Paul Klee. Ich bin Maler – Ausstellung im Zentrum Paul Klee

Der Direktor des Zentrum Paul Klees Michael Baumgartner reagiert auf die Vorwürfe der ausländischen Feriengäste, dass es über den Sommer bisher keine Extrausstellung gab und präsentiert vom 7. Juli bis zum 30. Oktober in „Paul Klee. Ich bin Maler“ die ganze Schaffensbreite des Künstlers, lüftet das Geheimnis um die Strukturbeschaffenheit der Gemälde und lädt den Besucher ein, einen Klee nachzumachen.

Landauf, landab wird und wurde gemalt, das war auch zu Paul Klees Zeit Anfang des letzten Jahrhunderts nicht anders und nur wenige haben das weiche Herz, das feine Auge, die leichte Hand und immer einen frisch gewachsenen Pinsel, wie ein deutscher Malerkollege die vier Dinge nennt, die es braucht um einen guten Maler zu sein. Paul Klee war Berner und Schweizer, also vom Wesen bescheiden und seinem kleinen Atelier notierte er erst 1914 in sein Tagebuch: „Die Farbe hat mich (…) Ich bin Maler,“

Bis dahin war er aus heutiger Sicht nicht besser als ein Migrosmalkursteilnehmer, er bildete die Aare, die Schwester, Blumen ab und war mit seinem Zeichnen nicht glücklich, den es fehlte die Interpretation, das Eigene, das Experiment.

Die Ausstellung „Paul Klee. Ich bin Maler“ geht ganz weit zurück und beginnt von vorne bei den genannten Anfängen in Oel und hat dann für jede Schaffensphase und persönliche und künstlerische Entwicklung eine Ecke bereit mit vielen Beispielen.

Bis 1912 wagte Paul Klee etwas und schuf für die damalige Zeit Neues, begann auf Glas zu malen, indem er das Glas schwarz anmalte und dann das Weiss mit dem Zeichnen des Sujets zum Vorschein ritzte.

Dann kam die Reise nach Tunis und Klee hatte dort eine Art Erleuchtung, den er begann farbenfrohe Aquarelle mit abstrakten Kompositionen zu malen. Der Start in eine grosse Karriere,

Wie hat er diese und andere spätere Werke gemacht?

Dazu gibt es in der Ausstellung Powerpointerklärungen, wo die Restauratorin aufzeigt, wie Klee beim Aquarell nass auf nass malte oder bei den textilen Bilder, die Struktur des Stoffes als Teil der Bildaussage miteinbezog oder Gips oder Kreide auf die Leinwand strich und darübermalte, Der Laien erkennt nun die innovative Verwendung von Malmitteln.

In der Ausstellung ist auch das Atelier seiner letzten Jahre eins zu eins nachgebildet, sogar mit Original Utensilien und die kleine Grösse gibt hier eine Antwort, warum den Klees Bilder meist Kleinformate sind. Aber es gibt noch eine andere Antwort. Der Künstler war selten zufrieden mit dem ganzen Bild, das er geschaffen hatte, also zerschnitt er es, stellte nur einen Teil davon aus oder kehrte es einfach um und malte hinten noch ein Neues,so dass man einem Klee vorne und hinten hat.

Die Ausstellung „Paul Klee. Ich bin Maler“ hat aber auch eine grosse Fläche zuhinderst in der Ausstellung für den kreativen Besucher bereit. Hier kann er selber einen Klee nachbilden und an den Wänden seine Variante der Kleesujet anbringen. Vielleicht geht dann dem einem oder anderen ein Licht auf wie Paul Klee 1914 und er sagt; ich bin Maler.

Paul Klee Museum

Bildnachweis

1 Klee in seinem Atelier Fotograf Flexi Klee Copyright Klee-Nachlassverwaltung Bern

2 Glas Fassade 1040, Wachsfarbe auf Jute auf Leinwand Zentrum Paul Klee Bern

3 Drei Blumen 1920, Oelfarbe auf Grundierung auf Karton Zentrum Paul Klee Schenkung Livia Klee

4 Tiergarten 1918, Aquarell auf Grundierung auf Papier und Karton, Zentrum Paul Klee Bern

5 Pomana über-reif 1938 Oelfarbe auf Jute, Zentrum Paul Klee Bern

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