Satire am Puls der Zeit – Valsecchi & Nater auf Tournee

Nicht erst seit dem hitzigen Abstimmungskampf der letzten Wochen findet das Kabarettistenduo Valsecchi & Nater einiges in der Schweiz „grenzwertig“ Unter diesem Titel präsentieren sie auf der kommenden Tournee bissige Satire und poetische Beobachtungen in wohlklingender Musik verpackt. Am 3.3.16 feiert das neue Programm Premiere in Bern. Vorher gabs noch ein paar Fragen zur Person und zum Bühnenabend.

Diego Valsecchi, Sie sind Walliser Schauspieler, welche fünf Charaktereigenschaften mögen Sie am ihrem Bühnenpartner Pascal Nater?

Er kann fantastisch kochen! Er schreibt grossartige Lieder! Er hat einen tollen Humor! Er denkt in vielen Dingen komplett anders als ich! Und: Er kann so ausserordentlich gut begleiten und webt mir einen Teppich, auf dem ich fliegen kann.

 

Als Winterthurer Theatermusiker hatten Sie, Pascal Nater, am Anfang sicher nicht nur mit dem Dialekt zu kämpfen, welche Charaktereigenschaften mögen Sie an Diego nicht?
Er ist charmant, sieht gut aus, hat Haare, kann singen und dann ist er auch noch nett! Ein grauenhafter Mensch!
Nachdem in den 90er und 00 Jahren jeder Sänger sein wollte, schiessen die Komödianten wie Pilze aus dem Boden. Was machen Valsecchi & Nater anders als bekannte Grössen wie Peach Weber und Andreas Thiel?
Wir singen besser als Peach Weber und in Sachfragen recherchieren wir genauer als Andreas Thiel. Ausserdem treten wir nicht allein auf. Wir machen Musik-Kabarett. Es lebt von unseren selbstgeschriebenen Liedern und Geschichten. Es sind jeweils persönliche, abwechslungsreiche und unterhaltsame Abende.
Ihr drittes Bühnenprogramm nennt sich “grenzwertig” und startet am 3.3.16 im La Cappella in Bern. Wer und was bekommt sein Fett darin weg?
Eigentlich alle, vor allem wir selber.
Wer sich nicht berücksichtigt fühlt, wird umgehend eingebaut.
Sie scheuen keine Auseinandersetzung mit heiklen Themen und werden mit dem Programm durch die ganze Deutschschweiz  reisen. Nehmen Sie auch Rücksichten auf regionale Empfindungen und wird ihr Programm tagesaktuell angepasst?

Wenn es sich anbietet, gehen wir immer auf ortspezifische Besonderheiten oder allfällige Kommentare aus dem Publikum ein. Jede Vorstellung ist anders und natürlich sind wir bemüht, unser Programm aktuell zu halten.

Valsecchi & Nater arbeiten abends. Wie wird die Männerfreundschaft tags gelebt und was machen Sie, wenn der Vorhang gefallen ist und sie nicht mehr lustig sein wollen, sondern privat?
Einen sehr grossen Teil unserer privaten Beziehung verbringen wir in Zügen, am Bahnhof in Olten, auf Autobahnraststätten und in Garderoben oder ähnlichen Abstellräumen.
Unsere Haupttätigkeit besteht aus Fahren und Warten.
Da bespricht man fast alles, manchmal ist man aber auch froh, wenn man sich nur anschweigen darf.

 

Eigentlich so wie bei allen anderen Ehen auch.


Tourdaten 2016:
3. März: La Cappella, Bern (Premiere)
4. – 5. März: La Cappella, Bern
10. – 12. März: Teufelhof, Basel
17. März: Bühne zur Heimat, Ehrendingen
18. März: Kleintheater, Grenchen
19. März: Kultur im Sternensaal, Wohlen
9. April: Kleintheater Braui, Worb
21. April: Theater Alte Oele, Thun
22. April: KULTURM, Solothurn
23. April: La Vouta, Lavin
13. Mai: Kulturregion KUKUK, Unterkulm
Weitere Tourdaten unter www.valsecchi-nater.ch

Bisexualität – der neue Treffpunkt und eine Ausstellung in Bern

Die erotische Anziehung zu beiden Geschlechtern ist in der Schweiz oft nur ein Spiel der Augen, der öffentliche Austausch darüber und untereinander schwieriger. In Bern gibt es einen neuen Treff für Gleichgesinnte und eine Ausstellung in Ostermundigen nimmt sich ebenfalls sich dem Thema Bisexualität an.

Der Schlüssel zum Geheimen lag für Juan auf Antonias und Gustavs Haut. Sein Dasein, Lieben, Leiden war von drei Körpern durchdrungen. Dem eigenen und der Sehnsucht nach einer Frau und einem Mann. Vorbei waren die Zeiten, in denen er in ständiger Furcht vor sich selbst, seine sexuellen Bedürfnisse verleugnete. Nun waren das Begehren und die Begierde zu dritt sein eigen. (Ausschnitt aus dem Buch Ménage à trois von Juerg Kilchherr)

