Sugar – Manche mögens heiss – Lacher garantiert am Thunersee

Angesichts der vielen negativen Nachrichten in diesem Sommer tut Lachen Not. Die 13. Produktion der Thuner Seespiele hat noch bis zum 27. August mit der Komödie von Billy Wilder alle Zutaten für einen unterhaltsamen Abend und Arbeit für die Lachmuskeln.

Wenn eine Filmkomödie aus dem Jahre 1959 bis heute unter Fachleuten als die beste ihres Fachs gilt, darf man sich als Regisseur davon nicht einschüchtern lassen. Nach der Mitarbeit von 2012 bei „Titanic“ hat Werner Bauer bei der Umsetzung der Verwechslungskomödie der Geschlechter vieles richtig gemacht und vor allem das Augenmerk auf den Text gelenkt und nicht ein Zweistundenmusical aus dem Stoff gemacht.
Im Gegensatz zur verregneten und abgebrochenen Premiere war es eine Woche später heiss an dieser ausverkauften Vorstellung und es wurde noch heisser für die zwei Taugenichts und Musiker Jerry und Joe. Sie werden Zeuge eines Mafiamassenmordes und müssen fortan um ihr Leben fürchten. Um nicht erkannt zu werden, werden sie zu falschen Frauen und das Theater, das schon bis dahin sehr Zug hatte, hat den billigsten aber effektivsten Trick und Lacher rausgeholt, Männer in Frauenkleidern.
Der Berliner Maximillian Mann als Josephine und der Grazer Franz Frickel als Daphne erreichen sofort die optische Täuschung des falschen Geschlechts und das schauspielerische Niveau von Jack Lemmon und Tony Curtis im Film. Sugar Kane war eine Paraderolle für Marilyn Monroe als naive, träumerische Blondine, für Marie-Anjes Lumpp auf der Bühne Thuns ist es sie nicht. Sie bleibt lange trotz solider schauspielerischer Leistung etwas blass und kommt erst im letzten Drittel voll zur Geltung. Vorher hat das Publikum einen Schweizer ins Herz geschlossen. Nach dem Ende seiner TV-Karriere hat Walter Andreas Müller als Sir Osgood Fielding eine Rolle als naiver Millionär in der er sowohl als Komödiant wie Sänger überzeugt.
Als Respekt vor dem Liedklassikern wie „i wanna loved be you“ liess man einige Lieder in Englisch, der Rest trägt neue deutsche Texte, was nicht so toll aufgenommen wurde. Auch hatte das Publikum in den obersten Reihen mit Scheinwerfern, die die Sicht versperren und der zu leisen Lautstärke bei den Gesprächen zu kämpfen.
Nach zwei Jahren mit Publikumsrückgang haben die Thuner Seespiele mit „Sugar – mache mögens heiss“ dank Klamauk, Swing aus den 20er Jahren, witzigen Dialogen von Anfang bis Ende einen Sommerhit für das gemeine Volk, das leichte Unterhaltung am Thunersee wünscht, geschaffen. Sollte für schwarze Zahlen reichen und nächstes Jahr gibts „Cats“ bevor dann im 2018 eine noch geheime Eigenproduktion kommt.

Daniel Zbinden aus Steffisburg – Michael Jackson Double bald auf Tournee

Im September beginnen für den 29-jährigen Daniel Zbinden die Proben für die Show “ Michael – The True Story“ in Deutschland, die am 5.11. Premiere in Mannheim hat. Zeit dem Steffisburger an seinen Lieblingsplätzen in der Heimat einige Fragen zu stellen, bevor er zum King of Pop wird.

Daniel Zbinden, du bist zwar als das Double des King of Pop in der kommenden Show unterwegs, doch hier in Steffisburg gerade frisch aus den Italienferien zurück gekehrt. Deine eigene Geschichte beginnt nicht in den USA sondern Brasilien?
 
