Art on Ice 2017 – James Morrison und Sarah Meier wie Feuer und Eis im Hallenstation

Ohne Zweifel, die Premiere von Art on Ice im Hallenstation vom 2.2.17 war grossartig und machte doch schmerzhaft bewusst wie sehr der Wintersport allgemein und Eiskunstlaufen im Speziellen an Gunst verloren hat in der Bevölkerung, ausser man macht es mit Stars wie James Morrison und Sarah Meier zu einem Spektakel.

Das Jahr ist zwar noch jung, doch die Wochen ab Weihnachten waren für die Europameister 2011 Stress pur. Zwar hatte Sarah Meier vor zwei Jahren den Verantwortlichen von Art on Ice klar gesagt, dass sie nicht mehr auftreten wolle, doch es kam anders. Das Fernsehen überraschte die in den Zeitschriftenjournalismus gewechselte Eiskunstläuferin an ihrem Geburtstag mit einem Treffen mit James Morrison. Der Brite ist ihr Lieblingssänger und er machte die Bemerkung, dass er Sarah Meier gerne in seiner Darbietung laufen sehen würde. Die Zürcherin lief rot an und nun stand sie an der Premiere nochmals für Art on Ice auf der Bühne und jeder spürte, da haben sich zwei gerne als Künstler. Und auch ein Danke von James und viel Applaus vom Publikum erhielt unser Westschweizer Stéphane Lambiel, der ein gutes Beispiel dafür ist, wie Art on Ice alternden Eisläufer die Möglichkeit gibt in Würde von der Bühne abzutreten.

Ein Tiefpunkt der 2,5 stündigen Show war der erste Showact Chaka Khan. Die Amerikanerin hatte mal in den 80er Jahre Hits wie „I feel for you“. Im Hallenstation musste immer wieder eine Backgroundsängerin mitsingen, damit das Volumen gross wurde und die Sängerin verpasste auch einige Einsätze.

Für fetten Sound sorgten das Zürcher Kammerorchester und der Berner Gitarrist Slädu.

 

Die diesjährige Show überraschte mit Anleihen an den Circus soleil, wo ein Sprecher und ein Clown durch eine Geschichte führen, auch mal ein Publikumsgast auf die Bühne nehmen und mit digitalen Effekten spielen. Fast hatte man als Zuschauer Angst die Eiskunstläufer, diese Engel mit Eisen an den Füssen, würden zu Statisten, doch er zweite Teil war trationeller aufgebaut mit Musiker und Choreograhie. Er versöhnte das reizüberflutende Auge mit Posie auf dem Eis und vom Publikum gab es standing ovation.

Hier noch das Interview mit Sarah Meier, das im Vorfeld geführt wurde:

Sarah Meier, dank dem Treffen im letzten Sommer in einer TV Sendung mit Ihrem Lieblingssänger James Morrison kommen Sie zurück aufs Eis, was werden Sie uns zeigen?

Ich werde zu „Won’t Let You Go“ laufen. Das Programm habe ich mit meiner Choreografin Salomé Brunner einstudiert. Mehr will ich nicht verraten, das können die Zuschauer dann sehen.

James Morrison sagte zur seiner aktuellen Scheibe “Higher then here”, er müsse singen, um mit seinen Dämonen fertig zu werden. Welche Gefühle vermissten Sie nach dem Rücktritt und spüren sie wieder angesichts der Proben zu Art on Ice?
Mein Rücktritt vom Wettkampfsport ist nun schon sechs Jahre her. Ich habe den Übergang gut geschafft und vermisse in meinem Alltag nichts bewusst. Wenn ich etwas nennen müsste, dann vielleicht, der unmittelbare Lohn, den man bekommt. Das Feedback der Zuschauer, der Fans, meiner Trainer. Ob positiv oder negativ, ich wusste immer genau, woran ich bin. Das ist im Arbeitsleben nicht immer so direkt.

Zwar ist James Morrison nicht mehr so erfolgreich in der Hitparade wie zu Beginn seiner Karriere, fühlt aber noch Sälle wie beim letztjährigen Zermatt unplugged. Hat er die Songs für die Show gewählt und wie machen Sie daraus eine Choreografie?

Ja, zusammen mit den Produzenten von Art on Ice hat er die Songs ausgewählt und aus der Liste habe ich dann „meinen“ Song gewählt, in Absprache mit meiner Choregrafin Salomé Brunner. Zuerst versuchen wir immer, den Text zu verstehen, um zu interpretieren, was der Sänger damit ausdrücken will. Ich kannte den Song natürlich in- und auswendig, aber hatte mir davor noch nie so viele Gedanken zum Text gemacht. Dann haben wir mit der Interpretation auf dem Eis begonnen, zuerst mit den Schritten, dann mit den Armen, Kopf, Mimik…

Sie sind in James Morrison als Fan verliebt, haben Sie keine Angst, dass die Gefühle mit Ihnen verrückt spielen, wenn Sie vor ihm auf dem Eis laufen und er nur wenige Schritte dahinter singt?

Ich bewundere James Morrison als Künstler, bin höchsten verliebt in seine Musik. Das ist eine andere Ebene der Bewunderung. Vielleicht können diese Verbindung nur Künstler untereinander verstehen. Also nein: Da habe ich keine Angst und mein Freund auch nicht 😉

Als 32-jährige stehen Sie in Zürich, Lausanne und Davos für Art on Ice wieder auf den Schlittschuhen, Denis Bielmann lief auch noch lange nach dem Ende der Wettkämpfe. Ist Art on Ice einmalig oder der Ausstieg aus dem Journalismus und Wiedereinstieg aufs Eis?

Es ist definitiv mein letzter Auftritt bei Art on Ice. Wenn ich aus dem Journalismus aussteigen wollen würde, dann hätte ich das definitiv in der Vorbereitung getan, denn Arbeit und Training unter einen Hut zu bringen, war sehr streng und eine logistische Herausforderung. Aber ich mag meinen Job und er ist meine Zukunft. Ob und was ich auf dem Eis in Zukunft noch machen werde, lasse ich für den Moment offen.

Weitere Informationen zu Art on Ice und Karten hier

 

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