Der Bi-Treff in Bern

 Einmal im Monat lädst du Anna Bisexuelle in der Villa Stucki zum Gespräch in Bern ein. Hat sich seit den 15 Monaten, seit es diesen Treff gibt, deine Umschreibung für Bisexuelle verändert durch die Diskussion mit anderen oder blieb sie gleich und wie?
Ich merke einfach immer wieder, dass es die oder den Bisexuelle/n nicht
gibt. Jede Person ist in ihrer Lebensgeschichte wieder total
unterschiedlich. Es gibt Bisexuelle, die den Wunsch haben, parallel eine
Beziehung mit einer Frau und einem Mann zu leben und andere wiederum,
die abwechslungsweise mit einem Mann, dann wieder mit einer Frau eine
monogame Beziehung führen. Aber die Polyamorie (also das eingehen von
mehreren Liebesbeziehungen gleichzeitig) ist schon für viele ein Thema
und kommt in den Treffs auch immer wieder zur Sprache.
Die Schwulenbewegung der letzten Jahrzehnte war erfolgreich und brachte soziale Veränderungen. Bisexuelle gab es ja schon immer, warum und wo ist deiner Meinung nach noch Handlungsbedarf im gesellschaftlichen Zusammenleben?
Bisexuelle leben halt ihre Bisexualität oftmals verdeckt aus. Wenn
jemand schwul ist, muss er früher oder später sein Umfeld konfrontieren,
wenn er seine Neigung ausleben will. Wer bisexuell ist, kann auch eine
heterosexuelle Beziehung führen und gleichzeitig im Verborgenen
gleichgeschlechtliche Menschen treffen. Die Akzeptanz gegenüber
Bisexuellen ist meiner Meinung nach häufig noch nicht so da; in
Schwulenkreisen gelten sie als Menschen, die nicht zu ihrer
homosexuellen Orientierung stehen können oder man hat allgemein Angst,
dass ihnen ein Partner nicht genügt. Auch lesbische Frauen wollen meist
nicht bisexuelle Frauen als Partnerinnen, da sie sich fürchten, die
Geliebte würde dann früher oder später wieder mit einem Mann abspringen.
Meiner Meinung nach bräuchte es Vorbilder, die offen zu ihrer
Bisexualität stehen, denn Bisexualität ist immer noch häufig ein
Tabuthema.
Ein schwuler Kollege von mir  behauptete schwule Sauna würden ohne die versteckten Bisexuellen dicht machen. Tut sich die Schweiz im Vergleich zu den Nachbarsländern schwerer mit Bisexuellen, dass sie nicht offen leben können?
Ich kenne mich zu wenig aus, wie es um unsere Nachbarländer steht…
Aber in der Schweiz habe ich schon das Gefühl, dass sich Wenige trauen,
offen bisexuell zu leben. Am letzten Bi-Visibility-Day, dem Tag der
Bisexuellen machten wir bei der Sendung Nachtwach mit und es haben sich
nur ganz wenige Bisexuelle gemeldet. Anscheinend möchten die Menschen
einfach lieber in eine Schublade gehören. Es ist wahrscheinlich für
viele einfacher, sich einfach als schwul bzw. lesbisch oder hetero zu
bezeichnen, auch weil es für Schwule/Lesben mehr Anlaufstellen und
Austauschmöglichkeiten gibt.
Die Besucher des Bi-treffs kommen ja auch , weil sie teils Hilfe brauchen. Wie sehen die Unsicherheiten aus und wie hilfst du weiter?
Unsere Runde ist eine offene Gesprächsrunde. Man hilft sich gegenseitig,
gibt sich Tipps im Zusammenhang mit dem Outing zum Beispiel. Oder wenn
es darum geht, Familienangehörige zu informieren und evtl. sogar die
Familie zu verlassen. Natürlich bringe ich meine Erfahrungen auch ein
und versuche auch Einzelgespräche anzubieten und ich biete Beratung per
Dort berate ich (Anna, Foto)  aber nur einen Mann
regelmässig, der auch schon zu einem Einzelgespräch mit unserem
Psychologen und mir gekommen ist. Unsere Gruppe ist ja angegliedert an
die HAB (Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern) und läuft unter dem Angebot
Beratung und eine Fachperson begleitet das Beratungsteam
(Schwulen-/Lesben-/Bi-Beratung) in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit.
Oft wird ja Bisexualität erst in einem gewissen Alter wahrgenommen.
Der Treff ist offen für jedes Alter, doch ist es nicht schwer soviele unterschiedlichen Geschichten an einem Abend zu besprechen?
Ich habe ursprünglich eine Zeitspanne von 2 Stunden für den Treff
festgelegt, nun sind es meist mehr. Es kommen natürlich viele
Geschichten zusammen, aber da meist nur so 4-5 Leute am Treff
teilnehmen, können sich alle, die wollen, gut einbringen. Und viele
kommen ja auch mehrmals und man bespricht dann einfach Ausschnitte aus
dem Leben oder was jeweils gerade aktuell ist.
 Bi-Treffs gibt es auch in Zürich, Genf und Basel, wenn ich richtig informiert bin. Wie wird euer Auftritt an der kommenden Gaypride in Freiburg im Frühjahr aussehen?
Wir haben noch nichts geplant, aber voraussichtlich werden wir wie
letztes Jahr an der Pride in Zürich wieder mit unserem Transparent „bi
happy, bi pride“ anwesend sein und wieder die verschiedenen Bi-Gruppen
aus der ganzen Schweiz zusammentrommeln. Auch am letzten
Bi-Visibility-Day trafen wir uns alle zusammen zu einem Abendessen in
Olten. Die Vernetzung untereinander finde ich sehr wichtig und es ist
zudem auch spannend, die Leute aus unterschiedlichen Regionen
kennenzulernen.

Die Ausstellung in Ostermundigen

Vom 16.3. bis 17.4.16 stellt Stefs Kulturbistro in Ostermundigen mich Juerg Kilchherr und meine Männerbilder aus. Seit 20 Jahren beschäftige ich mich als Künstler mit den Ausdrucksmitteln der Malerei, Literatur und Musik mit den Sehnsüchten des Mannes im Wandel der Zeit. Das Thema Bisexualität ist ein wichtiger Bestandteil dieser Auseinandersetzung und der Beobachtungen des Schweizer Mannes.

Einladung

Der Bi-Pan Treff besucht diese Ausstellung am 18.3.16 um 17.15 Uhr. Neben einer Führung durch die Ausstellung gibt es eine Lesung und anschliessend ein gemeinsames Abendessen. Eine Gelegenheit den Verein kennen zu lernen und gleichzeitig Kunst zu geniessen. Für das Essen bitte anmelden bei bi-pan@ha-bern.ch
Treffpunkt ist Stef’s Kultur Bistro, Bernstrrasse 101, Ostermundigen 17.15 Uhr , 18.3.16

Was macht der Kräutergärtner gegen den Klimawandel?

Bald pflanzen Hobbygärtner Kräuter und Tomaten im Garten oder auf dem Balkon an. Doch woher kommen die Pflanzen für das „Urban gardening“ und wie versuchen die Schweizer Gärtner ihren CO2 Ausstoss zu reduzieren? Ein Besuch in einer Gärtnerei am Grenchenberg gibt Auskunft.

Es ist Mitte Februar als mich der Gärtner Markus Riedwyl am Bahnhof Grenchen Süd abholt. Bei 15 Grad Aussentemperatur trägt davor ein Flüchtling ein T-Shirt und als wir zu Riedwyls Biokulturen in Lengau fahren, bemerkt der 48-jährige, dass der Skilift am Grenchenberg, wo er und seine Kinder Ski fahren gelernt haben seit Wochen Grün statt Weiss trage und er könne Menschen, die sagen, dass sei immer so gewesen, nicht verstehen, dass sie die Zeichen der Zeit nicht sehen würden.

