Chur – 5. Internationale Literaturveranstaltung „4+1 übersetzen“

Am 10./11.März treffen sich in Chur Uebersetzer, Verleger, Autoren aus der Schweiz und dem Ausland, wo sie ihre Arbeiten vorstellen und in Gesprächen, Podien und Lesungen die verschiedenen Facetten der literarischen Uebersetzung erörtern. Einer der Anwesenden wird Andrei Anastasescu sein. Im Interview gibt der Uebersetzer Einblicke in seinen Alltag.

 

 

Uebersetzer kennt der Leser meistens nicht beim Namen. Wer sind Sie und wie werden Sie in Chur in Erscheinung treten?

Ich bin freier literarischer Übersetzer und wohne in Bukarest. Ich habe bisher dreizehn Bücher aus dem Deutschen und Niederländischen ins Rumänische übersetzt, u.a. von Niklas Luhmann, Peter Sloterdijk, Jenny Erpenbeck, Walter Benjamin und Christian Kracht. In Chur werde ich im Rahmen der internationalen Literaturveranstaltung 4+1 translatar zusammen mit drei anderen rumänischen ÜbersetzerInnen deutschsprachiger Literatur an einem Rundtischgespräch zum Thema „Deutsch-rumänische Übersetzungsarbeit“ teilnehmen. Die Diskussion wird von der Schweizer Schriftstellerin rumänischer Herkunft Dana Grigorcea moderiert. 

 

 

Ihr Name tönt aus dem Ostblock. Wurden Sie Uebersetzer, weil Sie da in westliche Phantasiewelten eintauchen konnten oder warum?


Zunächst einmal muss ich hier klarstellen, dass ich den Begriff „Ostblock“ als problematisch, ja als anmaßend empfinde, handelt es sich doch dabei um ein vereinfachendes Etikett, das sowohl politisch als auch kulturell längst überholt ist. Mich befremdet jeder Versuch, die Welt (einschließlich den Phantasiewelten, was immer das heißen mag) derart binär zu teilen.

Der Wunsch, Übersetzer zu werden, rührt bei mir vom Bedürfnis nach einem tieferem Verständnis bestimmter, mir wichtiger Texte her. Nach dem Studium arbeitete ich vier Jahre lang als Verlagslektor, was meine Entscheidung, professioneller Übersetzer zu werden, festigte. Das Übersetzen verbinde ich mit einem umsichtigen Umgang mit literarischen Texten, der darauf zielt, diese Texte gewissermaßen zu retten, sie in meiner Sprache, dem Rumänischen, weiterleben zu lassen. Ich sehe es als eine äußerst verantwortungsvolle Aufgabe an.

Zudem bin ich mir im Laufe der Zeit immer mehr auch der politischen Dimension des Übersetzens bewusst geworden: als Übersetzer wirkt man jeder willkürlichen Grenzziehung sowie jeder identitären (sei es nationalen oder sprachlichen) Reterritorialisierung entgegen.  



Genauigkeit ist eine Sache beim Uebersetzen, doch das Gefühl für die Stimmung, den Kontex ist ebensowichtig. Wie weit darf ein Uebersetzer gehen, verändern, um eine Geschichte gut rüberzubringen?

Ich bleibe immer möglichst nahe am Originaltext und versuche, möglichst wenig daran zu verändern. Das Übersetzen geht aber von Natur aus mit Verlusten und Gewinnen einher. Beim Übersetzen tritt man mit dem fremden Text in Unterhandlungen, man verhandelt um jedes einzelne Wort, man erwägt jede erdenkliche Möglichkeit weiterzukommen. Handelt es sich um anspruchsvolle Literatur, muss die Fremdheit des Textes mitübersetzt werden, aber immer so, dass der neuentstehendene Text ganz diskret in die Zielsprache eingebettet wird, als ob er schon immer da gewesen wäre. 




Wenn Sie ein Buch mit einen für Sie neuen Thema übersetzen, gehen Sie auch auf Recherche draussen vor Ort oder geschieht alles im stillen Kämmerlein?

Es kommt darauf an, was für ein Buch ich übersetze. Meistens reicht mir das Internet. Manchmal gehe ich in die Bibliothek, vor allem wenn ich an theoretischen Texten arbeite. Bei sprachlichen Schwierigkeiten bitte ich deutschsprachige FreundInnen um Hilfe.

 


Martin Suter ist der erfolgreichste Schweizer Autor, weil er kein Stilist ist sondern schreibt wie die Leute heute reden. Macht Ihnen der Zerfall der deutschen Sprache Sorgen?

 

Überhaupt nicht. Ich glaube nicht an den Zerfall der Sprachen, sondern an ihre ständige, natürliche Entwicklung und Bereicherung – auch durch fremde Einflüsse, etwa durch den Einfluss von Einwanderern, die sie gebrochen sprechen. Dass ein tradierter, musealer, akademischer Schreibstil – einer, der nur künstlich am Leben erhalten wird – ausstirbt, sehe ich eher als Fortschritt, als emanzipatorischen Prozess an. Zu schreiben, wie die Leute heute reden, schließt übrigens ein gesteigertes Gefühl für den Stil durchaus mit ein.

 


Uebersetzen ist eine anstrengende Augenarbeit. Lesen Sie noch nebenbei oder schauen Sie in Ihrer Freizeit mehr Filme?