Ja, ich wurde im State San Paulo geboren, wo man mich als Fünfjähriger zur Adoption frei gab und bald darauf von einer Thuner Familie aufgenommen wurde. Mein brasilianischer Vater hatte mich nicht weggeben, sondern meinem Götti anvertraut, als er im Irak arbeitete, doch dieser steckte mich in ein Waisenhaus und ging weg. Ich verlor den Kontakt zu beiden Elternteilen. Dank der Sendung „Happy Day“ von Röbi Koller fand ich meine Muter wieder, zu der ich aber heute keinen Kontakt mehr habe. Auf eigene Faust recherchierte ich nach meinem Vater Raimundo Atanasio, den ich wiederfand und heute trage ich seinen Familiennamen als meinen Künstlernamen.
Brasilianer haben das Tanzen im Blut, das kam dir 2009 zu Gute als du nach Hollywood gingst?
 
Ich habe immer schon getanzt und heute verbrauche ich im Monat ein Paar Schuhe. Ich ging mit 21 Jahren nach Hollywood, zuvor war ich schon Schweizer- und Europa- und Weltmeister im Hip-Hop und machte dann auf dem Walk of Fame beim Michael Jackson Stern als Strassentänzer seine berühmten Bewegungen nach und ich wurde entdeckt für die „Michael Jackson Tribute Live“ Show in Las Vegas, bei der ich dann täglich zwei Jahre mittanzte.
Ich habe zwar schon früh Michael Jackson gehört, aber erst so richtig ans Show machen gings nach seinem Tod. Jacksons Erbe wird wie das von Elvis lange überleben. Auch mein Sohn Liam hört seine Musik.
 
 
 
Deine Tanzschule heisst Bahia Dance ist Nahe des Bahnhofs Thun und Du betreibst sie mit deiner Frau Angela und Mitarbeitern, neben einer 80 % Stelle als Pfleger im Haus der Pflege Tiefenau. Was zeigst die kommenden Tributshow?
Einen zweistündigen Ausschnitt davon zeigte ich bereits im Mai im KKT vor ausverkauftem Haus. Die kommenden Show von Dieter Wiesner, dem ehemaligen Manager von Michael Jackson, geht auf dessen Buch zurück und beschreibt in einer 2,5 Std. Show theatralisch, gemischt mit Musik die wahre Jackson Geschichte von den Jackson Five bis zu seinem Tod. Es ist keine typische Tributshow, es wird auch aus dem Buch vorgelesen. Ich spiele den Michael in den 70 er, 80 er Jahre, also auf dem Höhepunkt seines Erfolges. Ich singe live und werde von einer 14-Mann Band unterstützt. Die Daten für die Tournee sind noch offen.
 
Michael Jackson schlief bei Kindern nicht mit mit ihnen, trotzdem hat ihm der Kindesmissbrauchsprozess das Genick gebrochen und er konnte nicht mehr in den letzten Jahren vor seinem Tod an die alten künstlerischen Erfolge anknüpfen. Wie gingst du mit dieser Zeit um?
Das Leben war für Michael besonders nach dem Prozess und dem Verlust des Neverland Grundstücks hart. Neider haben ihn gehasst. Ich habe auf meinem Arm folgendes eintätowieren lassen: Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung. Menschen werden immer versuchen, jemanden, der etwas kann, fertig zu machen. Sein Tod hat mich erschüttert und ich brauchte eine Zeit, um diesen zu verdauen.
Du wirst ab November auf Tournee gehen, hast eine Arbeit als Pfleger, Familie und das Alter rückt langsam näher. Wie bringst du alles unter einen Hut und was macht der Daniel, wenn er nicht mehr tanzen kann?
Ich habe eine Superchefin Doris Klossner (Bild) im Haus der Pflege Tiefenau, wo ich gerne die Nach- und andere Schichten arbeite als Pfleger. Sie unterstützt mich bei meiner Karriere mit Freigeben und guten Gesprächen wie auch meine Frau. Wie Du siehst, bin ich dank dem Tanzen fit wie ein Turnschuh. Ich ernähre mich gesund und weiss, dass ich mit 30 Jahren nochmals Gas geben werde für die Show, für meinen Helden Michael Jackson. Ich tanze bis zum Rollstuhl (lacht).
Zum Glück hat ja Steffisburg einige Ecken zum Erholen wie den 23 km langen Nebenfluss der Aare Zulg, wo ich gerne mit dem Sohn und der Frau baden gehe oder wie heute die Sonne geniesse, aber auch der „New Yorker“, wie wir einen Aussichtspunkt mit Blick auf all die Oberländerberge nennen, ist im Herbst ein Ort zum entspannen.

