Ernst Ludwig Kirchner – Vom Grossstadtrausch Berlins zum Naturidyll Davos im Kunsthaus Zürich

Bis zum 7. Mai 2017 zeigen 160 Gemälde, Pastelle, Zeichnungen, Skulpturen und Fotografen das Schaffen des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner zwischen Dresden, Berlin, der Ostsee und Davos – Frauenkirch. Eine Epoche, die besonders von den Anfangsjahren in Deutschland her hierzulande wenig bekannt ist.

Eigentlich sollte der Betrachter die chronologisch angeordnete Ausstellung „Grossstadtrausch/Naturidyll. Kirchner – Die Berliner Jahre“ von hinten beginnen, den dort sieht er, was er schon kennt. Das damals kleine Dorf Davos und die Stafelalp in bunten Farben, fröhlich, die Natur stets im Vordergrund, der Mensch als Schatten wahrnehmbar.
Doch folgen wir dem üblichen Besucherstrom und dem Beginn seiner Malerkarriere mit dem Umzug  von Chemnitz nach Dresden. Der 21-jährige sucht nach neuen Ausdrucksformen von Leben. Er möchte eine Einheit von Kunst, Leben, Mensch und Natur. Leuchtende Farbflächen strahlen grossflächig von den Wänden, alles wirkt zuviel, im jugendlichen Eifer gemalt, aber lebensfroh.

 

Einen Schritt vorwärts in sich und im Schaffen war Kirchners Umzug nach Berlin. Das Spitzwinklige, die kantige Form wird weniger, die Farben sind gedämpft, doch das Thema die Malerei der Bewegung, was nichts anderes heisst, als die Reizüberflutung der 2 Millionen Stadt rund um den Potsdammer Platz wiedergeben, wird sein Thema.
Den eigenen Stil hat Kirchner um 1914 gefunden, das Expressionistische, das Fehlen der richtigen Proportionen, der eigen Blick.
Interessant ist in dieser Ausstellung zu sehen wie die Skizze im Skizzenbuch sich unwesentlich verändert bis sie auf der Leinwand in Farbe erscheint und das Kirchner auch mit Holzschnitten gearbeitet hat, ist ziemlich neu.

Doch 1915 gehts bergab mit dem Jungtalent. Er macht einen Fehler. Will Held sein, meldet sich zum Militär, der erste Weltkrieg tobt, doch er mag dem Drill der Armee nicht standhalten und wird krank, konsumiert Morphium. Seine Bilder verlieren an Glanz, fast scheint es, als sein der Star der „Brücke“ Bewegung am Ende, wäre da nicht die Schweiz, wäre da nicht Davos. Nach Thomas Mann findet ein weiterer Deutscher im Alpendorf auf den Spaziergängen um Frauenkrich wieder zu sich selber und der Natur und es leuchten wieder die Farben von der Leinwand.

Informationen zur Ausstellung hier

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