 

Ich lese Bücher, surfe im Internet, gehe ins Kino und tue auch andere, ganz alltägliche Dinge nebenbei.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Programm hier 

 

 

 

Selfnation – massgeschneiderte Hosen übers Internet

Der Frühling kommt und es braucht neue Hosen. Mann hat besseres zu tun, als stundenlang zu shoppen. Andreas Guggenbühl und Michael Berli haben mit dem online Portal „Selfnation“ ein Programm entwickelt, wo nach der Eingabe von Modell, Farbe, Körpergrösse das auf den Kunden zugeschnittene Hosenmodell nach Hause geliefert wird.

 
Matteo Delbrück, Pressesprecher von Selfnation. Langsam kommt der Frühling, doch alle Sendung von Internetmodeversandhäusern musste ich zurücksenden, da sie nicht gepasst haben. Was macht Selfnation besser als der Rest?
Im Vergleich zu anderen Internetmodeversandhäuser bieten wir Hosen an, welche individuell für den Kunden mass- und handgefertigt werden. Nach der Eingabe von 6-8 Körpermassen, kann sich ein Kunde mit seiner ausgewählten Hose im individuellen 3D-Spiegel sehen. Somit kann der Kunde schon vor dem Kauf entscheiden ob ihm die Hose so gefällt.
Ueber den Winter gerät Mann oft aus der Form, da ist das Messen auch an deren Stellen als nur der Bauch gefragt, wie gebe ich die Infos über meinen Körper zur Bestellung weiter?
Damit wir eine perfekt sitzende Hose schneidern können, benötigen wir 6-8 Masse. Mittels gewöhnlichem Massband und der Video Anleitung auf unserer Webseite kann sich jeder Kunde selbst in nur wenigen Minute abmessen.
Zwar kann ich Stoff auf der Internetseite raussuchen, doch wie weiss ich, dass diese ökologisch produziert wurden und mit Chlor gewachsen sind?
Bei unseren Produkten legen wir hohen Wert auf Qualität, Nachhaltigkeit und Transparenz. Unser Alleinstellungsmerkmal ist die lokale Fertigung der Materialien durch zertifizierte Hersteller. Bei der Auswahl unserer Partner haben wir auf jedes Detail geachtet und setzen deshalb ausschliesslich auf zertifizierte, schadstofffreie Materialien. Als erster Denimhersteller der Welt ist die SELFNATION Partnerfirma Italdenim, welche unseren hochwertigen Denim fertigt, Teil des Greenpeace Detox Commitment geworden.
Angenommen etwas passt nicht, was dann?
 
Wir haben nur sehr wenige Fälle bei denen die Hosen nicht passen, da diese genau nach den Massen des Kunden gefertigt werden. Sollte trotzdem der Fall eintreten, dass die Hosen nicht passen, bieten wir 100% Zufriedenheitsgarantie. Bei kleineren Anpassungen kann der Kunde bei einer Schneiderei seines Vertrauens auf unsere Kosten Änderungen vornehmen. Bei grösseren Anpassungen bieten wir eine kostenlose Neuproduktion der Hose an. Als dritte Option bieten wir auch die Erstattung des vollen Kaufpreises.
 
-Wie teuer kommt mir so eine Hose und wie lange dauert die Lieferung?
 
Eine Hose kostet um die CHF 200 Franken und wir in ca. 12-14 Tagen geliefert.

Weitere Information zu Selfnation hier 

Rivella Mango – Tropisches von dem Schweizer Durstlöscher

Zwar tranken an der Ski WM St. Moritz viele das trationelle kohlensäurehaltige, Erfrischungsgetränk mit 35% Milchserum, doch Rivella hat für den Frühling einen neuen Geschmack Mango bereit.

Nicht nur in der Bevölkerung sondern auch im Früchtesortiment der Lebensmittelgeschäfte wird es immer globaler und so erstaunt es nicht, dass bei einer Umfrage auf der Facebookseite von Rivella, welches Aroma von den neuen exotischen Storten am besten ankomme, die Mango das Rennen machte.
Nach dem Rivella 2014 die Pfirsich und Rhabarber als Beigeschmack ins Sortiment nahm, kommt nun eine weitere Frucht hinzu, den Erland Brügger, Geschäftsleiter der Rivella AG hat gemerkt, dass die Konsumenten heute einem Produkt auf dem Erfrischungsgetränkemarkt immer eine kürzere Lebenszeit geben und gerne was Neues haben. Deshalb wird die Mango die Pfirsich ablösen.

Wie schmeckt Rivella Mango?

Süss.Zwar enthält die 33cl bis 150cl Flasche keine Farb und Konservierungsstoffe, doch die Mango drängt den typischen Milchserumgeschmack stark zurück und ist sehr dominant. Rivella Mango verkauft auch ein Gefühl, weil der Geschmack der Mango auf der Zunge kleben bleibt, denkt man unweigerlich an den Sommer.
Ob Spitzen-oder Breitensportler in der kommenden Saison wird Rivella Mango den Durst löschen.

KUNZ – „No Hunger“- Sänger auf einer Tour durch Luzern zeigt und erzählt Privates

Es ist Montagmorgen 10 Uhr, Mundart Folk Sänger Kunz trinkt seinen Espresso im Fin de Siècle Seebistro Luzern und schaut auf den Vierwaldstättersee. Gleich beginnt die Tour durch sein Luzerner Wohnquartier, auf der er viel Privates verrät.