Susanna Grogg – Heimatlos in der Heimat – Historisches Frauenschicksal aus Albligen

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Die Gemeinde Albligen im Schwarzenburgerland nehmen die meisten im Sommer wahr, wenn sie von Ueberstorf an die Sense baden gehen. In Susanna Groggs  Roman „Heimatlos in der Heimat“ – eine Lebens – und Dorfgeschichte erfährt das Leben der Magdalena Hirschi zwischen 1784 – 1846 auf der Suche nach Geborgenheit und Wärme manchen Taucher in den politischen Wirren der damaligen Zeit, während der Kirchenbau von der Obrigkeit minutiös geplant wird.

 

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Susanna Grogg (Bild): Als ich ihren Roman zu lesen begann , dachte ich: Würde es das Sozialamt nicht geben, wären die Missstände heute noch ähnlich, den Magdalena Hirschis Geschichte ist auch eine Sozialstudie. Wie kamen Sie auf den Stoff?

Ich habe mich stets für Geschichte interessiert, schon ganz früh für die Geschichte des Schwarzenburgerlandes, meiner Heimat! Nach Abschluss der Lehramtsschule, (Sek.lehrer-Patent), studierte ich bei Prof. Hans von Greyerz weiter und konzentrierte mich stark auf die Thematik, ob und wie der definitive Anschluss der „Gemeinen Herrschaft Schwarzenburg“ an Bern die ökonomischen und sozialen Verhältnisse   verändert habe; Mutterschaft und familiäre Pflichten unterbrachen die akademischen Studien.  Das Heranwachsen der Kinder und das Leben im Pfarrhaus Albligen mit dem Gemeinde-und Pfarrarchiv im Haus ermöglichten mir aber die Wiederaufnahme lokalgeschichtlicher Arbeit. So entstanden für die Gemeinde kurze historische Arbeiten und einige historische Theaterstücke. Als politisch interessierte Frau, lange Zeit ohne Stimmrecht in der sog. „ältesten Demokratie“ , richtete sich mein Interesse natürlicherweise auch auf Frauen und deren spezifische Lebensumstände, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart!  Die Einträge zur Magdalena im Chorgerichtsmanual konnten mir nicht entgehen!

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Der fiktive Roman ist unterlegt mit der kursiven Recherche Ihrerseits rund um den Kirchenbau in Albligen und eben die Lebensgeschichte der zu Beginn des Buches 15-jährigen Magdalena. Wählten Sie eine Frau aus, weil die zuerst mehr leiden und dann später mehr Biss entwicklen im Leben?

Diese Frage ist bereits beantwortet. Die historisch belegten Unterlagen in den Chorgerichts Manualen und Rodeln beziehen sich nicht nur auf die erste Lebenshälfte, sondern  sie illustrieren punktuell die ganze Lebenszeit der Magdalena.

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Gerade hat uns das Theater “Die Helvetische Revolution “in Murten einiges über die Wirren nach dem Ancien Regime gelernt, doch ihr Buch sagt, in Albligen kam die Trennung von Kirche und Staat nie an, warum?