Der Klimawandel ist für den Unternehmerverband Jardin Suisse nicht erst seit der Klimakonferenz von Paris Thema. Nachdem der Bundesrat als Antwort auf das Kyoto Gipfel die CO2-Steuer einführte, kostete es auch Mitglied Markus Riedwyl jedes Jahr Geld. Wie er wollten 150 kleine und mittelgrosse Produktionsbetriebe ihre Produktionsabläufe künftig verbessern, damit die Grüne Branche im Rahmen des CO2 Reduktionskonzeptes des Bundes bis 2020 ihre Emissionen in den Gewächshäusern reduzieren und fortan keine Steuern bezahlen sondern Geld zurück erhalten würde.

Als wir das erste von drei Gewächshäuser betreten, die Markus in der dritten Generation von Riedwyler-Gärtnern vor rund 30 Jahren in Lengau aufgebaut und mit Küchenkräutern wie Petersilie, Schnittlauch, Drill usw. bepflanzt hat, hat er einen Trumpf in der Hand. Als einziger Kräutergärtner der Migrosgenossenschaft Bern-Aare hat er zusammen mit seinen  Schweizerkollegen das Ziel 13 Millionen Liter Heizöl zu sparen und andere Massnahmen geschafft und ist somit schon vier Jahre vor den Vorgaben von  Jardin Suisse und des Bundes am Ziel angelangt.

Mit seinen drei Mitarbeiter in Lengau hat er die Treibhäuser mit zwei Folien statt Glas überzogen, dazwischen hat es Luft, die reguliert werden kann, Das Wasser für seine Kräuter in Bioqualität liefert ein Teich, wo Regenwasser in grossen Mengen aufgefangen wird.

Seine Pflanzen tragen das Label „aus der Region für die Region“ und somit wird nicht nur die pflanzliche Qualität durch Kontrollen bewertet sondern auch die Nachhaltigkeit. Bio Suisse schreibt den Pflanzenschutz vor und die Mischung der Erde und Torf. Die Pflanzengefässe sind zwar aus Plastik, werden aber mehrmals benutzt. Und wenn es im Sommer 45 Grad im Treibhaus ist, geht Markus Riedwyl halt in der Badehose auch sonntags rein und schaut nach seinen Tausenden von Kräutern. Manchmal haben sie trotz der CO2 Massnahme der lückenlosen Abdichtung der Fenster und Türen Blattläuse. Dagegen gibt es kein Gift sondern Nützlinge und bei Pilzerkrankungen den Mehltau.

Die Heizung, damit die Pflanzen abends 8 Grad und tags 15 Grad haben, ist ein CO2 Verursacher. Mit dem Einbau von Turbulatoren an der Decke bringt der Lengnauer die aufsteigende Wärme wieder an den Boden zurück und spart zusätzlich.

Auch um den Benzinverbrauch bei der Lieferung der Pflanzen zu reduzieren, hat sich der Gärtner mit Herz am Jurasüdfuss ein Elektroauto zugelegt für die kleinen Strecken.

Den Markus Riedwyl weiss zwar, dass seine Kinder seinen Betrieb nicht übernehmen werden, aber wer mit der Erde arbeite, könne sie nicht zerstören, meint er.  Für die Zukunft möchte er noch weiter in den Trend „Urban gardening“ investieren und Cherrytomaten, Peperoni, Gurken und Chili für den Balkon in noch grösseren Mengen abpflanzen.

Chinesisches Geflüster aus dem Untergrund – Kunstmuseum Bern

Das Kunstmuseum Bern und das Museum Paul Klee geben vom 19.2 bis 19.6 unter dem Titel „Chinese Whispers“ mit der Sammlung des ehemaligen Botschafters in China Uli Sigg eine Antwort auf den Wandel, den China in den letzten 15 Jahren durchzogen und wie der Mensch darauf reagiert hat.

Der Luzerner Uli Sigg ist Jurist und war in seinen jungen Jahren Schweizer Meister im Rudern, doch der Bevölkerung ist er als Schweizer Botschafter zwischen 1995 bis 1998 in Peking in Erinnerung und der Kunstszene als Sammler zeitgenössicher Gegenwartskunst aus China. Die Werke und das sind nicht wenige, waren bisher auf seiner eigenen Insel im Schloss Mauensee ausgestellt. Nun finden 150 Werke, die nicht unterschiedlicher sein könnten, ihren Weg nach Bern bevor sie nach Hongkong verschenkt werden.

Wer denkt der Rhythmus der Veränderungen in der Schweiz gehe ihm zu schnell, dem dürfte es schwindlig werden beim Tempo, mit der sich der Riese in Asien in den letzten 20 Jahren verändert hat. Da blieb kein Stein auf dem andern und der Wandel brachte dem Volk nicht nur Sieger, Doch es brachte eine Oeffnung nach Europa. Die zaghafte Oeffnung in den 80er Jahren ging auch an den Künstlern nicht spurlos vorüber. Innert kürzester Zeit griffen die Künstler die verschiedenen modernen Kunstrichtungen des Westens auf, die sie bis dahin nicht kannten. Doch in China gibt es keine Freiheit des Ausdrucks und der Meinung wie im Westen.

Dies musste auch der Star der Ausstellung Ai Weiwei erfahren mit seiner kritischen Haltung zu der politischen und gesellschaftlichen Situation Chinas. Er wurde ins Gefängnis gesteckt, doch mundtot ist er deshalb nicht wie die Installation „Fragments“ im Museum Paul Klee zeigt.

Uli Sigg hatte den richtigen Riecher als er in Peking, Schanghai und sechs anderen Städten Kunst im Untergrund kaufte, die nun Jahren danach in Bern für internationales Aufsehen mit den zwei Ausstellungen sorgen wird. „Chinese Whispers“ ist eine Anknüpfung an die vor zehn Jahren stattgefundene „Mahjong“-Ausstellung, die ebenfall zeitgenössischer Kunst zeigte. Es ist aber auch eine 150 Stücke umfassende Ausstellung mit vielen verschiedenen Stilen und Ausdrucksformen, die sicher kein einfacher Spaziergang durch Farben und Formen ist, sondern eine Reflektion der eigenen Tradition und der Lebensbedingungen im heutigen immer noch kommunistischen China.

