Wenn Berner Musiker malen – im Kornhausforum Bern

 

Vor zehn Jahren hatte Polo Hofer die Idee Berner Musiker, die malen auszustellen. Nun endlich konnte seine Idee realisiert werden und das Kornhausforum Bern zeigt im Stadtsaal ein Dutzend malende Musiker aus dem Kanton unter dem Titel „Saitensprüng – wenn Musiker malen bis zum 18.9.16.

Der 1950 geborene Bluemusiker Georg Steinmann ist ein sensibler Mann mit politischem Engagement. Gleich zu Beginn der Ausstellung überraschen seine Gemälde, die schwarz sind, aber eben nicht nur. So wie er während der letzten Klimakonferenz auf einen Gletscher stieg und seine Gitarre auspackte, um mit den schwermütigen Klängen des Blues auf das Abschmilzen des Eises aufmerksam zu machen, so sind auch seine Bilder im Kornhausforum vieldeutig. Sie enthalten Naturmalerialien und das Indigopigment, das einen Bezug zum Blues und zur Slaverei hat. Ausserdem sind immer wieder unter den Pigment Texte versteckt und geben den Bilder eine Vielschichtigkeit.
Floh von Grünigen nimmt es lockerer, Der Musiker aus Zweisimmen und heutiger Primarlehrer in Bern spielt bei der Band Schöpftland. Seit 2005 stellt er aus und seine naive Malerei zeigt Vögel, die zwitschern.
Auch Schmid Schmidhauser von den Chica Topedo mag den Witz und seine farbigen, grossflächigen Bilder hielt der Gitarrist und Sänger bisher im stillen Kämerlein unter Verschluss, bis jetzt.
Ob die Musiker malen, weil sie zu wenig Auftritte haben oder zu wenig Platten verkaufen, bleibt offen, doch einer, der von seinen Grafiken leben kann und wohl erst in zweiter Linie als Gitarrist und Sänger in Erscheinung tritt , ist der Italo Emmentaler Boris Pilleri. Mit Farbstift, Filzstift, Aquarellfarben sind seine Auftragsarbeiten pares Geld wert und bestehen auch ausserhalb der Illustration.
Die letzten zehn Jahre waren für Polo national schwierig. Er hatte gesundheitliche Probleme und beschloss seine Musikerkarriere an den Nagel zu hängen nach der letzten Tournee. Doch nur von der Oberhofener  Wohnung auf den Thunersee zu schauen, ist für den gelernten Handlithograph zu wenig. Seine 9 Bilder in der Ausstellung sind detailbessene Fantasien, Akte oder Porträts, die eine späte Karriere als Maler einläuten.
Die Ausstellung Saitensprünge – wenn Musiker malen vom 27.8.- 18.9.16 im Kornhausforum Bern hat noch einen Trumpf in der Hand. Sie wird grössenteils von den ausstellenden Musiker betreut und somit kann es durchaus sein, dass Polo Hofer bereit ist vor Ort über sein malerisches Talent zu sprechen.

Generationenweg über die Geschichte Bümpliz

Bümpliz – Bethlehm feiert am 19./20.8 sein 1000 Jahre Jubliäum mit über 50 Bands und einem Strassenprogramm. Mit dabei ist auch der Archälogische Dienst des Kantons Bern und die Universität. Sie haben den Generationenweg geschaffen, der mit verschiedenen Stationen die Geschichte von Berns Westen aufzeigt.

Im Volksmund wird über Bümpliz als Ort der vielen Ausländer und des einfachen Fussvolkes oft die Nase gerümpft. Ein Gang durch die Strassen zeigt, hier menschelt es mehr als in der Stadt Bern und der Projektleiter des Generationenweges Urs Rohrbach

weiss Bümpliz ist älter als Bern. In den schriftlichen Quellen taucht im Jahre 1016 der Ortsname Pinpenymgis auf, doch Bümpliz Wurzeln gehen noch weiter auf die Kelten, Römer und Burgunder zurück.