 Bist du ein Naturbursche und wie verbringst du deine Freizeit?

 

Ich bin sehr ländlich in Mauensee Nähe Sursee aufgewachsen und das hat mich geprägt. Ich liebe es  bei jedem Wetter in den Wald zu gehen. Beim Wandern habe ich immer ein Noitzbuch mit und manchmal küsst mich die Muse beim Mittagsschlaf im Gras Ich liebe an Luzern den täglichen Blick auf die Berge. Den Frühling und Herbst ziehe ich den sehr warmen Temperaturen vor. Ich bin immer mit dem Velo unterwegs, gehe joggen und schwimmen. Die Stimmung am Löwendenkmal, wo wir gerade sind, ist abends, wenn die Touristen weg sind, sehr schön und ich spüre die Energie des Felsens.

 

Du hast bisher eher in der Provinz gespielt. Bist du eher ein Held der Landbevölkerung?

Nein, Meine grössten Fans stammen halt aus der Zentralschweiz und langsam kommt der Erfolg und das Interesse dank dem Erfolg der aktuellen Cd „No Hunger“ auch ausserhalb. Ich mache jetzt zehn Jahre Musik und lebe seit vier Jahren davon. Ich bin sehr dankbar für das Team hinter mir, das mir den Rücken frei hält mit Booking, Managment etc. Früher habe ich alles selber gemacht, das war ein Stress.

 Gut, dass es die die Kappellbrücke gibt, wo nur schon ein Gang darüber entspannt, das habe ich schon früher als ich noch als gelernter Maurer gearbeitet habe, gemerkt. Nun muss ich noch ins Migros einkaufen gehen.

Gerade hast Salat, ein spezielles Brot und Avocados eingekauft. Welches ist neben der Musik deine grösste Leidenschaft und welches sind deine besten und schlechtesten Charaktereigenschaften?

 

Ich koche gerne und schaue beim Einkauf auf regionale und saisonale Produkte, bin aber kein Vegetarier. Ich bin ein Migroskind, finde den Genossenschaftsgedanken Duttwylers als Sinnbild der Schweiz gut. Tanzen liebe ich. Vom Charakter mag ich an mir meine Lockerheit, alles nicht so ernst zu nehmen und das Soziale, das mir die Familie mitgegeben hat.

Als Chef der Band habe ich das letzte Wort und will manchmal zuviel auf einmal und finde alle sollten ebenso schnell denken und handeln wie ich. Ich bin aber nicht die Madonna der Innerschweiz, gehe mit den Bandmitgliedern familiär um, den wir sind seit drei Jahren wöchentlich zusammen.

 

Deine Band ist in Zürich, gerade fährt der Zug nach Olten ab, eine Stadt, die du auch besingst, was wünschst du dir, sollte anders sein im Schweizer Musikgeschäft?

Ganz klar mehr Unterstützung durch die staatlich subventionierten Radios, die einfach zu wenig für die vielen Schweizer Mundartbands machen. Auch wünschte ich mir, dass die Schweizer die Qualität der Schweizer Musiker höher schätzen würden.

Ich habe Erfolg mit dem Singen in meinem Luzerner Dialekt, begann ursprünglich mit in Englisch singen, was mir heute beim Anhören die Tränen vor Lachen in die Augen treibt. Auch bin ich noch Dirigent der acapella Gruppe b-live. Die Schweizer Kultur ist sehr vielfältig und bin stolz und dankbar einen Teil davon sein zu können.

Der Regen lässt nach, Kunz geht zügig auf den Schiffssteg zu und wirft sich vor dem Inspirationsort eines seiner Song „Vierwaldstättersee“ in Kapitänspose.

Fans himmeln dich an, hast nie Angst vor dem Vergessen werden in zehn Jahren?

Ich habe keine Angst davor, den ich ich könnte ja dann auch auch was Soziales machen, Lehrer werden oder Kindergärtner. Ich bin ein Mensch, der im Moment lebt, geniesse das, was jetzt ist und will mit meiner Musik von der Innerschweiz auch noch den Rest des Landes erobern.

 

Kunz hält sich mit Joggen in Form, hat die Gitarre und die Musik als Mittel Frauen auf sich aufmerksam zu machen. Ueber welchen Weltschmerz oder Thema würdest du nie einem Song schreiben?

 

Ich bin kein Fan der Religion und bin nicht gläubig, obwohl ich in einem katholischen Kanton lebe und in der Schule einiges an Ritualen mitmachen musste. Ich glaube an das Gute und den Menschen. Ich komme aus einer Traumwelt, bin einem guten Haushalt gross geworden und hatte auch eine gute Verwandschaft. Ich sehe mich als einer, der vom guten Leben geküsst wurde und versuche als positiver Menschen auch das Positive mit der Musik weiterzugeben.

KUNZ HP

Osiris – das versunkene Geheiminis Aegyptens – Museum Rietberg

Während man bei uns Erde abtragen muss, um an die Geschichte des Landes zu kommen, offenbart das Meer östlich von Alexandria das Geheimis um die Gottheit Osiris. In 300 Exponaten zeigt das Museum Rietberg Zürich diesen ägyptischen Gott des Jenseits.