Kunstmuseum Bern

Zentrum Paul Klee

Bildlegenden

1)

Li Tianbing

Ensemble # 1 + 2, 2008

Öl auf Leinwand / Oil on canvas

2 Tafeln / 2 panels, 200 x 400 cm

© the artist. M+ Sigg Collection, Hong Kong. By donation

2)

Uli Sigg

neben dem Gemälde «Moon Rabbit»

von Shao Fan / next to the painting

«Moon Rabbit» by Shao Fan

© Sigg Collection

Photo: Karl-Heinz Hug

3)

Ai WeiWei

© Ai Weiwei Studio

4)

Ai Weiwei

Fragments, 2005

Eisenholz (Tielimu), Tisch, Stühle, Teile

von Balken und Pfeilern von rückgebauten Tempelanlagen der Qing Dynastie (1644–1911) / Ironwood (tieli wood), table, chairs, parts of beams and pillars from dismantled temples of the Qing Dynasty(1644–1911),

500 x 850 x 700 cm

© the artist. M+ Sigg Collection, Hong Kong. By donation

5)

Zhao Bandi

China Lake C, 2015

Acryl auf Leinwand / Acrylic on canvas

210 × 280 cm

Sigg Collection

© Zhao Bandi

Ueber die Erfahrungen einer Zahnbehandlung in Ungarn

Seit Jahren sind die Preise der Schweizer Zahnärzte hoch und die Behandlungen strapazieren das Budget des Mittelstandes. Der Berner Serge Stauffer rechnete und entschied sich dann für eine Zahnarztbehandlung in Ungarn. Wie es ihm dabei ergangen ist, erzählt er im Interview.

Serge Stauffer, du bist in einem Jahr ein halbes Jahrhundert alt, liebst das Essen und Schokolade und letztes Jahr zeigt sich die Alterserscheinungen bei den Zähnen. Einiges musste gemacht werden und du begannst zu rechnen.
Meine Zähne sind brüchig. Als ich durch kräftiges Zubeissen vor zwei Jahren zwei weitere Kauzähne verlor, empfahl mir mein Zahnarzt, eine Brücke machen zu lassen.
Die in der Offerte genannte Summe überstieg alles, was ich jemals für Zahnbehandlungen ausgegeben hatte. Es wäre ein erheblicher Teil meiner Ersparnisse gewesen.
Daher versuchte ich, mit meinen Zahnlücken zu leben. Ende letzten Jahres meinte dann mein Zahnarzt, es müsse jetzt unbedingt etwas getan werden.
Mein zweitletzter Kauzahn oben rechts hatte bereits Risse. Bei einem Verlust wäre mein ganzes Gebiss instabil geworden.

So begann ich, mich für eine bezahlbare Lösung umzusehen.
Nach einigen Recherchen im Internet und Erkundigungen im Freundeskreis war es für mich klar, dass ich in der Schweiz kaum drum herum kam, mehrere Monatslöhne für meine Zähne auszugeben.
So habe ich dann versucht, mich auch über Zahnbehandlungen im Ausland schlau zu machen. Dabei erfuhr ich, durch eine Arbeitskollegin, von der Praxis Barladent in der ungarischen Stadt Sopron.

Meine Arbeitskollegin hatte sich, wie viele ihrer Bekannten, dort behandeln lassen. Alle waren zufrieden, auch nach Jahren. Das war genau das, wonach ich suchte.

An der österreichischen Grenze  liegt das ungarische Städtchen Sopron  mit 268 Zahnärzten auf 60000 Einwohner, die alle mit billigen Preisen werben. Wie hast du dich in diesem Ueberangebot zurecht gefunden?
Ohne jemanden direkt zu kennen, der gute Erfahrungen gemacht hat, hätte ich mich nie in Ungarn behandeln lassen.

Dann kam der Tag der Anreise und wie ging es weiter bis zum Eingriff?

Am Tag meiner Anreise wurde bereits eine Panorama-Röntgenaufnahme gemacht. Danach gab es eine längere Besprechung mit dem behandelnden Zahnarzt, was es in meinem Fall für Möglichkeiten gab.
Ich erhielt zwei Offerten, für Implantate oder zwei Zahnbrücken. Dank der sehr ausführlichen Informationen, fiel es mir leicht, mich bis zum nächsten Tag für die Zahnbrücken zu entscheiden.
Implantate hätten in meinem Fall Knochenaufbau bedeutet, wofür ich mehrmals hätte anreisen müssen. Dazu strenge Verhaltensregeln, wie drei Monate die Nase nicht schnäuzen …

Einige werden kleinlaut bei den Spritzen, wie war die Betreuung während des Eingriffes? Gab es Probleme?

Die Behandlung begann am zweiten Aufenthaltstag. Es war eine Marathonsitzung von ca. zwei Stunden. Dabei wurden mehrere Pausen eingelegt, so dass ich aufstehen, mich strecken und etwas bewegen konnte. Mit Spritzen wurde nicht gespart, was mir auch recht war, da mehrere Zähne angeschliffen wurden. Die Art der Betreuung war nach meinem Empfinden korrekt. Es wurde auf mein Befinden geachtet und ich hatte vorangehend Informationen über alle Handlungsschritte erhalten.

Das Tolle an so einer Zahnoperation im Ausland ist, dass man neben den Schmerzen Ferien hat. Wie hast du die freie Zeit im Hotel gestaltet, wie war der Ort?

Ich war im Hause des Praxisgründers untergebracht. Dort hatte ich ein Zimmer mit eigener Dusche und Toilette. In der Küche auf der Etage konnte ich mir Mahlzeiten zubereiten. Das war wichtig, da ich wegen den Zahnprovisorien nur selten auswärts essen ging. Sopron hat eine schöne Altstadt, da war ich viel zu Fuss unterwegs und habe vieles im Januarnebel fotografiert. Unvergesslich sind die Konditoreien, wo es sehr leckere (und gut kaubare) Patisserien gibt. In der Halbzeit habe ich mir dann ein Fahrrad gemietet, womit ich die Gegend etwas besser erkundigen konnte. Da Wien nur 60 km von Sopron entfernt liegt, machte ich mit dem Zug einen Tagesausflug dorthin. Das Wochenende vor dem Rückflug habe ich auch in Wien verbracht.