In Bezug auf das Verhältnis Kirche-Staat, das Ringen zwischen Bewahren und Verändern, zwischen Konservativen und Liberalen, ist k e i n  Albliger-Problem; es ist Teil der bernischen (und schweizerischen)  Politik. Ein erster entscheidender Schritt zur Trennung von Kirche und Staat erfolgte erst mit den neuen Verfassungen auf Bundes- und Kantonsebene, 1874.So entstand in Bern dank staatlicher und kirchlicher Kompromissbereitschaft das    Kirchengesetz von 1874, das Glaubens-und Gewissensfreiheit garantierte und die Grundlage für die Verhältnisse der Landeskirche bis in die neueste Zeit gebildet hat.

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Magdalena war 62 Jahre als sie als Mutter von sechs Kinder ohne Vater starb. Sie sind nun 83 Jahre hatte als Lehrerin auch ihre Kinder und sahen ihre Familienschicksale hinein und trotzdem denke ich, gibt es noch eines, dass Sie noch persönlicher zum Buch inspiriert hat, das ihrer Mutter oder?

Inspiriert zum Buch hat mich in erster Linie mein wohl angeborenes Interesse an geschichtlichen  Gegebenheiten und den damit verbundenen sozialen und gesellschaftlichen Fragen. Die uneheliche Geburt meiner Mutter, die ja sehr privilegiert aufwachsen konnte, war dabei von nicht sehr bedeutendem Gewicht- gewichtiger ist für mich die Frage: Wer und wo sind die Magdalenas und Hansen h e u t e? – Ich denke dabei an die Asylsuchenden und die Verhältnisse der  Menschen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge; denn ich habe das Privileg, einige Menschen und Länder persönlich zu kennen.

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Ein Buch in Ihrem Alter zu schreiben ist eine Herausforderung. Wie gingen Sie bei der Einteilung der Zeit, der Analyse, der Gefühlsebene und Energie über die Schreibdauer um und was haben Sie aus der Geschichte gelernt?

Das Buch ist wie ein Zusammensetzspiel oder Mosaik über viele Jahre hindurch entstanden. Das Suchen nach den einzelnen „Steinchen“ in den Archiven machte mir stets Spass und Freude, ich erlebte es als Quelle von Anregung und Energie.  Die Arbeit an der Magdalena Geschichte  wurde auch immer wieder unterbrochen durch meine vielfältigen andern Tätigkeiten und Interessen.  Dass Familien-und Freundeskreis stets Anteil an meiner Arbeit nahmen und dass der Blaukreuz-Verlag das Buch druckte, erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit.

 Susanna Grogg Heimatlos in der Heimat ist im Blaukreuz Verlag Bern erschienen



Magdalena Einsiedelei Düdingen – Ort der Stille an warmen Tagen

Im Leben seine eigene Geschichte zu spüren an einem Ort draussen, ist während der warmen Jahrzeit in der Schweiz schwierig, wenn alle auf den Beinen sind. In Räsch bei Düdingen hinter dem kühlen Sandstein sieht der Besucher nicht nur das bescheidene Leben ehemaliger Mönche in der Einsiedelei sondern hat auch einen Ort, um in sich zu kehren.

Bevors ans Entdecken der Höhle geht, die während 550 Jahren immer wieder Ort von Einsiedlern war, fährt, wer mit dem Auto kommt, bis in die Dorfmitte von Düdingen und folgt dann den Wegweisern, Die Wander haben 90 Minuten vom Bahnhof vor sich, bis sich beiden ein altes Vereinshaus zeigt, von dem dann leider ein Stück auf einer Wiese an der Autobahn entlang zum Eingangstor hoch über dem Schiffenensee geht.
Hier floss vor 33 Millionen Jahren das Meer durch und bald werden wir Zeuge, warum diese Tatsache mit den dunklen und hellen Flächen an der Mauer im aufgeschichteten Sandstein für die Mönche so wichtig war.
Die Magdalena Einsiedelei ist einmalig in der Schweiz und welche Arbeit dazu beigetragen hat, zeigt der erste Raum, der Altar. Tausende von Tonnen Sandstein haben die Mönche, Einsiedler, Landstreiche, welche die Höhlen über all die Jahre bewohnt haben, bereits hier abgetragen, um einen sakralen Ort zu schaffen. Hier lässt es sich dankt der Bänke stundenlang innehalten.
120 m verwinkelte Gänge und Räume auf wellenförmigem Boden gilt es nun zu Entdecken, die besonders der Einsiedler Johann Dupré und sein Gehilfe Johann Liecht in den  Jahren 1680 bis 1708 gestaltet haben, während die Einsiedlerwohnung bereits 1448 erwähnt wird.
Die Ausstrahlung von Bescheidenheit geht auf den Zuschauer über, das Echo der eigenen Schritte ertönt in den Gängen
Ein Blick von einem Balkon stört da eher, weil er wieder das Kapital mit der Autobahn und dem Lärm zeigt.
Also lieber wieder langsam gehen durch die Räume und sich von der Erhabenheit und Grösse dieser Geschichte auf die eigene werfen lassen. Das hat was von Ewigkeit.
Geöffnet ist die Magdalena Einsiedelei 
 