Bereits vor dem Museum Riteberg, das dieses Jahr seinen 65. Geburtstag feiert, stehen hinter Glas in Schutzkästen drei riesengrosse Funde aus den versunkenden antiken Städten Thonis-Heraklion und Kanopus. Frank Goddio ist Unterwasserarchäologe und vor zehn Jahren fand er und Mitglieder seines Europäischen Institut für Unterwasserarchäologie (IEASM) Ueberreste der im 8. Jahrhundert n. Chr. versunkenen Stadt.
Wir Besucher haben es leichter, müssen nur die Treppen runtersteigen und dann wird es dunkel wie am Boden des Meeres, wo viele Ueberreste der  Legende des Osiris liegen und seither geborgen wurden.
Die Legende von Osiris geht so, dass Osiris von seinem Bruder Seth getötet wurde und in Stücke geteilt. Osiris Schwester und Gattin Isis sammelten die Teile ein und fügten sie mithilfe ihrer göttlichen Macht wieder zusammen. daraufhin erwachte Osiris zum Leben und zeugte mit Isis den Sohn Horus.
Osiris ist deshalb der Gott der Wiedergeburt und Richter über die Toten und die Unterwelt. Die Toten müssen sich vor ihm verantworten, um dann ins Jenseits zu kommen.
Es ist also kein Pharao sondern wirkte 2000 Jahre später, aber sein Mythos und die Verehrung mit Büsten und Skulpturen war gross, zumal in Heraklion ja auch die griechische und ägyptische Gesellschaft aufeinandertraf.
Die Ausstellung auf 1300 m ist ein Gang zu den versunkenen Städten und Schauplätzen. Neben den Exponaten wird sehr viel mit Texten erklärt, das den Besucher ermüden kann. Wer einen Audioguide hat, hats leichter, aber auch das Betrachten der vielfältigen Handwerkskunst und die zeitlose Schönheit Osiris mit seiner Ruhe im Gesicht, ist nicht ohne. Der Mythos um diesen Gott ist komplex und trotzdem hatte er eine Funktion für die damalige Gesellschaft. Die Furcht vor Osiris  ist ja auch sowas wie die Angst vor dem Tod oder dem jüngsten Gericht und sie half die Gesellschaft zu formen und aus dem Mythos entwickelte sich die Theologie. Somit sind die Darstellungsformen aus Stein, Holz, Bronze aus dem Lehmboden des Meeres geborgen, auch Träger der Zivilisation.

Informationen zur Ausstellung hier

Ernst Ludwig Kirchner – Vom Grossstadtrausch Berlins zum Naturidyll Davos im Kunsthaus Zürich

Bis zum 7. Mai 2017 zeigen 160 Gemälde, Pastelle, Zeichnungen, Skulpturen und Fotografen das Schaffen des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner zwischen Dresden, Berlin, der Ostsee und Davos – Frauenkirch. Eine Epoche, die besonders von den Anfangsjahren in Deutschland her hierzulande wenig bekannt ist.

Eigentlich sollte der Betrachter die chronologisch angeordnete Ausstellung „Grossstadtrausch/Naturidyll. Kirchner – Die Berliner Jahre“ von hinten beginnen, den dort sieht er, was er schon kennt. Das damals kleine Dorf Davos und die Stafelalp in bunten Farben, fröhlich, die Natur stets im Vordergrund, der Mensch als Schatten wahrnehmbar.
Doch folgen wir dem üblichen Besucherstrom und dem Beginn seiner Malerkarriere mit dem Umzug  von Chemnitz nach Dresden. Der 21-jährige sucht nach neuen Ausdrucksformen von Leben. Er möchte eine Einheit von Kunst, Leben, Mensch und Natur. Leuchtende Farbflächen strahlen grossflächig von den Wänden, alles wirkt zuviel, im jugendlichen Eifer gemalt, aber lebensfroh.

 

Einen Schritt vorwärts in sich und im Schaffen war Kirchners Umzug nach Berlin. Das Spitzwinklige, die kantige Form wird weniger, die Farben sind gedämpft, doch das Thema die Malerei der Bewegung, was nichts anderes heisst, als die Reizüberflutung der 2 Millionen Stadt rund um den Potsdammer Platz wiedergeben, wird sein Thema.
Den eigenen Stil hat Kirchner um 1914 gefunden, das Expressionistische, das Fehlen der richtigen Proportionen, der eigen Blick.
Interessant ist in dieser Ausstellung zu sehen wie die Skizze im Skizzenbuch sich unwesentlich verändert bis sie auf der Leinwand in Farbe erscheint und das Kirchner auch mit Holzschnitten gearbeitet hat, ist ziemlich neu.

Doch 1915 gehts bergab mit dem Jungtalent. Er macht einen Fehler. Will Held sein, meldet sich zum Militär, der erste Weltkrieg tobt, doch er mag dem Drill der Armee nicht standhalten und wird krank, konsumiert Morphium. Seine Bilder verlieren an Glanz, fast scheint es, als sein der Star der „Brücke“ Bewegung am Ende, wäre da nicht die Schweiz, wäre da nicht Davos. Nach Thomas Mann findet ein weiterer Deutscher im Alpendorf auf den Spaziergängen um Frauenkrich wieder zu sich selber und der Natur und es leuchten wieder die Farben von der Leinwand.

