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Das Obergoms ist einer dieser Walliserregion, die neben der grandiosen Natur auch eine Geschichte hat, die es zu entdecken gilt und dabei hilft der Basler Schriftsteller Werner Ryser mit seiner Leserreise rund um sein Buch “ Walliser Totentanz „.

-Das Obergoms ist bei Langläufern beliebt, hat aber Schwierigkeiten Besucher im restlichen Jahr anzuziehen. Vom 23.-25.9. veranstaltet das Hotel Langhaus Münster ein Wochenende mit Ihnen. Was kann er da erwarten?

Werner Ryser: Die Leserreise wird nicht vom Hotel Landhaus veranstaltet sondern von „Obergoms“ Tourismus. Vorgesehen ist, dass man mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die verschiedenen Schauplätze der Erzählung besucht und dort aus dem Roman vorliest. Die Lesungen werden von Frau Maria Bittel, einer Gommerin vorgetragen. Ich selber habe lediglich zwei Auftritte: Einmal in der Kirche von Münster, wo ich über die Geschichte des Hochaltars von Jörg Keller spreche und einmal auf dem Galgenhubel von Ernen, wo ich über die Entstehungsgeschichte des Romans berichte.
Notabene: Da die Leserreise vom 23.-25.9. innert kurzer Zeit ausgebucht war, hat sich Obergoms Tourismus entschlossen Mitte Oktober eine zweite zu veranstalten, die inzwischen auch ausgebucht ist.
-Bei einem Dorfrundgang wurde mir gesagt, in der Vergangenheit hatte jedes Obergomserdorf trotz weniger Einwohner einen Pfarrer. Ist deshalb die Jagd auf Hexen und der Kräuferfrau Magdalena Capelani in Ihrem Besuch “Walliser Totentanz” so wichtig?

Werner Ryser: In der Zeit meines Romans, der an der Wende des 15. zum 16. Jahrhundert spielt, hatte das Goms nur einen Pfarrer mit Sitz in Münster. Er wurde unterstützt von rund einem Dutzend Kaplänen und Altaristen. Zur Messe mussten die Talbewohner nach Münster kommen. Es trifft zwar zu, dass die Kirche im Rahmen der Hexenverfolgungen eine unrühmliche Rolle gespielt hat, aber die weltlichen Behörden standen diesbezüglich der Geistlichkeit keineswegs nach.
 
 
 
– Seit hundert Jahren hat das Goms etwa die gleiche Einwohnerzahl und zwischendurch seit neustem Besucher in den ausgebauten Spycher. Was hat Sie an dieser Walliser Region neben der Geschichte interessiert und wie haben Sie entdeckt?

Werner Ryser: Seit meiner Kindheit in den 1950er-Jahren verbringe ich meine Ferien im Wallis. Zunächst im Saastal, seit 1994 im Goms, wo wir einen, zu einer Wohnung ausgebauten Stall besitzen. Ic h habe noch das alte Wallis mit seiner archaischen Urtümlichkeit erlebt, mit seinem Glauben und Aberglauben. Ich war davon stets fasziniert und hoffe, dass das auch in meiner Erzählung zum Ausdruck kommt.
 
 
– Ihr Buch “Walliser Totentanz” ist ein Sittengemälde der Renaissance mit Intrigen, Macht. Liebe. Doch ein Walliser bleibt ein Walliser. Wie haben Sie diesen Typ Mensch erlebt, der am Anfang immer etwas mürrisch wirkt?

Werner Ryser: Ich erlebe die Menschen im Goms als angenehm zurückhaltend und fühle mich wohl unter Ihnen
 
 
-Sie arbeiten bei der Basler Pro Senectute und sind Herausgeber der Zeitschrift Akzente. Was für Projekt haben Sie nach der Lesereise vom 23.-25.9 ins Goms?

Werner Ryser: Ende September 2016 erscheint ein neues Buch von mir: „Das Ketzerweib“. Es geht darin um die Verfolgung der Täufer im Emmental des 17. Jahrhunderts und handelt von der Geschichte der Anna Jacob, deren Mann seines Glaubens wegen zu einer Galeerenstrafe verurteilt wurde, während sie von den Gnädigen Herren aus dem Gebiet des Kantons Bern verbannt wurde und mit ihren Kindern Asyl im Fürstbistum Basel (in etwa dem heutigen Kanton Jura) Asyl suchen musste.
 
 
Das Buch Werner Ryser Walliser Totentanz erschien bei Nagel und Kimche

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