Bis zum 16. Dezember zeigt der Generationenweg, der kurz nach dem Bahnhof Süd anfängt zusammen mit Innenausstellungen an verschiedenen Orten, was die Aerchologen unter dem Boden fanden und mit was sie die Geschichte Bümpliz nachvollzogen, nachdem der Boden seine Geheimnisse preisgab. Auf 400m stehen Infotafeln, Vitrinen, Guckkästen und gut erhaltene Bauten.
300m vom Bahnhof Süd liegt der 100 Generationen Zeitstrahl. Hier hat Urs Rohrbach die Geschichte mit den wichtigsten Ereignissen auf die Strasse gemalt. Der Besucher kann mit dem Handy auf die Seite http://www.generationenweg .ch gehen und  zu den Stichworten wie der Schlacht bei Laupen oder anderen nachlesen, was damals geschah. Schritt für Schritt geht es dann an Stelen mit viel Informatioen weiter bis in der Vitrine des Kirchengemeindehauses Funde des römischen Badeshauses liegen, die auch Stadtpräsident Alexander Tschäppert interessieren, schliesslich erhielt er als Geschenk einen alten Schlüssel von den Organisatoren.
Der Generationenweg soll auch den Kinder näherbringen, was ihre Vorfahren gemacht haben und die Gefässe in den Guckkästen neben dem Spielpl wie das Skelet der ältesten Bümplizerin in der Bibliotheke sind ein Hingucker der besonderen Art, die neben dem Gang zum Spiel oder dem neusten Buch holen kennengelernt werden können.
Für die Erwachsenen veranstaltet Urs Rohrbach und seine Mitarbeiter Führungen in verschiedenen Sprachen durch den Herbst hindurch und am Stadtfest kann man den Aerchologen bei der Arbeit über die Schultern schauen bei der Reinigung von Wandmalereien und einem Besuch der Funde von der Ausgrabung bis ins Depot.

Der Generationenweg Bümpliz ist eine Zeitreise über 200 Jahre und das nachhaltigste Projekt des Stadtfestes, wenn Müslüm, Span, Endo Anaconda und andere Künstler gerockt haben über das Wochenende und das multikulturelle Bümpliz am Montag neuste Geschichte schreibt ohne die alte zu vergessen.

Bootcamper – Gruppensport im Freien macht Spass

Die Wetterfrösch haben es vorausgesagt, das Augustwetter wird durchzogen. Doch jetzt schon zurück in die Halle für das Training? Nein, bei Bootcamper.ch kann man in allen grösseren Orte der Schweiz ein Ganzkörpertraining in der Gruppe und im Freien buchen. Ein Augenschein.

Im Frühjahr hat die Migros Aare die Internetseite Bootcamper.ch übernommen, die als Vermittler gilt zwischen Fitnessstudios und dem Functional outdoor Training, was nichts anderes heisst, als Bewegung mit dem eigen Gewicht und bestehenden oder wenig Geräten im Freien.
Ich melde mich bis zwei Stunden vor Trainingsbeginn über die Internetseite beim Flower Power Studio im Shoppyland Schönbühl an.
An der Theke nimmt mich ein Mitarbeiter freundlich in Empfang und erklärt im saloppen Ton, was mich um 18 Uhr erwartet und wo die Kabine ist. Nebenbei fragt er noch, wieviel ich den für den ersten Kurs bezahlt habe? Nichts, das erste Training ist gratis und die folgenden kosten 25 Franken.

Der schlanke Trainer mit Solothurnerdialekt führt die Gruppe von sechs Männern und zwei Frauen im Alter ab 30 Jahren durch die Tiefgarage in den Hinterhof, wo es eine gössere Rampe hat, wo wir geschützt vom Regen draussen trainieren können. Er zeigt uns zehn Uebungen wie Ausfallschritt, Liegestützen, mit Gummiband um die Beine gehen oder Gewicht stemmen. Die Teilnehmer sind motiviert und aufgestellt und lachen auch nicht, wenn einer beim Nachmachen unter den Augen des Trainers Fehler macht oder unsicher wirkt wie ich.
Eine halbe Stunde ist vorüber, ich schwitze nur leicht und bin froh draussen zu sein und nicht alleine an den Geräten sondern in der Gruppe, wo auch gelacht wird.
Dann stellt der Trainer einen Parcours mit den bereits gezeigten Uebungen zusammen und legt noch zusätzlich Hilfsmittel auf den Boden, diesmal im Regen oder bindet einen Gummizug an einem Pfosten an,
Nun muss jeder zwei Minuten an einen Platz im Parcours die Uebungen machen. Der Pfiff zum Start ertönt. Es wird geschwitzt und die Wechsel zwischen den einzelnen Uebungen gehen rasch, doch nach der Pause geht es weiter mit zusätzlichen Rennen und Seilspringen zwischen Uebungen.
Wir überziehen die eigentlich festgelegte Stunde etwas, aber sind dann froh, wenn der Schlusspfiff ertönt, den die Uebungen waren doch anstrengender als gedacht.