Informationen zur Ausstellung hier

The Dance – Wie Du auf die Bühne der Tanzshow ins Hallenstation kommst

Bevor am 20. Mai im Hallenstation bei der zweiten Ausgabe von „The Dance“ internationale Tanztruppen gegen einander antreten, gibt es ab Mitte Februar in 9 Schweizer Städten die Möglichkeit sich an Wettbewerben einen Platz auf der Tanzfläche des Hallenstations zu erobern. Wie Du zu dieser einmaligen Chance kommst, verrät Junior Pr Manager Martha Häcki im Interview.

Bevor die zweite “The Dance” Show am 20. Mai im Hallenstation stattfinden, finden einige Wettbewerbe in Schweizer Städten statt unter anderem am 25. März im Wankdorf Bern. Was genau suchst Ihr da und wer kann mitmachen?

 

Ab Mitte Februar sucht die The Dance Swisstour powered by Mazda in den Einkaufszentren der grössten Schweizer Städte 16 der besten Tänzer des Landes. Das Online-Casting für die Qualifikation läuft seit dem 1. Februar auf der The Dance Homepage. Um die Möglichkeit zu bekommen, an der Tour teilzunehmen, muss man zu einem der beiden The Dance Songs „The Dance Anthem – You know it’s lit“ oder „Heads & Tails“welche auf der Homepage zur Verfügung gestellt werden, eine eigene Choreografie tanzen und davon ein Video auf unser homepage hochladen. Diese Videos werden laufend von einer Jury gesichtet und bewertet. Zusätzlich kann jedermann für die Videos voten und sie liken. Diejenigen mit den höchsten Bewertungen und den meisten Likes werden zu den Vortanz-Castings in den Einkaufszentren eingeladen.

 

Gemeinsam bilden die Gewinner der Tour die Mazda Teams „black“ und „white“ und bekommen nach professionellem Training durch die beiden begnadeten Choreografen Saeed Hosseini und Björn „Buz“ Meier die Möglichkeit, als Vorgruppen der weltbesten Crews auf der Hallenstadion-Bühne gegeneinander anzutreten und zu glänzen. Welches von den beiden Teams dann das Swisstour-Finale powered by Mazda für sich entscheiden kann, wird sich am 20. Mai zeigen.

 

 

Neben dem Können, der Tagesform müssen sich die Teilnehmer auch der Jury stellen, wer beurteilt die Wettbewerbsteilnehmer?
 
Die Jury der Swisstour besteht aus den beiden begnadeten Choreografen Björn „Buz“ Meier und Saeed Hosseini
Das Team „white“ steht unter der Leitung von Bboy und Choreograf Björn „Buz“ Meier, welcher schon an mehreren Breakdance Battles im In- und Ausland erfolgreich teilgenommen hat. Buz führt seit zehn Jahren seine eigene Breakdanceschule und ist Begründer der Plattform Breakdanceshow. Er stand schon für Produktionen wie „Breakthrough“ sowie „ Outside the Box“ auf der Bühne und ist bei „Break the Tango“ als Choreograf für die Breakdancer tätig. Auch seine Auszeichnungen lassen sich sehen, er machte zum Beispiel als Teil der Gruppe Soul Point mit einer Choreografie den 2. Platz am „Battle of the Year Central Europe“ oder erhielt kreiert seit über 10 als Tänzer der MIR Compagnie den Schweizerischen Tanzpreis. Das Team „black“ wird von keinem Geringeren als Saeed Hosseini angeführt. Er Jahren Showproduktionen auf nationaler und internationaler Ebene. Als Choreograf und Creative Director hat Saeed Hosseini in Asien und Europa TV-Shows, Videoshoots, Werbespots, Musicals und Modeschauen choreografiert und getanzt. Dank seiner international gewonnenen Erfahrung gehört Saeed Hosseini zu den führenden Showchoreografen seiner Generation.
 
 Wie und wo und wann muss sich der Interessierte anmelden?
 

Das Online-Casting für die Qualifikation läuft seit dem 1. Februar auf der The Dance Homepage. Um die Möglichkeit zu bekommen, an der Tour teilzunehmen, muss man zu einem der beiden The Dance Songs „The Dance Anthem – You know it’s lit“ oder „Heads & Tails“, welche auf der Homepage zur Verfügung gestellt werden, eine eigene Choreografie tanzen und davon ein Video auf unser homepage hochladen. Diese Videos werden laufend von einer Jury gesichtet und bewertet. Zusätzlich kann jedermann für die Videos voten und sie liken. Diejenigen mit den höchsten Bewertungen und den meisten Likes werden zu den Vortanz-Castings in den Einkaufszentren eingeladen


Angenommen man hat gewonnen im Wankdorf, was geschieht dann?
 
Gemeinsam bilden die Gewinner der Tour die Mazda Teams „black“ und „white“ und bekommen nach professionellem Training durch die beiden begnadeten Choreografen Saeed Hosseini und Björn „Buz“ Meier die Möglichkeit, als Vorgruppen der weltbesten Crews auf der Hallenstadion-Bühne gegeneinander anzutreten und zu glänzen. Welches von den beiden Teams dann das Swisstour-Finale powered by Mazda für sich entscheiden kann, wird sich am 20. Mai zeigen.
Das Hallenstation ist gross, mit welchen Stars der Tanzscene wollt Ihr den Raum füllen?
 