April – Oktober 9 – 18 Uhr
Mai – September 9 – 20 Uhr 
Der Tipp:

Gemeinsam unterwegs am Sonntag 4.9.16

Die Pfarei Düdingen veranstaltet an diesem Datum ein Wanderung vom Begegnungszentrum bis zur Einsiedelei ab 9.30 Uhr, danach gibt es eine besinnliche Feier und ein Picknick aus dem eigenen Rucksack, Getränke gibt es vor Ort zu kaufen. Der Anlass findet bei jeder Witterung statt. Es gibt auch eine Mitfahrgelegenheit. Nähere Infos bei derPfarrei Düdingen.

Wake and Jam Murten – Nickless rockte vor Mitternacht

Die wohl schönste Woche des Jahres haben nach soviel Regen die Organisatoren des diesjährigen Wake and Jam in Murten und trotzdem hielt sich die Besucherzahl am ersten Tag in Grenzen, dafür gab es junges Blut auf der Bühne, das begeisterte.

Noch bis Samstag findet das Wake and Jam, die Mischung aus Musik, viel Kommerz und Spasssportarten auf dem Wasser in der Pantschau Murten statt. Am Donnerstag ertönten die Klänge der Berner Band Troubas Kater um halb acht bis ins Stettli, doch vor Ort versammelten sich gerade eine Handvoll Fans vor der Bühne.

Da hiess es für die Berner, die immer etwas im Schatten von Patent Ochsner stehen kämpfen. Ihre Mischung aus Mundartgesang, Rap, Chanson und Folk hätte eigentlich alles, um bei einem Open air an so einem schönen Abend für Stimmung zu sorgen. Als dann noch die Handorgel und die Bläser zum Einsatz kamen, tanzten doch einige mehr vor der Bühne und für das persönliche Konzert im kleinen Rahmen gabs dann sogar eine Zugabe.

Dann war 90 Minuten Pause auf der Bühne, also Zeit sich bei den Spasssportarten am See auszutoben als eine Art Vogel in Badehose, der nach einem Höheflug einen Taucher im Murtensee macht.

 Andere wiederum flirteten oder machten Sport

 Der Rest wurde verführt von der vielen Werbung,

Die Nacht war schon angebrochen und die Langeweile auch, aber um 22.20 Uhr stand der Mann nach einem langen Intro endlich auf der Bühne, dessen Karriere eigentlich erst am 12.Februar begonnen hatte. 

Damals gewann der Zürcher Nickless als 21 jähriger einen Music Swiss Award, später gabs eine Goldene für die erste Single „Waiting“ und das Debut „Four Years“ kam auch noch raus. Nun gab der sehr schlanke jeune homme Gas und rockte mit seinem Poprock die dreifache Anzahl Zuschauer als die Vorband. Zwar sei er noch etwas müde von einem Wakeboardritt am Nachmittag, sagte er , doch davon merkte man nichts, Die glasklare Stimmung drang durch die Pantschau und begeisterte, weil der Multiinstrumentalist alle Register der Popverführung kennt. Die jungen Girls hatte er sofort auf seiner Seite und auch die älteren Jahrgänge schwelgten in der Erinnerung als das Leben noch leichter war. Auch das ist Wake and Jam.

