenden Musiklehrer und Komponisten traf, mit dem er seit erscheinen des Debutalbums „Zucker fürs Volk“ alles abräumt, was es in der Schweizermusikszene zu gewinnen gibt. Neben den goldenen Schallplatten auch drei Swissmusicawards.

Bern hat wieder nach der Mundartgruppen wie Plüsch eine Nummer eins im ganzen Land, die diese Mal nicht rockt sondern zeitgemäss rappt.

Rapper müssen direkt, roh und aggressiv sein, den ihre Musik spielt mit den Eiern und so knallte es heftig als die zwei Rapper mit Band die Bühne am 4.Juli am Stars of Sounds die fast ausverkaufte Pantschau Murten betraten.

Doch ein Publikum, das schon stundenlang von 35 Grad Hitze gebraten wurde, noch lebendig zu machen, war selbst für die Stars der Stunde unmöglich. So verstricht die erste halbe Stunde des kraftvollen Sets verhalten. Dann hatte Lorenz Häberli eine Idee. Er fragte das Publikum nach Worten. Emil, Basilikum, Hemd und Wikinger warfen ihm die Jungen an den Kopf und er machte daraus einen spontanen Rap, der zum schmunzeln war.

Langsam wurde getanzt, aber auch wie so oft bei Konzerten rege gesprochen und sich selber inszeniert mit Selfies. Rapper sind nur interessante Menschen, wenn sie den Mund aufmachen, sonst langweilig und die Band und Backgroundsängerinnen machen mehr Stimmung wie auch der Reggae oder südamerikanischen Melodien als die Wordakrobatik.

Mittlerweile schob sich eine Wolke vor die Sonne und die Stimmung wurde immer bessser, das Publikum war aber nicht gerührt wie bei Roger Hodgsen einfach nur unterhalten. Wie bemerkte der Krokusgitarrist Chris von Rohr an den Musicawards: Soviel Glück am Beginn einer Karriere wie sie Lo & Leduc mometan bekommen, ist gefährlich,

Irgendwann werden auch Lo & Leduc mittelmässig Leute, Für einige waren sie es schon in Murten und die gingen stattdessen an den See oder Sport treiben.

 

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