Antreten werden Team Russland, Team Switzerland, Team France, Team Japan, Team USA, Team Italy, Team UK und natürlich die Titelverteidiger Morning of Owl aus Südkorea. Alle gehören zu den Besten ihres Landes und konnten bereits nationale sowie internationale Titel abräumen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage.
Die ersten drei Mitglieder der Technical Jury, welche wir bekannt geben dürfen, sind internationale Tanz-Stars. Storm, welcher den Posten des Jurypräsidenten übernimmt, der legendäre Buddha Stretch, welcher schon für Michael Jackson performen durfte und Danielle Polanco, die schon als Choreografin für Stars wie Beyoncé, Jennifer Lopez, Usher und Chris Brown tätig war.
 
 
Jemandem beim Tanzen zu sehen ist eine Sache, besser ist nur noch, es selber zu machen und Ihr bietet ja mit der Clubtour und dem Workshop jedem Gelegenheit den Hintern und die Hüfte zu schütteln oder nicht? 
 
 In diesem Jahr hat sich The Dance etwas Besonderes einfallen lassen. Parallel zur Swisstour findet im 2017 erstmals die Clubtour statt. Ab Mitte Februar steht fast an jedem Wochenende ein anderer Club auf dem Plan. Mit den angesagten DJ’s aus der Urban Szene und einer Live-Performance von Mitgliedern der letztjährigen Gewinner Crew Morning of Owl, sind diese Events ein Muss für jeden Tanz-Fan.
Begleitet wird der Event neben der Swisstour powered by Mazda durch Workshops. Diese finden vom Montag, 15. Mai bis Freitag, 19. Mai jeden Tag von ca. 18.00 Uhr bis 22.30 Uhr in der Bananenreiferei Zürich statt. Auch die grandiose After Show Party im Lifestyle Hotel Kameha Grand Zürich findet wieder statt.
 
 


Alle Informationen zum Anlass und Anmeldung hier

Pfarrer Josef Hochstrasser – Die Kirche kann sich das Leben nehmen

Dies ist der Titel des Plädoyers des 70-jährigen Pfarrers Josef Hochstrasser aus Oberentfelden, der in seinem Buch den leeren Kirchen den Spiegel vor das Gesicht hält. Ein Denkanstoss mit zehn Thesen gegen den Aderlass der Kirche und wie er gestoppt werden könnte. Ein Interview mit einem Mann, der den christlichen Glauben wieder mit Leben füllen möchte.

Ein Pfarrer erzählt mir, dass er in Bedrängnis komme, wenn ein Kind aus dem Biologieunterricht kommend, die Schöpfungsgeschichte kritisch hinterfrage und spätestens im Konfirmandenunterricht langweilt die Kirche. Wann haben Sie mit Kirche in der jetzigen Form Probleme bekommen?

Es gab zwei Probleme. Einerseits konnte ich nicht mehr hinter bestimmten katholischen Lehrmeinungen stehen. Beispiel: die Unfehlbarkeit des Papstes. Andererseits habe ich als katholischer Priester geheiratet. Der Bischof hat mich deswegen mit einem Berufsverbot belegt. Ich musste als Hilfsarbeiter mein Brot verdienen. Dann habe ich mich entschieden, reformierter Pfarrer zu werden. 

Meine Dorfkirche macht Allerhand mit den Alten, doch die Gesellschaft besteht auch aus Singles zwischen 20-50 Jahren, die sich von der Kirche abwenden, weil sie sie nicht mehr abholt. Welche anderen Gründe sehen Sie noch in den vielen Kirchenaustritten?

Die Kirche hat die Fähigkeit verloren, auf die vielfältigen Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Sie muss dringend ihre Strategie ändern. Statt verstaubte Lehren zu verkünden, muss sie sich unter die Leute mischen und genau hinhören, was diese beschäftigt. Es muss der Kirche wieder gelingen, das humanistische Potenzial der Bibel rüberzubringen. Die Menschen kennen dieses gar nicht mehr.

Dieses Jahr ist 500 Jahre Reformation und 600 Jahre Niklaus von Flüe, trotzdem ist die reformierte Kirche eine sterbende. Weil sie keine Seelsorge mehr anbietet und alle zum Psychiater schickt oder warum?

Wäre ich Arzt, würde ich sowohl der reformierten wie der katholischen Kirche eine düstere Diagnose stellen. Dass beide Kirchen altersschwach daherkommen, hat damit zu tun, dass vor allem aus den Priestern, Pfarrern und den übrigen hauptamtlichen Kirchenfunktionären jegliches Leben und alle Begeisterungsfähigkeit gewichen ist.

Gehe ich in die Messe, folge ich als Statist einem Ritual und nach einer Stunde gehen alle wieder alleine nach Hause, von Gemeinschaft keine Spur, auch da sollte sich was ändern Ihrer Meinung nach oder?

Der Gottesdienst soll bleiben. Er ist aber strukturell so geprägt, dass keine echte Kommunikation aufkommen kann. Ein Profi (Pfarrer) handelt, Amateure (die Kirchgänger) werden behandelt. Diese Struktur muss durchbrochen werden. Die Betreuten müssen zu eigenständig Handelnden werden. Kirche muss mitten im Leben stattfinden, ohne Dominanz von Profis.

 

Ihr Plädoyer fordert eine aktive Jesusbewegung. Wie sollte die an den Menschen herantreten, wenn alle immer auf das Handy starren und in sich einen Panzer der Materialisation tragen?