Hast du dich mit anderen Patienten ausgetauscht vor Ort und wie lief die Nachkontrolle ab?
Mit anderen Patienten hatte ich wenig Kontakt. Januar scheint nicht gerade Hochsaison für Zahntouristen zu sein. Eine Nachkontrolle im eigentlichen Sinn gab es keine, da die Zahnbrücken erst kurz vor der Abreise eingesetzt wurden.

Nach einem Monat zu Hause, was würdest du heute anderes machen bei diesem ungarischen Abstecher in Sachen Zahn?

Eigentlich nichts, ausser vielleicht, nicht alleine dorthin zu fahren.

Angenommen es gibt erst in einem halben Jahr Schwierigkeiten, ist dann der Zahnarzt noch zuständig oder nicht mehr erreichbar?

Auf die Zahnbrücken gibt es 5 Jahre Garantie. Sollte es Komplikationen geben, so würde ich das möglichst mit Ferien verbinden.

Ich könnte noch ein Dutzend mal hin- und herfliegen, es käme immer noch wesentlich günstiger, als was ich in der Schweiz bezahlt hätte.

Jesse Ritch – eine ehrliche Haut kehrt zurück auf die Bühne

f66c7-12419353_660804367355237_2390611205730064036_oEinmal 12 Monate durchatmen und sich selber sein fernab vom Rampenlicht, das brauchte Jesse Ritch letztes Jahr. Im 2016 brennt der Rhythmus aber wieder unter den Füssen und die neue Single bringt es auf den Punkt „I can’t stop“. Doch das Interview zeigt auch einen nachdenklichen 24-jährigen Mann und einen der seinen Tag vom Aufstehen bis zum Abend mit Seflies auf Wunsch bebildert.

 
Nach deiner Teilnahme an der Show Deutschland sucht den Superstar wuchs der Druck im schnelllebigen Musikgeschäft zu überleben, wie siehst du rückblickend die Jahre danach?
 
Nach meiner Teilnahme bei DSDS war alles ziemlich ein Selbstläufer. Es folgten viele Auftritte und natürlich war auch die Aufmerksamkeit um meine Person ziemlich hoch…Dies war einerseits sehr schön und andererseits sehr anstrengend. Ich hatte im ersten Jahr kaum Zeit an mir zu arbeiten und mich mit mir, meinem Leben und meinen Zielen ernsthaft zu befassen. Glücklicherweise habe ich eine gutes Team um mich aufgebaut, welches mir den Rücken stärkte und in meinem Sinn gewirtschaftet hat.
Mir lag die Kunst immer an erster Stelle und ich wollte immer ein selbstständiger Künstler sein. Heute kann ich rückblickend sagen, dass DSDS ein wichtiger Meilenstein in meinem Leben war und ich diese Zeit nicht missen möchte. Leider hat die Teilnahme nicht nur positive Nebeneffekte…Heute ist sie mir oftmals ein Stein im Weg…Viele Leute haben gegenüber Castingsternchen Vorurteile…Mich persönlich spornt dies extrem an! Ich möchte heute nicht ständig mit der Show in Verbindung gebracht werden, da ich mich als Künstler weiterentwickelt habe…
Sänger müssen sich Luft nach oben schaffen, um Illusionen in Noten zu verkaufen und vorsichtig sein, dass ihnen die Luft dabei nicht ausgeht, warum hast du letztes Jahr eine Pause gebraucht?
 
Ich lebe mittlerweile seit 4 Jahren von der Musik. Dies ist ein sehr schwieriger Weg…Man muss lernen seine Finanzen im Griff zu haben und zu sparen für die Durststrecken, die kommen.
Die aktuelle Wirtschaftslage macht das Leben von der Kunst extrem schwierig…Aber darunter leiden alle, nicht nur die Musiker.
Ich habe im letzten Jahr eine kreative Pause gemacht, um neue Songs zu schreiben. Ich wollte endlich mal Zeit, mich mit mir und meiner Musik auseinanderzusetzen. 2016 ist nun mein Jahr. Ich bin bereit um anzugreifen.
Wir machen hier ein Interview für deine neue Single “I cant stop”, doch gleichzeitig werden deinen neuen Gehversuch Tausende illegal runterladen und wenn die Single am Radio gespielt werden sollte, ist sie schon ein alter Hut. Machst Du dir Gedanken um den Niedergang der Popmusik?
Klar mache ich mir Gedanken um die Entwicklung der Szene…Aber letztendlich gilt es neue Wege zu suchen…Entweder ich stecke meinen Kopf in den Sand und jammere oder ich suche neue Wege, um meine Musik zu vermarkten. Es gibt immer wieder junge, unabhängige Künstler, die den Durchbruch schaffen…Ich glaube fest daran, dass es mir auch gelingen wird.
Trotz deiner Sängerkarriere und der regulären Arbeit hattest du die Kraft an die Liebe zu glauben und sie zu leben. Warum musste deine Beziehung zu Sara für die neue Single “I cant stop” herhalten?
 Ich bin Produzent in einem Tonstudio und begleite immer wieder unsere Künstler auf ihrem Weg. Ich gebe gerne meine Erfahrungen weiter, die ich in den letzten Jahren sammeln durfte.
In meinen Songs verarbeite ich oft Erlebtes, so auch in meiner neuen Single.
Meine Beziehung ist ein ganz wichtiger Teil meiner Musik und eine grosse Inspiration für mich. Ein Künstler muss heute authentisch sein, das bedeutet auch, dass er gewisse Einblicke ins seine Gefühlswelt gewähren muss. Ich kenne meine Grenzen sehr gut und setze sehr viel Wert auf meine Privatsphäre.
Rene Baumann wird nächstes Jahr ein Vierteljahrhundert als DJ Bobo wieder auf Tournee gehen und du bist dabei wie hier bei dem Videoausschnitt vom der letzten „Circus-Tour“. Was macht ihr als Freunde abseits der Bühne zusammen?
 
Ich freue mich sehr, auch in Zukunft mit Rene arbeiten zu dürfen. Er ist ein toller und bodenständiger Mensch! Wir spielen ab und an gemeinsam Fußball, tauschen uns über die Musik aus und schreiben gemeinsam Songs. Ihn zu treffen, ist für mich eine grosse Bereicherung.

Totaler Berner Triumph an Swiss Music Awards

Patent Ochsner sind länger im Musikgeschäft als mancher Zuschauer Lebenjahre zählte im Hallenstation und trotzdem waren „die Rolling Stones der Schweiz“ die grossen Abräumer an den Swiss Music Awards.

