SRF – Licht aus Spot an – Besuch beim Fernsehen

Die Zeiten als das Schweizer Fernsehen Strassenfeger wie „Teleboy oder Benissimo“ produzierte sind seit dem Internet vorbei und der Druck auf das staatlich finanzierte Fernsehen war auch beim Besuch im Leutschenbach stets spürbar, doch der Blick hinter die Kulissen der Fernsehemacher ist spannend.

Holdener Edi ist Sendeleiter auch bei „Happy Day“. Vor kurzem geriet er unter Beschuss wegen einem Streich mit Röbi Koller mit einem falschen Schwarzen für die „Verstehen Sie Spass?“ Sendung des deutschen Fernsehens. Er hatte als einer der ganz wenigen vom Streich gewusst.

Nun steht er an diesem Donnerstagabend um 17 Uhr noch voller Energie im Besucherraum an der Fernsehestrasse 1. An der Aussenmauer leuchten die aktuellen Aufzeichnungen und Sendungen während unsere Gruppe von 20 Leuten den rund 90 minütigen Gang durch die unzähligen Gänge treppenrauf und treppenrunter zu den Studios geht. Diese Besichtung des Fernsehens ist nichts für gehbehinderte oder schlecht zu Fuss Leute, das wird mir auf dem Weg zu „Einer gewinnt“ bewusst.

Vorbei an der Kantine öffnet der Guide, der dauernd im Luzener Dialekt spricht, die Türe, wo eben noch um Geld gespielt wurde. Quizsendungen werden immer in Staffeln von 12 Sendungen während einem Wochenende produziert. Das spart Geld, Leute und wohl etwas Strom. Brauchen doch die Spots einer Sendung locker den Stromverbrauch eines Stadtquartiers in einer Stunde. Jetzt surrt der Vendilator und kühlt. Der läuft auch in den Räumen von Schwaninski, der Club und Arena, auch wenn niemand darin arbeitet und interessant, die Räume dieser Sendungen sind oft nur mit einem Vorhang getrennt von einander.

Der Spardruck sieht der Besucher im Börsen- und „Schweiz aktuell“ Studio, wo eine Kamera ohne Mann dahinter den Moderator einfängt. Sie wird computergesteuert. So ist die Moderatorin zusammen mit einem, der den laufenden Text unter der Kamera überwacht alleine und die Regie ist wie auch bei anderen Sendungen wie  „Glanz und Gloria“ fast einen Kilometer entfernt in einer anderen Ecke.

In den Gängen duzt der Edi dauernd die Arbeiter, die oft alleine den Sendeablauf in dunklen Räumen ohne Tageslicht überwachen oder mit Trailers die Zeit bis zur nächsten Sendung überbrücken, wenn keine Werbung läuft. 600 Franken kostet eine Sekunde Werbung und ohne würde es das Schweizer Fernsehen nicht geben. Dreiviertel Billaggebühren gehen neben den Personalkosten vorallem in die Digitalisierung

und in die enormen Stromkosten. Die Realität von draussen oder eine eigene Sendung ans Licht ins Wohnzimmer bringen, ist ein Stromfesser und ich frage mich dauernd, woher diese Strommenge kommen soll, wenn wir die AKW abschalten.

Zweimal im Jahr kommt die Stylistin vorbei und die Moderatoren, die wir auf dem Besuchergang nicht hautnah sehen, werden eingekleidet, danach sind sie für ihre Outfits selber verantwortlich.

Interessant war auch das Studio 1. Das grösste Studio des Fernsehens, wo gerade die Fragerunde an den Fernsehdirektor Ueli Haldimann vorbeireitet wird, wird nicht so oft gebraucht, den der Aufbau einer Sendung wie “ Happy Day“ dauert drei Wochen. Wir konnten in der Schreinerei dahinter die kommenden Bauten bestaunen.

Nach rund zwei Stunden, Holdener Edi hatte Freude an uns und machte etwas länger als üblich, gibt er uns zum Abschied ein Geschenk und beim Gang aus dem Fernsehestudio Richtung Tram geht auf dem Dach das Licht an, „SRF METEO“ ist auf Sendung.

SRF

 Mail besuch@srf.ch

Buchen Sie eine die kostenlose Führung frühzeitig, es gibt viele Interessenten.

Fotografieren darf man mit dem Handy ohne Blitz.

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