Jesus von Nazareth gelang es, Menschen für seine Art, das Leben zu bewältigen, zu gewinnen. Das ist heute noch möglich, gelingt aber nur durch eine lebendige Kommunikation von Mensch zu Mensch. Womöglich gelänge nach dem Vorbild der „Operation Libero“ gar eine christliche Variante dieser Power-Group: Von der Kraft des Christentums beflügelt würden sich Menschen ausserhalb der Institution Kirche zu einer Bewegung zusammenfinden.

Nachdem späten Studium in den 80ier Jahren an der Uni Bern, waren Sie bis 2010 Lehrer an der Kantonschule Zug. Will die Jugend ohne Gott leben oder hat die Kirche einfach den Zugang zu ihr wie bei den Erwachsenen verpasst?

Meine Erfahrung an der Kanti Zug: Die Jungen haben kaum Interesse an Kirche. Umso mehr habe ich sie begeistern können, das Phänomen Religion(en), inklusive die Gottesfrage, engagiert und kontrovers zu erörtern. Ich bekomme immer wieder Anfragen von ehemaligen Schülerinnen und Schüler für eine Trauung oder eine Taufe. Ein spätes, sympathisches Feedback auf eine gelungene und nachhaltige Auseinandersetzung mit Religion.

Das Buch ist im Zytglogge Verlag erschienen, Informationen hier 

Josef Hochstrasser

Die Kirche kann sich das Leben nehmen

Zehn Thesen nach 500 Jahre Reformation

Ein Denkzettel

19.–/

ISBN 978-3-7296-0948-8

Art on Ice 2017 – James Morrison und Sarah Meier wie Feuer und Eis im Hallenstation

Ohne Zweifel, die Premiere von Art on Ice im Hallenstation vom 2.2.17 war grossartig und machte doch schmerzhaft bewusst wie sehr der Wintersport allgemein und Eiskunstlaufen im Speziellen an Gunst verloren hat in der Bevölkerung, ausser man macht es mit Stars wie James Morrison und Sarah Meier zu einem Spektakel.

Das Jahr ist zwar noch jung, doch die Wochen ab Weihnachten waren für die Europameister 2011 Stress pur. Zwar hatte Sarah Meier vor zwei Jahren den Verantwortlichen von Art on Ice klar gesagt, dass sie nicht mehr auftreten wolle, doch es kam anders. Das Fernsehen überraschte die in den Zeitschriftenjournalismus gewechselte Eiskunstläuferin an ihrem Geburtstag mit einem Treffen mit James Morrison. Der Brite ist ihr Lieblingssänger und er machte die Bemerkung, dass er Sarah Meier gerne in seiner Darbietung laufen sehen würde. Die Zürcherin lief rot an und nun stand sie an der Premiere nochmals für Art on Ice auf der Bühne und jeder spürte, da haben sich zwei gerne als Künstler. Und auch ein Danke von James und viel Applaus vom Publikum erhielt unser Westschweizer Stéphane Lambiel, der ein gutes Beispiel dafür ist, wie Art on Ice alternden Eisläufer die Möglichkeit gibt in Würde von der Bühne abzutreten.

Ein Tiefpunkt der 2,5 stündigen Show war der erste Showact Chaka Khan. Die Amerikanerin hatte mal in den 80er Jahre Hits wie „I feel for you“. Im Hallenstation musste immer wieder eine Backgroundsängerin mitsingen, damit das Volumen gross wurde und die Sängerin verpasste auch einige Einsätze.

Für fetten Sound sorgten das Zürcher Kammerorchester und der Berner Gitarrist Slädu.

 

Die diesjährige Show überraschte mit Anleihen an den Circus soleil, wo ein Sprecher und ein Clown durch eine Geschichte führen, auch mal ein Publikumsgast auf die Bühne nehmen und mit digitalen Effekten spielen. Fast hatte man als Zuschauer Angst die Eiskunstläufer, diese Engel mit Eisen an den Füssen, würden zu Statisten, doch er zweite Teil war trationeller aufgebaut mit Musiker und Choreograhie. Er versöhnte das reizüberflutende Auge mit Posie auf dem Eis und vom Publikum gab es standing ovation.

Hier noch das Interview mit Sarah Meier, das im Vorfeld geführt wurde:

Sarah Meier, dank dem Treffen im letzten Sommer in einer TV Sendung mit Ihrem Lieblingssänger James Morrison kommen Sie zurück aufs Eis, was werden Sie uns zeigen?

Ich werde zu „Won’t Let You Go“ laufen. Das Programm habe ich mit meiner Choreografin Salomé Brunner einstudiert. Mehr will ich nicht verraten, das können die Zuschauer dann sehen.

James Morrison sagte zur seiner aktuellen Scheibe “Higher then here”, er müsse singen, um mit seinen Dämonen fertig zu werden. Welche Gefühle vermissten Sie nach dem Rücktritt und spüren sie wieder angesichts der Proben zu Art on Ice?
Mein Rücktritt vom Wettkampfsport ist nun schon sechs Jahre her. Ich habe den Übergang gut geschafft und vermisse in meinem Alltag nichts bewusst. Wenn ich etwas nennen müsste, dann vielleicht, der unmittelbare Lohn, den man bekommt. Das Feedback der Zuschauer, der Fans, meiner Trainer. Ob positiv oder negativ, ich wusste immer genau, woran ich bin. Das ist im Arbeitsleben nicht immer so direkt.

