Berner Designerinnen an der Blickfang Basel Teil 1

Vom 29. April bis 1. Mai präsentiert die Designermesse Blickfang in Basel 160 Querdernker, Pioniere und Charaktere des unabhängigen Designs. Bereits heute öffneten vier Bernerinnen ihre Ateliers. Den Anfang macht Schmuckdesignerin Sabine Thuler an der Herzogstrasse 20 im Breitenrainquartier.

Morgenstund hat Gold im Mund sagt ein Sprichwort. Welches Ritual pflegen sie am Morgen um kreativ zu werden?
 
Am Morgen trainiere ich, nachdem ich die jüngste Tochter von vier Kindern zum Bus gebracht habe, Pilates, dann gehe ich mit dem Hund raus. Sie sehen, das bürgerliche Leben bestimmt den Morgen, erst der Nachmittag gehört dem Design. Ich zeichne auch nichts, wenn mich die Muse abends küsst. Ich kann alles im Kopf speichern und lege dann im Geschäft zügig los.
Was erwarten sie von der Blickfang, einer Messe mit Publikumskontakt obwohl heute alles online einkauft?
 
Ich werde schon zum sechsten Mal dabei sein und habe mehr Erfahrungen als Hoffnungen. Neben dem direkten Verkauf , verteile ich Flyer und Leute aus anderen Gegenden besuchen mich nach der Messe im Geschäft in Bern. Online mag ich nicht, denn mein Schmuck ist keine Serienware sondern einmalig und ich bin damit auch im oberen Preissegment angesiedelt.
 
Eine Spezialität von ihnen ist das Arbeiten mit Recylinggold, was ist das?
 
Dieses Gold wurde in der Schweiz von Gegenständen mit Gold getrennt, gesäubert und zertifiziert. Es ist dem neuen Gold völlig gleichwertig. Ich nehme auch alte Stücke aus Gold von Kundinnen und schmelze es, mache wieder etwas Neues daraus. Da muss man vorsichtig arbeiten, kann sehr brüchig sein.
Sie waren lange in San Francisco USA, pflegen noch Kontakt dorthin. Wie zeigt sich der Unterschied in der Goldschmiederscene dort und hier?
In der Schweiz lernt man vier Jahre, in den USA ist man vom ersten Tag voll am arbeiten und wächst hinein. Ich habe keine Lehre gemacht. Uebung macht den Meister, denke ich und ich bin seit 12 Jahren mittlerweile erfolgreich. Ich mache auch keine Reperaturen. Ich habe eine klare Linie und folge meiner Inspiration. Ich probiere auch nichts an mir aus. Ich trage seit Jahren den gleichen Schmuck, aber mir ist das Beratungsgespräch mit den Kundinnen sehr wichtig. Dies ist die Ausgangslage für das spätere Arbeiten und Herstellen.
Sie lieben die Natur, arbeiten mit Teilen wie Gold, Metall davon. Trifft am Sie in der Freizeit oft auf Spaziergängen?
 
Ich schaue mir gerne Formen wie die der Blätter oder Aeste an. Auch eine besondere Linie an einem Haus kann mich interessieren. Ich bin eine sehr aufmerksame Spaziergängerin obwohl ich ein Stadtkind bin. Ich liebe auch das Meer. Ich bin nicht in der Goldschmiedeszene. Ich weiss, was ich will und gehe meinen Weg.
 
 
 

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