Doch es gab auch ueberraschende Newcomer.

Der Zürcher Nickless präsentierte zu Beginn der Show mit Dodo und Müslüm ein paar Noten aus ihren Hits des letzten Jahres und zwei Stunden später hatten die Zuschauer nicht den Sommerhit „Hippiebus“ sondern “ Waiting“  vom 19-jährigen Nickless zum Best Hit gewählt.
 Laut war den auch der Jubelschrei des engagierten Musikers.Zusammen mit dem  „Best Talent“ Gewinner Damian Lynn aus Luzern

steht er für die junge Singer/Songwritergeneration, die zum Lausanner Bastian Baker

 raufschauen, der schon einen Schritt weiter ist als sie und nicht nur eine internationale Karriere sondern dieses Jahr auch noch Stress vom Thron gestossen hat in der Kategorie Best Male Solo Act.
Leider hat es für Sophie Hunger

nicht zum weiblichen Pendant gereicht, dieser Preis ging an Stefanie Heinzmann, aber die Bernerin bekam viel Applaus für ihre Version von „Hero“ zu Ehren des verstorbenen David Bowie und einen Kotz aus dem Massiv des Gotthards als bester Künstlerin.

Sie hätten in die Hosen geschissen vor Angst beim grössten Konzert ihrer langen Karriere letztes Jahr auf dem Gurten, gab Büne Huber zu, als seine Band Patent Ochsner einen Stein als bester Live Act bekamen und noch gleich zwei dazu als beste Gruppe und bestes Album. Damit hat Büne letztes Jahr nicht nur einen Sohn bekommen sondern auch musikalisch mit seiner Band Megaerfolg gehabt.
Erfolgsverwöhnt und erfolgreichster Musiker der Schweiz aller Zeiten mit zwei Million verkaufter Platten, 45 Platinauszeichnungen ist Peter Reber, der mit seinem Musical „Io senza te“, das gleich neben dem Hallenstation im Theater 11 letzten Herbst insgesamt 70 000 Zuschauer anlockte. Nun erhielt er keine 100 Meter über die Strasse vom Musicaltheater einen Stein für sein Lebenswerk und Standing Ovation für ein halbes Jahrhundert Musikschaffen.
Neben den bekannten Moderatoren Melanie Winiger und Mario Torriani war auch die diesjährige Preisverleihung ein Klassentreffen der Schweizer Musiker und Prominenz.Das lahme Publikum und die vielen Videoeinspieler waren die negativen Punkte der zweistündigen Show. Es bliebt zu überlegen, ob es nicht gut wäre, die Swiss Music Awards nur alle zwei Jahre durchzuführen, damit noch mehr Bewegung in die einzelnen Kategorien kommt.

Langlaufhotels im Wallis im Test

Nach den Orkanstürmen der letzten Tage soll der Winter wieder freundlicher werden. Bald beginnen die Skiferien, doch es hat noch freie Plätze im Wallis. Das Saastal und das Goms sind für Langläufer die Mekkas und ich habe mir zwei Hotels angesehen:



Hotel Landhaus – Münster Geschinen

Noch sind die Hänge von Brig braun, doch mit der Matterhorn-Gotthardbahn öffnet sich mit dem Anstieg ab Fiesch ins Goms ein 86 Kilometer langes Loipennetz zwischen Oberwald und Niederwald und 12 Dörfern, wovon die meisten an die Bahn angeschlossen sind.

Frau Wegner vom Landhaus Münster holt mich vom Bahnhof ab und mir bläst ein Wind mit 21Grad minus um die Ohren.Durch die uralten Heidenhäuser fährt sie mich an dem Wahrzeichen des Dorfes, der St. Margathenkappelle vorbei.

Dies und viele Geschichten über das Goms, das auch Goethe besuchte

und seit 200 Jahren die gleiche Einwohnerzahl hat, gibt es am Dienstagabend bei einer kostenlosen Dorfführung zu erfahren, die man im Tourismusbüro buchen kann, doch nun sind wir da.

Frau Wegner ist sichtlich stolz auf die Erneuerung, die ihr Hotel im letzten Jahr erfuhr und von 3- zum 4-Stern Wellness Hotel an der Furkastrasse 141 wurde, als wir durch den Eingang gehen.

Einrichtung Empfang und Eingangshalle


Viel helles Holz, die richtigen Dekorationen auch im hintersten Winkel machen die Eingangshalle zum Augenschmaus.

Die Zimmer


Die sind auch alle renoviert und modern eingerichtet, allerdings klein und das Bad ist eng.

Doch die Isolation bei Minus 27 Grad nachts verhält und es ist warm.

Das Essen

So modern die Erneuerung das Hotel gemacht, das Frühstück ist tradionell, aber ausreichend.

Das Abendessen ist als Halbpension ein Mehrgänger: Leider sehr fleischlastig und der Reisende sollte sich nicht scheuen, Aenderungen auf Wunsch anzubringen. Die Bedienung war für mich eine Enttäuschung, weil der Ton die Musik macht und der stimmt für mich nicht. Auch dauert es recht lange zwischen den einzelnen Gängen. Auch fand ich es für ein 4-Stern Restaurant unverständlich,

warum Hunde erlaubt waren.

Wellness und Standort

Eine Sauna und zwei Liegen für ein ganzes Hotel sind schon sehr wenig und sicher in der Hochsaison dauernd überfüllt, aber auch hier ist die Aufmachung sehr schön.

Nur über die Strasse muss der Langläufer und schon ist er auf der Piste, die dann steil bergab geht. Vom Bahnhof Geschinen und nicht Münster zum Hotel gehts dann wieder sehr steil bergauf. Der Skiraum ist gross und es hat Kästschen und einen Wachsraum.

Toll ist auch das es ein Coop, Cafe und Post gleich neben dem Hotel gibt.

Hotel Mattmarkblick – Saas Almagell

Von Visp aus geht es mit dem Postauto durch das kurvenreiche Saastal bis ins hintereste Dorf, das auch gleich einen Weltmeister zustande brachte. In Saas Almagell wuchs Skifahrer Pirmin Zurbriggen auf und nicht ohne Grund wähle ich das 3-Stern Hotel Mattmarkblick aus, das gleich neben der Austiegstelle liegt und eng mit Pirmins Hotel zusammenarbeitet.