Zwar ist James Morrison nicht mehr so erfolgreich in der Hitparade wie zu Beginn seiner Karriere, fühlt aber noch Sälle wie beim letztjährigen Zermatt unplugged. Hat er die Songs für die Show gewählt und wie machen Sie daraus eine Choreografie?

Ja, zusammen mit den Produzenten von Art on Ice hat er die Songs ausgewählt und aus der Liste habe ich dann „meinen“ Song gewählt, in Absprache mit meiner Choregrafin Salomé Brunner. Zuerst versuchen wir immer, den Text zu verstehen, um zu interpretieren, was der Sänger damit ausdrücken will. Ich kannte den Song natürlich in- und auswendig, aber hatte mir davor noch nie so viele Gedanken zum Text gemacht. Dann haben wir mit der Interpretation auf dem Eis begonnen, zuerst mit den Schritten, dann mit den Armen, Kopf, Mimik…

Sie sind in James Morrison als Fan verliebt, haben Sie keine Angst, dass die Gefühle mit Ihnen verrückt spielen, wenn Sie vor ihm auf dem Eis laufen und er nur wenige Schritte dahinter singt?

Ich bewundere James Morrison als Künstler, bin höchsten verliebt in seine Musik. Das ist eine andere Ebene der Bewunderung. Vielleicht können diese Verbindung nur Künstler untereinander verstehen. Also nein: Da habe ich keine Angst und mein Freund auch nicht 😉

Als 32-jährige stehen Sie in Zürich, Lausanne und Davos für Art on Ice wieder auf den Schlittschuhen, Denis Bielmann lief auch noch lange nach dem Ende der Wettkämpfe. Ist Art on Ice einmalig oder der Ausstieg aus dem Journalismus und Wiedereinstieg aufs Eis?

Es ist definitiv mein letzter Auftritt bei Art on Ice. Wenn ich aus dem Journalismus aussteigen wollen würde, dann hätte ich das definitiv in der Vorbereitung getan, denn Arbeit und Training unter einen Hut zu bringen, war sehr streng und eine logistische Herausforderung. Aber ich mag meinen Job und er ist meine Zukunft. Ob und was ich auf dem Eis in Zukunft noch machen werde, lasse ich für den Moment offen.

Weitere Informationen zu Art on Ice und Karten hier

 

„Ausser Kontrolle“ Berhardtheater – Stress für die Lachmuskeln

Der Februar ist für die Obrigkeit gefährlich. In der Provinz macht sich das Fussvolk beim Bauernschwank über die Politiker lächerlich, auch bei der Basler Schnitzelbank kriegen die Volksvertreter ihr Fett weg und in Zürich gerät bei Erich Vocks Kömödie „Ausser Kontrolle“ ganz Bundesbern ausser Rand und Band. Da soll einer noch sagen, Schweizer hätten keinen Humor.

In der Dialektfassung der Komödie von Ray Cooney verabredet sich Nationalrat Johannes Nauer zu einen romantischen Treffen mit der Sekretärin der gegnerischen Partei im Bernhof gegenüber dem Bundeshaus.Seine Liebespläne geraten schnell ausser Kontrolle als die beiden eine Leiche entdecken, ein eingeklemmter Privatdetektiv und auch der persönliche Referent Conrad Hoby stolpert beim Zurhilfeeilen von einer Kapriole in die andere, zweieinhalb Stunden lang.
Obwohl die Komödie noch bis April gespielt wird, ist sie schon fast ausverkauft und das zurecht. Es vergeht keine Minute, in der nicht ein Gag den anderen jagt und das Publikum amüsiert sich köstlich, den nichts ist lustiger als ein Mangel an Kontrolle der Libido.
Die class politique wird genauso durch den Kakao gezogen, wie das Biedertum der Schweiz und den  Versuch der Normalbürger und Politiker den Schein zu wahren, auch wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.

 

Erich Vock hat zusammen mit Jörg Schneider die englische Komödie bearbeitet, mit viel Sinn für Zürcher und Berner Wortspiele angereichert und seine Gruppe aus bekannten Gesichtern wie Viola Tami, Maja Brunner, Vincenzo Biagi, Daniel Bill, alles Künstler, denen die grosse Karriere verwehrt bliebt, aber im Volkstheater gut aufgehoben sind, spielen die endlosen Pointen gut. Mit der Leiche, gespielt von Richard Bucher, hat „Ausser Kontrolle“ auch ein Monty Python Element und Erich Vock ist nicht nur als Regisseur ein grosser Wurf gelungen sondern er spielt im zweiten Teil mit seinem komischen Talent so richtig auf. Für seine Leistung und die Philippe Roussel, der eigentlich die ganze Zeit auf der Bühne ist und spricht, gab es am Schluss vier Vorhänge.
„Ausser Kontrolle“ im Bernhard Theater ist eine Komödie für die sich der Weg auch aus einem anderen Kanton in die Zwingglistadt lohnt, dann, wenn einem wieder Steuerrechnung oder das Abstimmungsresultat, die Flüchtlingspolitik und das Geschwätz aus Bundesbern auf den Wecker gehen und es nur ein Mittel dagegen gibt, darüber lachen.

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