Die Verführung vom Gebäck und Landschaft in Trubschachen

Seit drei Generationen prägt die Firma Kambly das Emmental. Am 21./22. Mai feiert sie 110 Jahre Bretzeli. Doch bevor der Biscuit-Klassiker und all seine zahlreichen Facetten beim ersten Bretzeli Fest der Schweiz hochgehalten werden, geht es mit dem Velo durch die Hügellandschaft bevor das Naschen wartet.

Der Kambly Erlebnisradweg ist einer für das E-Bike oder nur für gute herkömmliche Velofahrer, das sei gleich vorweg über die 30 km gesagt, die am Bahnhof Langnau beginnen. Einer Gemeinde, die ein ausgesprochen harmonisches Dorfbild zwischen Industrie, alten Gebäuden und Neubauten aufweist und am Schluss der Tour noch besser begutachtet werden kann.

Bald zweigt der Wegweiser 777, der nicht speziell mit Kambly angeschrieben sondern mit Erlebnisweg ist, weg von der Hauptstrasse zu den Emmentaler Hügeln. Schon erhöhe ich die Akkuunterstützung, den es steigt und steigt und steigt die nächsten 40 Minuten sehr.
Wenige Höfe, manchmal kurze Waldstrecken und viel Grün säumen den Weg nach Lingummen und zwei Mal muss ich absteigen, da mir die Steigung auf den Hüpfenboden den Atem nimmt.
 Die Kälber schauen mir zu
und freuen sich über Besuch wie Bernhard Meier und seine Kinder auf seinem abgelegenen Hof.

Er wurde Dritter bei der Bergkäse Olympiade und wir schwatzen kurz. Er beruhigt mich mit dem Spruch: „Alles was sie schon hochgefahren sind, geht es bald bergab“ und ich werde in einer halben Stunde wieder an ihn denken, doch vorerst geht es noch bergauf, wenn auch weniger als bisher bis zum Hinteren Blapbach. Die Milchwirtschaft für frische Butter hat ein Restaurant und eine atemberaubende Aussicht auf Schneebergen und Grün.

Für den Kambly Veloweg gibt es eine App zu den 14 Aussichtspunkten. Doch mir genügen die Infotafeln wie zum Beispiel beim Chrümpelgraben, wo man den Glögglifrosch hören kann. Die App braucht mir zuviel Handyakku und die Videos zu den Aussichtspunkten sind bei Sonnenschein wegen der Displayspiegelung und dem Autogegenverkehr schwer zu betrachten.
Jetzt quietschen die Bremsen, den bis nach Trubschachern geht es kurvenreich aber steil bergab und ich habe gar keine Zeit den Illfis, den Wasserweg zu betrachten, doch beim Heimatmuseum mache ich halt und denke bei einem sehr alten Bauernhaus in Trubschachern, dass so wohl „Ueli der Knecht“ gewohnt haben muss.
Aber nach rund 90 Minuten zügiger Velofahrt leuchtet nach dem Bahnhof der Schriftzug Kambly auf
und der Laden hinter der Produktionsstätte steht für Naschen. Im Gegensatz zu Wander oder anderen Schweizer Gebäck- oder Nahrungsmittelhersteller haben es die Oscar Kamblys mit Werbung in verschiedenster Form geschafft, sich bei den Leuten aller Generation beliebt zu machen.
Sobald die Düfte im Verkaufsladen die Nase erreicht haben und die Hände in den Probierteller greifen, sind die Informationen, wonach 7800 Eier aus Affoltern, Mehl aus der Trubschacher Dorfmühle und Milch von den Kühen auf 1100 m. M. zur täglichen Herstellung gebraucht werden, vergessen, jetzt zählt nur noch der Gaumen und der nascht und nascht und nascht.
Zwischendurch kann man auch den Confiseurs zuschauen beim Backen oder einen Film über die Geschichte der Firma anschauen.
Im Cafe gibt es  noch einen herrlichen Schmetterlingsdrink Orangenschaft, Honig und Melisse und natürlich dazu ein Biscuit. Hier herrscht von A bis Z Verführung pur und mit vollem Magen, einem Schokoladenmund und guter Laune geht es wieder ins raue Leben auf der Hauptstrasse nach Langnau mit dem Rad zurück, wo noch das Regionalmuseum im oberen Teil des Dorfes einen guten Einblick in die Geschichte des Emmentals gibt. Mit einem .schweren Sack voll Leckereien geht es danach wieder mit der  BLS  heim und eine Junge bemerkt: „Bei ihnen schmerkt es so gut im  Gegensatz zum Rest des Abteils.“. Die Toilette war defekt. Wir lassen uns die Laune nicht verderben und geniessen die Kokosmakarönli mit Schokolade, die Ficelles Fromage Legumes, die Delice de Coco usw..
Kambly war und ist Trost gegen die Widrigkeiten des Lebens.

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