Wake and Jam

Paul Klee. Ich bin Maler – Ausstellung im Zentrum Paul Klee

Der Direktor des Zentrum Paul Klees Michael Baumgartner reagiert auf die Vorwürfe der ausländischen Feriengäste, dass es über den Sommer bisher keine Extrausstellung gab und präsentiert vom 7. Juli bis zum 30. Oktober in „Paul Klee. Ich bin Maler“ die ganze Schaffensbreite des Künstlers, lüftet das Geheimnis um die Strukturbeschaffenheit der Gemälde und lädt den Besucher ein, einen Klee nachzumachen.

Landauf, landab wird und wurde gemalt, das war auch zu Paul Klees Zeit Anfang des letzten Jahrhunderts nicht anders und nur wenige haben das weiche Herz, das feine Auge, die leichte Hand und immer einen frisch gewachsenen Pinsel, wie ein deutscher Malerkollege die vier Dinge nennt, die es braucht um einen guten Maler zu sein. Paul Klee war Berner und Schweizer, also vom Wesen bescheiden und seinem kleinen Atelier notierte er erst 1914 in sein Tagebuch: „Die Farbe hat mich (…) Ich bin Maler,“

Bis dahin war er aus heutiger Sicht nicht besser als ein Migrosmalkursteilnehmer, er bildete die Aare, die Schwester, Blumen ab und war mit seinem Zeichnen nicht glücklich, den es fehlte die Interpretation, das Eigene, das Experiment.

Die Ausstellung „Paul Klee. Ich bin Maler“ geht ganz weit zurück und beginnt von vorne bei den genannten Anfängen in Oel und hat dann für jede Schaffensphase und persönliche und künstlerische Entwicklung eine Ecke bereit mit vielen Beispielen.

Bis 1912 wagte Paul Klee etwas und schuf für die damalige Zeit Neues, begann auf Glas zu malen, indem er das Glas schwarz anmalte und dann das Weiss mit dem Zeichnen des Sujets zum Vorschein ritzte.

Dann kam die Reise nach Tunis und Klee hatte dort eine Art Erleuchtung, den er begann farbenfrohe Aquarelle mit abstrakten Kompositionen zu malen. Der Start in eine grosse Karriere,

Wie hat er diese und andere spätere Werke gemacht?

Dazu gibt es in der Ausstellung Powerpointerklärungen, wo die Restauratorin aufzeigt, wie Klee beim Aquarell nass auf nass malte oder bei den textilen Bilder, die Struktur des Stoffes als Teil der Bildaussage miteinbezog oder Gips oder Kreide auf die Leinwand strich und darübermalte, Der Laien erkennt nun die innovative Verwendung von Malmitteln.

In der Ausstellung ist auch das Atelier seiner letzten Jahre eins zu eins nachgebildet, sogar mit Original Utensilien und die kleine Grösse gibt hier eine Antwort, warum den Klees Bilder meist Kleinformate sind. Aber es gibt noch eine andere Antwort. Der Künstler war selten zufrieden mit dem ganzen Bild, das er geschaffen hatte, also zerschnitt er es, stellte nur einen Teil davon aus oder kehrte es einfach um und malte hinten noch ein Neues,so dass man einem Klee vorne und hinten hat.

Die Ausstellung „Paul Klee. Ich bin Maler“ hat aber auch eine grosse Fläche zuhinderst in der Ausstellung für den kreativen Besucher bereit. Hier kann er selber einen Klee nachbilden und an den Wänden seine Variante der Kleesujet anbringen. Vielleicht geht dann dem einem oder anderen ein Licht auf wie Paul Klee 1914 und er sagt; ich bin Maler.