Fazit:

Zwar steht auf der Bootcamper.ch  geschrieben, dass das Sportniveau keine Rolle spielt. Doch meine Erfahrung hat gezeigt, die Teilnehmer sind oft Sportler aus dem Fitnesscenter, das das Functional outdoor training anbietet und die sind fit. Also ist es gut, wenn man neben der richtigen Kleidung für draussen, es gewohnt ist, sich sportlich zu betätigen. Als Einstieg in den Sport kann dieses Aussentraining nicht gesehen werden. Spass macht das Gruppenerlebnis und bis zum Eintreten der kalten Temperaturen das Draussen sein. Toll ist auch, wer mobil ist oder in einer anderen Stadt sich aufhält, man über die Internetseite bootcamper.ch schnell einen Ort findet, der ein Training anbietet zu verschiedenen Zeiten.

Vitromuseum Romont zeigt Jochem Poensgen Hinterglasmalerei und Glasbilder

Unter dem Titel „Wahlverwandt“ zeigt das Virtomuseum Romont den Düsseldorfer Künstler Jochen Poensgen in einer Ausstellung, die den Dialog zwischen den 30 Glasbildern und den 70 Hinterglasmalereien darstellen soll noch bis zum 1. November.

Jochen Poensgen hat den Weg nach Romont im Kanton Freiburg von Düsseldorf nicht gescheut, obwohl er schon 85 Jahre alt ist. Doch als einer der seit 60 Jahren mit dem zerbrechlichen Material Glas arbeitet, weiss, so eine Gelegenheit kommt wohl nicht mehr. Das Vitromuseum hat im Obergeschoss viel Platz gemacht für die 30 Glasbilder und über 70 Hinterglasmalereien. Der Dialog zwischen den beiden Bildträgern ist den auch das Augenmerk, auf das sich diese Ausstellung richtet.
Jochen Poensgen hat früh damit angefangen nicht das was der Laie von der Kirche als Glasmalerei kennt zu malen, sondern suchte sich seinen eigen Weg und der ging weg vom Körperlichen, den Figuren der Bibel zu der architekturbezogenen Glasmalereikunst.
Fast wie die Bauten der Grossstädte von heute verdichtete er die Elemente und Farben, die Struktur und den Raum. Das Licht hat bei diesen Entwürfen den Nachteil, dass es zwar durchschimmert aber  nur reduziert als Schatten. Kirchen mit solchen Fenstern wirken eher schwermütig.
Das sehr geometrisch gehaltene Gesamtkonzept ist zwar farbig, aber abstrakt.  Jeder kann sich etwas anderes darunter vorstellen, quasi nach dem Motto, der Glaube ist frei.
Die Hinterglasbilder wechseln in der Dicke der Farbschichten und die Farben wollen oder sollen sich vermischen, doch der Geist des Universum ist in ihnen stets vorhanden und Jochen Poensgens Bilder lieben es zu zeigen, das Glas nach seiner Bearbeitung nicht farblos ist.
Die Ausstellung dauert noch bis zum 1.11.16.

Herzroute Laupen – Romont: Geschichte und viel Natur

Zwar verbindet die Herzroute Laupen nach Romont vier historische Städte, doch der grösste Teil führt durch die verkehrsarme Landschaft von vier Kantonen. Wer Wald, Wiesen, Naturschutzgebiete und Tiere mag, ist mit diesen 63 km gut bedient.

