Fitnessmesse Basel – die Lust am Körper

Das Aeussere spielt bei den heutigen Teenagern eine grosse Rolle. Deshalb gibt es zum zweiten Mal die Fitnessexpo in Basel als Visitenkarte für die Sportindustrie und den gesellschaftlichen Trend zur Selbstdarstellung und dem Image von sich über den Körper.

Auf der Reise nach Basel sitzt mir, schon winterlich gekleidet, ein junger Blonder gegenüber, dessen Muskeln ein T-shirt wenig bedecken mit der Aufschrift „Working-out is my drug“. Er schaut dauernd auf sein Smartphone und checkt die social media Kanäle Instragram. Youtube, Snapchat, wo schon einige Fotos mit Standort Basel St. Jakob Halle zu finden sind, den bald öffnen sich hier die Tore zur zweiten Fitnessexpo mit über siebzig Ausstellern auf  25 Quadratmetern.
 Vier Tage nach dem die Ich-AG Donald Trump die US-Wahlen gewonnen hat, zieht ein anderes Phänomen unserer Zeit der Körperkult die Messen an. Die Schlange vor den Toren zur Messe sind am Samstagmorgen lang und trotz des Nebels wird der durchtrainierte Körper im offenen Mantel gezeigt.
Körperthemen ziehen bei den digitalen Medien immer und der Körperkult ist bei den Jungen kein Trend es ist eine Bewegung mit einer obsessiven Beschäftigung. Ein Kommentar wie „geiler Body“ kommt heute nicht von der Nachbarin im Dorf sondern aus der globalen Welt, den wer an sich arbeitet, Geld, Zeit und Mühen in den Körper steckt, zeigt das Resultat im Netz.
Das Positive am Körperkult der Jungen ist die Abnahme von Rauchern und Alkoholikern und Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Fitnessmesse Basel zeigt wie viele Firmen mittlerweile am Sport verdienen. Da zeigt einer die klassische Hantel
und gleich nebenan kommt der diesjährige Schwerpunkt Nahrung, den neben der Kontrolle über die Muskeln beschäftigen sich Junge auch mit dem gesunden Essen, das an der Messe oft verpackt oder als Smoothie daherkommt.
Gut Aussehen ist oft wichtiger als der Inhalt. Es geht also diesem Körperwahn um die Ausstrahlung, die Erotik, den Sexappeal und weniger um das Interesse für Gesundheit.
Doch die Messe zeigt auch auf, dass der gute alte Mannschaftssport nicht ausgestorben ist, wo neben der Körperbeherrschung, der soziale Faktor und die mentale Ebene eine Rolle spielen wie beim Judo oder Crossfit.
Zum Schluss besuche ich noch einen Bodybuildnerwettbewerb, die wohl extremste Form von der Lust am Körperbau. Die Kameras klicken und sofort erscheinen während der Sieger noch nicht mal feststeht die ersten Fotos auf den social media Kanälen und eben so schnell  hangelt es von den Follower Hass (Haters, Dislikes) und Bewunderungen (Likes). Das Mobbing der Neuzeit.
Der Druck auf den jungen Menschen scheint nachdem Arbeitsplatz auch in der Freizeit sich fortzusetzen.
Bleibt zu hoffen, dass die viele Helden des Körperkultes wie Detlef Scoot, Karl Ess, Mischa Janic und Daniela Baumann, die an der Fitnessmesse anwesend sind, nicht vergessen, dass das Selbstwertgefühl nicht alleine eine äussere Form ist.
Manchmal genügt dem Schweizer Mann auch eine Säge, damit er bei den Frauen trumpften kann.
Infos zur Fitness Messe Basel bis zum 13.11.16

 

 

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