Paul Klee Museum

Bildnachweis

1 Klee in seinem Atelier Fotograf Flexi Klee Copyright Klee-Nachlassverwaltung Bern

2 Glas Fassade 1040, Wachsfarbe auf Jute auf Leinwand Zentrum Paul Klee Bern

3 Drei Blumen 1920, Oelfarbe auf Grundierung auf Karton Zentrum Paul Klee Schenkung Livia Klee

4 Tiergarten 1918, Aquarell auf Grundierung auf Papier und Karton, Zentrum Paul Klee Bern

5 Pomana über-reif 1938 Oelfarbe auf Jute, Zentrum Paul Klee Bern

Modern Times Hotel in St. Légier

Gleichzeitig mit der Eröffnung von Charlies World hat auch das 4 Stern Hotel Modern Times oberhalb Vevey in St. Légier diesen Frühling seine Tore geöffnet und bietet Räume für Seminare und 138 Zimmer in verschiedenen Preisklassen an. Ein Augenschein.

In den 50-er Jahren war Charlie Chaplin einer der berühmtesten Persönlichkeiten der Welt und sein Film Modern Times markiert nicht nur den Bruch mit den USA wegen Kommunismussymphatievorwürfen sondern auch der Beginn seines Wurzelschlagens oberhalb Veveys. Deshalb wählte das Architekturbüro Iten Brechbühl diesen Namen für das im Februar dieses Jahres eröffnete 4 Stern Hotel, das sehr schlicht, fast wie eine Fabrik, was ja wieder eine Anlehnung an den Film wäre. von der stark befahrenden Strasse unterhalb St-Légiers liegt. Mit der Bahn steigt man in Chateau d‘ Hautville aus und ist dann in drei Minuten im Hotel.
Bereits im Eingangsbereich ist von einem regionalen Künstler das berühmte Räderwerk des Films nachgebaut worden und auch in der Bar findet man dieses Symbol wieder.
Die 138 Zimmer sind in 4 Preiskategorien unterteilt und mit rund 200.- pro Nacht für ein einfaches Zimmer erhältlich, das neben einem hohen Bett von guter Qualität, einer separaten Ecke die Dusche und einer für das WC  in grau und braun gehalten ist und schlicht und zweckmässig wirkt, aber nicht wirklich Charm hat.
Das ganze Hotel ist sehr auf Seminare ausgerichtet, weil wohl die Lage etwas gar weit von Vevey oder dem Charlies World ist und es momentan noch keine direkte Busverbindnung zwischen den Orten gibt. Daran wird gearbeitet.
 Schön ist die Genferseeseite des Hotels mit Blick nicht auf den See aber auf die französischen Alpen, die andere Seite hat zwar auch Blick auf die Schweizer Alpen, aber davor eine Strasse mit viel Verkehr. Doch davon hört man in den schalldichten und klimatisierten Zimmer nichts.
Das Genferseegebiet hat ja mediteranes Flair wie die Provence und diesen Aspekt findet man im  Aussenbereich mit Restaurant und einer ungedeckten Lounge. Vom Essbereich sieht man wegen einer Steinmauer nicht weit. In der Lounge duftet der Lavendel sowie die Kräuter für die Küche.
Die Küche und der Grill, was da zubereit wird, ist in einer Vitrine mit Fleisch und Weinen zu sehen und sofort fällt auf, die Namen sind aus dem Lavauxgebiet schliesslich sind wir in St- Légier auch auf dem Land. Der ganzjährige Grill brät das lokale Fleisch und den Fisch, die Weine sind oft von Winzern nebenan. Die Preise sind allerdings etwas hoch.
Momentan hat das Modern Times Hotel eine Offerte laufen mit 2 Nächten, HP und einem Eintritt ins Chaplins World. Doch noch etwas Besonderes macht dieses neue Hotel mit dem Chaplin Filmnamen aus, das Wasser. Dank einer Trinkquelle unweit des Hotels kann jeder Besucher im Gang von der Quelle einen Krug für sein Zimmer abfüllen.