Nach der Ankunft am Bahnhof Laupen empfiehlt sich ein Gang durch das historische Städtchen. Bei der Kirche geht man rechts weiter und kann dann die Treppe zum Habsburgerschloss aus dem 14. Jahrhundert gehen oder als Stärkung für die lange Velofahrt das Cafe Kreuzplatz aufsuchen. Die gelungene Mischung aus vielen Pflanzen, Kunst und dem Stadttor hat viel Stimmung.
bevor beim Gasthof Bären neben der Post der Flyer bezogen werden kann
und die Route 99 beginnt
mit der Ueberquerung der Brücke, wo die Sense fliesst und schon bald zeigt der Wegweiser ins Naturschutzgebiet, wo die Saane plätschert und die üppigen Bäume und Sträucher der Auenlandschaft ein Dach blieben, unter dem wir durchfahren bis zum Naturschutzgebiet Auried, das von nationaler Bedeutung ist, weil es hier 8 Amphibienarten hat und ein Rastgebiet für eine Vielzahl von Vogelarten ist.
Dann geht es bei Kleinbösingen in Deutschfreiburg steil bergauf und wir fahren durch das hässlich überbaute Gurmels bevor ein Höhepunkt folgt.
Mit Blick auf den künstlich geschaffenen Schiffenensee mit seiner Staumauer folgen die Dörfer und drei Schlösser und wer Glück hat, trifft in Barbarche den Ex- Bundesrad Josef Deiss auf seinem Spaziergang, bevor wir den Blick von den Berner Alpen wechseln und fortan den Chasseral von Weitem erblicken, während Freiburger Dörfer, die bald französische Namen haben wie Cressier folgen. Hier geht es zum ersten Mal über Naturstrasse und es empfiehlt sich, diese ganze  Route nicht an Tagen nach heftigen Regenfällen zu machen, da die Schlaglöcher gross sind und noch nicht ausgebessert.
Münchenwiler ist eine bernische Exklave und das Schloss ist nicht nur die einzige Akkuwechselstation sondern auch ein romantischer Platz für die Cafe- oder Essenspause auch wenn die Preise hoch sind.
Zur Herzroute gehört nicht nur Natur sondern auch dies. Unweit des Schlosses donnert und lärmt es in der Wiederverwertungsanlage und es stinkt. Doch auch unser E-Bike wird wohl in seinen alten Tagen hier mal in seine Teile geteilt und weiter verwertet.
  Nach einer Rechskurve fällt der Blick auf eine der schönsten Gegenden der Schweiz Murten.
Zwar führt die Herzroute durch das historischen Städtchen, aber nicht am See entlang. Ein Absteigen und die Ringmauer oder die vielen kleinen Geschäfte in den Gassen besuchen, lohnt sich auf alle Fälle, den bald ist die Zivilisation weit weg und die Natur hat wieder Oberhand Richtung Avenches.
Aventicum wie Avenches während der Römerzeit hiess, hat einige gut erhaltene Bauten von damals und die Herzroute führt geradewegs an ihnen vorbei, während in der Arena für das Open air geprobt wird.
Wir sind im Kanton Waadt und die Boyeebene ist dünn besiedelt mit Landwirtschaft oder Dörfern
und die Weite dieser Westschweizregion bis nach Frankreich ist auch dank des sehr spärlichen Verkehrs ein Genuss.
Also wieso nicht ein Rast auf einem der zahlreichen Bänkli im Schatten machen, den bald wird es steiler, aber für Vogelliebhaber interessant, den in der Nähe von Montagny hat sich eine ganze Storchenkolonie ihre Sommerresidenz ausgesucht.
Mit dem Eintritt in den Kanton Freiburg fährt man wieder auf einigen Kilometern der insgesamt  9,5 km Naturwege und die führen durch den Wald mit Bach in den Greyerzbezirk. Hier sind nicht alle Wege gut beschriftet und eine zweite Karte zu den Wegweisern ist von Vorteil.
Die Zeichen des Spätsommers mit dem Getreide schneiden bei den Bauern sind die letzten, bevor die Vororte von Romont die Natur verabschieden.
Romont ist der Hauptort des Glanebezrikes im Kanton Freiburg und liegt auf einem Hügel. Knallhart führt die Herzroute diesen hoch und die Unterstützung High und sehr viel Schnauf sind gefragt, bevor das Kopfsteinpflaster des historischen Städtchen unter dem Pneu rattert und der Abgabeort ein Brockenhaus Coup d Pouce mitten im Ort nach  4 Stunden und 63 km gerne gesehen wird, auch wenn diese Route wenig grosse Anstrengungen hat und für jedes Alter geeignet ist.