In diesem kleinen Dorf heissen wohl alle Zurbriggen so auch das Wirtepaar des Hotels Christine und Rolf. Ohne ihren Walliser Charme und Animation am Abend wäre dieses Hotel, das Spuren des Alters zeigt, nicht so gut gebucht, da es keine Schönheit ist.

Der Saal und die Zimmer

Die Empfangsecke ist so klein, dass der Gast nur im Saal, wo Frühstück und Abendessen eingenommen werden, empfangen wird mit einem Getränk. Alles wirkt hier sehr dunkel und die Zimmerhöhe ist nichts für Langgewachsene.

In den Zimmer ist alles tradtionell gehalten und es zeigen sich Fehler, aber die Grösse stimmt und der Ausblick ist grandios.

Das Essen

Die Gäste sind älter, somit ist auch das Menu der Halbpension zwar reichlich aber für mich zu fleischlastig und zum Dessert gabs immer Glace. Auch hier geht aber das Hotel auf die Wünsche und Aenderungen ein. Es wird rasch bedient, aber der deutsche Service ist nicht jedermanns Sache.

Wellness und Pisten

Unten im Saastal kann man Langlaufen, auf den Alpen Ski fahren und Saas Fee ist in 20 Minuten mit dem Postauto erreichbar, wo es eine autofreie Walliserdorfstimmung aber auch tolle Schneeschuhrouten gibt. Die Langlaufpiste ist 26 Km lang und recht schneesicher, da ein Teil stark im Schatten liegt.

Doch der absolute Höhepunkt des Hotels Mattmarkblicks ist das Angebot die Wellnessanlage von Primin Zubriggens 5 Stern Hotel zu benützen für 15 Franken pro Tag. Neben dem Schwimmbad gibt es verschiedene Saunen und Liegen, alles ist schön dekoriert und mit den vielen Fenstern hat man beim Liegen stets das Alpenpanorama vor den Augen.

Mattmarkblick

Wenn der Postbote coole Nahrung vom Bauern aus dem Internet bringt

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Franco Jenal, früher hiess es, kaufe beim Bauern ein, das ist frisch. Mit der Ueberbauung des Mittellandes verschwinden auch die Häuschen mit Waren vor dem Bauernhof, doch sie haben mit buyfresh.ch die Lösung, wie?

Buyfresh.ch ist ein Online-Shop mit Schweizer Spezialitäten, welche von kleinen regionalen Produzenten hergestellt werden. Die bestellten Produkte werden dabei per Post direkt vom Produzenten an den Kunden geschickt. Das ist sozusagen das Einkaufen direkt beim Produzenten, einfach über Internet bequem von zuhause aus. Jeder Produzent wird in unserem Shop mit einem Portrait vorgestellt. Damit garantieren wir die volle Transparenz. Der Kunde weiss, woher seine Produkte kommen und wie sie produziert werden.

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Buyfresh.ch gibt es seit einem halben Jahr. Wie suchen und fanden Sie die Spezialitätenbauern und überzeugten Sie über das Internet an den Kunden rankommen, da doch Bauern die moderne Technik meiden?

Wir zählen Bauern, Metzger, Bäcker, Winzer, Bierbrauer und viele mehr zu unseren Lieferanten. Diese erkennen die aktuellen Entwicklungen rund um das Einkaufen im Internet und sehen die Potenziale. Mit unseren Dienstleistungen können wir dem Produzenten sämtliche Aufgaben im Zusammenhang mit dem Internet, wie z.B. Aufbau des Online-Shop, Marketing, Inkasso und Logistik abnehmen. Das ist sehr attraktiv, nicht nur für Technik-Muffel.

Wir finden die guten Produzenten über Empfehlungen, über eigene Recherchen, mit der Unterstützung von Branchenorganisationen oder an Messen. Mit zunehmender Bekanntheit unserer Plattform werden auch immer mehr Produzenten auf uns aufmerksam, die sich dann von sich aus bei uns melden.

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Ihr Standort Maienfeld liegt vor den Toren Churs und Sie haben guten Kontakt zum Engadin, wie sieht es mit den anderen Teil Deutsch- und Westschweiz oder dem Tessin aus?

Wir sind bestrebt, Produkte aus der ganzen Schweiz anbieten zu können. Um das zu erreichen, brauchen wir natürlich Unterstützung von Einzelpersonen oder von Organisationen. Wir können bereits auf gute Kontakte und auf die Unterstützung mehrerer Vermarktungsorganisationen wie Alpinavera, Culinarium und AOP-IGP zählen und sind daran, unser Angebot über Graubünden hinaus Schritt für Schritt auszubauen. Wir haben heute bereits Produkte aus 11 Kantonen im Angebot.

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Verteuert den der Postweg die Ware nicht und wie lange sind die Lieferzeiten?

Der Versand mit der Post kostet natürlich Geld. Er bietet auf der anderen Seite aber auch die Möglichkeit, erlesene Produkte aus allen Winkeln der Schweiz einkaufen zu können, ohne in die betreffende Region fahren zu müssen. Denn es sind gerade diejenigen Produkte, die nicht überall in der Schweiz erhältlich sind, die uns interessieren. So gesehen, ist der Postweg attraktiver. Wir bieten erlesene regionale Produkte von höchster Qualität, für die der Konsument bereit ist, einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

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Migros und Coop haben Labels wenn es um Bio geht, kontrollieren Sie oder wer die nachhaltige Produktion und die tiergerechte Haltung und wie?

Eine artgerechte Tierhaltung und eine naturnahe und nachhaltige Produktion sind das Wichtigste. Die Schweiz verfügt über gute Mindeststandards, die jeder Produzent einhalten muss. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Labels, welche aufzeigen, nach welchen Prinzipien ein Produzent arbeitet. Wir fordern von jedem Produzenten die Dokumente ein, die zeigen, nach welchen Kriterien er arbeitet. Ehrlichkeit steht an erster Stelle. Die zweite Schiene unserer Qualitätskontrolle ist das Kundenbewertungssystem in unserem Online-Shop.

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Eine Reise voller überraschender Töne von Belp nach Venedig

Cover-CD 2015Venedig als Ort der Masken, des Verbrechens, der Romanzen und der Wiedergeburt. In der Stadt an der Adria kommen alle Gefühle des Menschen zwischen Schönheit und Zerfall zusammen. Doch der BelperChor geht bereits auf dem Weg zur Lagunenstadt mit seiner neuen Doppelcd einen ungewöhnlichen Weg, den es so noch nie gegeben hat.