Charlies World in Corsier sur Vevey

 

Es seien seine 25 glücklichsten Jahre seines Lebens gewesen, hatte Charlie Chaplin kurz vor einem Tod am 25. Dezember 1977 gesagt, die er in Corsier verbracht habe. Nun bringt der Bus 212 ab dem Bahnhof Vevey die Besucher ins Museum „Charlies World“ oberhalb des Genfersees.

Architekt Philippe Meylan aus der Schweiz und der Museumdesigner Yves Durand aus Kanada haben 7 Jahre geplant, damit der Gastgeber Charlie und der Vegabund Tramp ihr Erbe zeitgemäss multimedial zeigen können. Zuerst wird der Besucher in einen Kinosaal mit roten samtenen Sesseln gebeten, wo ihm ein Kurzfilm mit der Biografie des Künstlers gezeigt wird, bis sich die Leinwand hebt und der Rundgang beginnt an der nachgebildeten East Lane in London, wo Charles Spencer am 16.April 1884 da Licht der Welt erblickte in einer kleinen Wohnung ohne Luxus.
 Wie später überall laufen hier auf eingebauten Leinwänden in der Kulissen Filmausschnitte und sind nicht immer dreisprachige Infotafeln an den Wänden angebracht. Der Gang geht weiter zu einem Zirkus mit den Vorbildern am Anfang seiner Kunst, die anderes als damalige Komiker war, weil sie Slapstick, Pantomime und Charakterstudie in einer Figur vereinte.
Doch der Tramp mit der Melone, Stock, kurzer Hose, maroden Schuhen und Schnurrbart war noch nicht geboren als Charles Chaplin, wie er sich damals nannte nach New York übersiedelte. Der Vagabond mit dem gelenkigen Körper, den schnellen Füssen und dem gänseartigen Schritt kam er später, aber nicht die Beliebtheit bei den Amerikaner, die war von Anfang an da.
Der Stummfilm sei eine grosse Schönheit der Stille hat Chaplin gesagt und er erkannte früh, dass die damalige neue Kommunikationsform von Kunst seine erfolgreich machte und so gründete er sein eigenes Studio, welches im Untergeschoss des Kinos nachgebaut ist.
Hier erfährt der Zuschauer, wie das Genie seine 17 Filme im eigenen Studio drehte anhand von Ausschnitten und Nachbildungen und wie er als Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Musikkomponist arbeite, um den Wunsch der Held seiner eigenen Filme zu sein, zu verwirklichen.
Nach dem Studio geht es im Untergeschoss eine Art Strasse entlang, wo rechts und links Szenen aus den Filmen nachgebaut sind mit Wachsfiguren
oder in Schaufenstern die Oscars oder der Orden der Königin von England zu sehen sind.

Das Wohnhaus

Charlie Chaplin hat das 20. Jahrhundert des Films geprägt wie Pablo Piccaso die Malerei und als er 1952 das Manoir le Ban in Corsier bezog, war seine Karriere als Stummfigur zu Ende, aber nicht die Familienplanung und das Schreiben. 8 Kinder haben das Licht der Welt oberhalb Vevey erblickt und waren seine Zuschauer seiner Spässe, doch nur zeitweise. Oft hies es für die Kinder sehr leise zu sein, den Schnee als Sinnbild der Reinheit vor dem Fenster nicht zu betreten und im obersten Stock des 15 Zimmer umfassenden Hauses zu spielen, den Charlie Chaplin schreib seine Erinnerungen auf.
Neben einigen Zimmer, die renoviert worden sind, lohnt sich auch der Gang durch den Park mit den jahrhundertalten Bäumen.
45 Millionen hat das Museum gekostet und wurde neben Privaten auch von Nestle unterstützt.Die 4 Hektar grosse Anlage, die als Charlies World versucht die Kunst, das Genie, den Vater, den Ehemann und Mann als eine der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhundert bei einem Rundgang von 2,5 Stunden wieder zum Leben zu erwecken, lässt den Zuschauer mit einem Lächeln zurück, dem Geschenk Charlie Chaplin an die Menschheit.