Herzroute Einsiedeln-Rapperswil – Träumen und vergessen

Eingebetet ins Hochtal der Sihl liegt Einsiedeln auf 900 m. ü M und hat viele Hügel, Wiesen und Wälder rund ums Kloster. Deshalb empfehle ich jedem schaut nicht nur das barocke Kloster sondern auch Milchmanufaktor

als erstes und dann die Sprungschanze anschauen. Witzige ist der Rundweg mit grossen Fenstern in der Schauköserei, wo jeder ohne grosses Anstehen gleich sieht, wie der Käse oder das Joghurt mit der frischen Schwyzermilch gemacht wird. Nach dem Staunen vor der Schanze, wo im Sommer Autos vor dem Landeplatz fahren, gehts ab durch Dorf am Kloster vorbei

zu 58 km der Herzroute nach Rapperswil. Noch stören die vielen Autos, doch sobald der Shilsee erscheint und es möglich ist auf der Brücke darüber zu halten, ist das vergessen. Noch besser lässt sich dieser besonders schöne Flecken Innerschweiz nach der ersten Steigung Richtung Willerzell geniessen, dann gehts lange in den Wald.

Eine Bank lädt zum verweilen ein, doch schon fährt ein Bauer mit Mähdrescher neben das abgestellte Velo. „Ich wollte eigentlich das hohe Grass mähen, aber sie packen gerade ihr Sandwich aus, dann komme ich erst auf dem Rückweg und arbeite, wenn sie weg sind“, sagt der alte Schwyzer und ich lache.

Wir begegnen uns nochmals, doch sonst kreuzt niemand meinen Weg nach Stattelegg.

Der Mythen und seine Nachbaren stellen sich vor mich hin und ich geniesse ihren Anblick und eine Suppe bevor ich einen Fehler mache und das Herzroutenschild 99 verpasse, stattdessen die steile Bergstrasse runterrase und erst am Pfäffikersee

bemerke, dass ich den Akkuwechsel verpasst habe. Nun heisst es zweitweise ohne Akku über Lachen, Nuolen wieder bergauf in den Buechberg fahren. Ich fluche, doch es wird noch schlimmer. Der Buechberg ist ein Wald und fast 40 Minuten gehts durch unwegsames Gelände. Das ist für BMX geeignet aber nicht für die Herzroutenfahrer. Ich bin froh, als ich wieder Beton unter meinen Rädern spüre Richtung Schmerikon. Die Schlussstrecke bis nach Rapperswil geht dann am See entlang und ist schön. Ein Abstecher ins Kloster Wurmsbach

sollte drin liegen, bevor ich wieder fragen muss, wo den das Lido, die Badeanstalt, die nicht ausgeschildert ist, in Rapperswil liegt. Hinter dem Eishockeystation und Knies Winterlager. Ich stelle das E- Bike ab, gebe den Schlüssel einer Frau mit der Bemerkung, ich sei halb kaputt ab ohne zu sagen, das ich selber schuld bin.

Herzroutenfahren heisst halt auch auf den Akku schauen, nicht nur die Landschaft geniesen.

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