 Welchen verrät das Interview.

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Wili Alder, die Doppelcd des Belperchors  “eine Reise nach Venedig” ist eine wirkliche doppelte Ueberraschung.  Nachdem Adagietto von Gustav Mahlers 5. Sinfonie  als Einstieg singt nicht der Chor sondern es ertönt die Sprecherstimme von Patrick Kappeler. Warum der rote Faden mit einer Liebesgeschichte neben der Musik  durch diese CD?

Das Chorwesen in der Schweiz ist in einer schwierigen Phase. Die jüngeren singen lieber in eigenen Chören mit modernen Liedern. Der Belper Chor hat vor Jahren begonnen nach einem neuen Weg zu suchen. Einen Weg der so noch nicht begangen worden ist. Eine eigens für das Konzert geschriebene Geschichte mit passenden Liedern zu ergänzen, fanden wir nicht nur spannend, sondern etwas wirklich Neues. Die Geschichte dann von professionellen Sprecherinnen und Sprechern zum Leben zu erwecken war unserer Meinung nach zwingend. Die enorm vielen erstaunten und begeisterten Reaktionen des Publikums gaben uns schliesslich Recht. Dazu noch rund dreiviertel der Lieder exklusiv für den Chor mit Instrumenten arrangieren zu lassen, war dann noch die berühmte Sahnehaube auf dem Dessert.

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Eine weitere Ueberraschung  ist die Auswahl der fast zwanzig Lieder. Da tauchen neben den Klassikern auch Namen wie Paolo Conte, Adriano Celentano oder Udo Jürgens auf.  Warum Pop neben der Klassik?

Ein rein klassisches Konzert mit einer Geschichte ist unserer Meinung nach nicht passend und auch schwierig umzusetzen. Genauso ist ein reines Konzert mit Popliedern schnell langweilig. Wir finden das es genau diese Mischung ist die niemand erwartet, aber auch Leuten gefällt welche sonst nicht klassische Lieder hören, oder solche, welche normalerweise nicht im Pop zuhause sind. Genau das ist, was den Erfolg ausmacht.

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Im Belperchor singen 60 SängerInnen mit viel Imbrunst, doch auf der “Reise nach Venedig” gesellen sich noch drei SängerIn aus Zagreb. Wie kam diese Zusammenarbeit zu stande?

Es waren nicht nur diese zwei Solistinnen und der Solist, sondern noch acht weitere Sängerinnen und Sänger, sowie  sechs Musikerinnen und Musiker, welche den Chor und die anderen Musiker aus der Schweiz ergänzten. Unser Dirigent Mathias Behrends hatte vor einigen Jahren in Kroatien ein Projekt im Auftrag der Hochschule der Künste Bern und Biel. Dabei hat er viele Kontakte knüpfen können und wollte diesen jungen Talenten eine Möglichkeit in der Schweiz bieten, bei einem solchen einmaligen Projekt dabei zu sein. Genauso war es für die Chöre in der Schweiz eine unglaubliche Erfahrung und in dieser Woche sind alle zu einer grossen Familie zusammen gewachsen. Diese Zusammenarbeit wird auf jeden Fall weitergeführt werden. In diesem Jahr wird zum ersten Mal eine Weihnachts-CD aufgenommen, wiederum in Zusammenarbeit mit der Camerata Zagreb.

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Zusammen mit dem Gemischten Chor Kiesen führte der BelperChor “eine Reise nach Venedig” unter der Leitung von Mathias Behrends  (Bild) Ende September letzten Jahres auf und nun liegt die Cd vor. Bei Livekonzerten gibts auch Misstöne und Nebengeräusche. Wie verlief die Nachbearbeitung ab? Was musste erneuert werden?

Durch die tolle technische Unterstützung der Firma Kilchenmann aus Kehrsatz, welche seit Jahren unser Partner für Klang und Ton ist, verbunden mit dem akustisch auf höchstem Niveau stehenden Menuhin Forum in Bern, konnte eine bereits sehr gute Grundlage erreicht werden. Dennoch wurden noch einmal gut 60 Stunden investiert, um eine CD zu pressen, wo aus allen drei Konzerten von jedem Lied jeweils die beste Version ausgewählt und verfeinert wurde. Glücklicherweise gab es keinen wirklichen Absturz in einem Lied. Viel Arbeit wurde sicher in die Huster, Räusper oder das ungewollte Rascheln investiert, um dies dann so gut wie möglich zu reduzieren oder ganz zu entfernen. Aber am Schluss ist es ja eine Live-Aufnahme und das dürfen die Hörerinnen und Hörer auch spüren.IMG_0430

Auf der Cd steht am unteren Rand “Eine Konzertgeschichte voller Emotionen” und eigentlich ist diese Doppelcd fast ein Filmsoundtrack oder Hörspiel. Planen sie bei einem solch vielschichtigen Projekt eine kommende Tournee oder wie geht es mit dem BelperChor weiter?

Alle Teilnehmenden wie die Besucherinnen und Besucher waren vom Ergebnis begeistert und überwältigt. Es war nicht das erste Konzert in dieser Form für uns, aber sicher jenes, in welches der grösste finanzielle, arbeitstechnische sowie organisatorische Aufwand gesteckt wurde. Eigentlich ein Projekt, welches mit einem Laienchor nicht zu stemmen wäre. Es hat aber allen gezeigt, dass eine Idee, auch wenn sie noch so speziell oder nicht durchführbar scheint, mit dem nötigen Engagement realisiert werden kann. In diesem Herbst ist eine kleine Tournee in Kroatien geplant. So stehen Konzerte in Slavonsiki Brod, Varazdin, Zagreb und Dubrovnik auf dem Programm. Praktisch alle welche auch in Bern dabei gewesen sind, stehen auch im September in Kroatien wieder auf der Bühne. Natürlich wir die Geschichte dann auf kroatisch erzählt. Eine der vielen Aufgaben welche es nun anzupacken gilt, passende Sprecher und Sprecherinnen zu finden usw. Ebenfalls ist das nächste Konzertprojekt bereits in Arbeit und kommt im Herbst 2017 in Bern zur Aufführung. Selbstverständlich wird es auch von diesem wieder eine spannende und tolle CD geben.

Belperchor

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