Rebelisches Herz, schwächelnder Gesang – Madonna in Zürich

Während wir in vierzehn Tagen an Weihnachten das ewige Leben feiern, macht sich Madonna Louise Cionne aus Michigan seit 35 Jahren auf unsterblich mit Popmusik zu werden und muss als 57-jährige auf  der aktuellen Welttournee durch 78 Städte gehen. Mit dem Nr. 1 Album „Rebel Heart“ in den USA, Deutschland und eben auch der Schweiz aber ohne Hits in der Disco begann das Konzert am 12.12.15 um sage und schreibe 22.30 Uhr. Diese Zeit wurde erst am Vorabend bekanntgeben und bescherte den Zürcher Hotels Last Minute Buchung aber auch Pfiffe im Hallenstation und viele vorzeitige Abgänge für die letzten Züge.

Als die Lichter endlich erloschen und die Herz- und  Kreuzform der Bühne erleuchtete, kämpfte Madonna zuerst einen Kampf gegen den Boxer Mike Tyson im Videoeinspieler bevor sie in einem Käfig von der Deckte auf die Bretter der Welt als Siegerin gegen Gut und Böse drei ersten Songs aus „Rebel Heart“ sang, die trotz Mittelalterkämpfer und erotischer Turnerei am Kreuz beim Publikum durchfielen, weil der  Gesang der Sängerin mässig war.

Die „Bitch“ Madonna merkte es und beschimpfte die Schweizer als konservative Hurensöhne, um bald darauf akustisch an die Ukuele zu greifen und „Like a Vigrin“ und andere Hits alleine sehr nahe am Publikum zu singen. Dies dankte ihr mit viel Applaus, auch später, als sie wieder „Ghosttown“ oder „La vie en Rose“ solo spielte.

Das Schweizer Publikum, das aus 30 – 60-jährigen bestand, genoss zwar die atmenlose Inszenierung ihre Songs mit Ersatzstücken aus Actionfilmen, Cirque de soleil und vielen provokanten Szenen wie das Liebemachen von hetero- und homosexuellen Paaren auf dem Bett, doch erst der Höhepunkte „La isola bonita“ liess die Zuschauer tanzen. Auch darum, weil hier die Musik, die schlechte Sicht auf der Bühnenleinwand vergessen liess.

Madonna stand als dreifache Mutter mit 57 Jahren 2,5 Stunden auf der Bühne und war auch nach Mitternacht dabei fit wie ein Turnschuhe. Sie war und ist, wie ihr Ex- Mann Guy Richie sagte, eine amerikanische Arbeiterin, die mit Ergeiz versucht, besser als der Rest zu sein,

Als Unterhalterin ist es ihr im Hallenstation gelungen, musikalisch nicht. Somit ist ihr aktueller Hit „Living for love“  in der Chorografie eines Stierkampfes wie vieles an diesem Abend ein Augenschmaus, aber nichts für die Ewigkeit. Madonna ist ein Star, aber die Musik, die lief zum Verlassen des Hallenstation, kam von einem Helden – Michael Jackson. Helden sterben früh. Madonna ist schon zu alt dafür.

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