Die Wiedergeburt des David Bowie im Volkshaus – Space Oddity mit Double David Brighton

 Als David Bowie am 11. Januar 2016 die Augen für immer schloss, waren sich alle einig, da ist ein Ausnahmemusiker gestorben, den aber die wenigsten je live gesehen hatten und das die jüngeren Fans nun mit David Brighton in seiner Tributeshow im Volkhaus Zürich nachholen konnten.
 Ob U2, Madonna, Boy George bis R:E.M alle bejahten, die Frage zu Beginn in einem Einspieler, ob sie David Bowie irgendwie beeinflusst hatte, bevor sein Doppelgänger David Brighton „Young American“ anstimmte. Zackige Bewegungen nur mit dem Oberkörper, die Finger immer in der Luft und den fast gleichen Bass, das Double hatte das Original genau studiert und sang sich fortan zwei Stunden durch die Hits bis in die 90er, den Rest vom Idol bis dessen Tod an Krebs liess er weg.

„Fame“ war im ersten Teil der Show neben der extra eingeläuteten Hommage an die Space Oddity Zeit der Höhepunkt, indem die Band und der Sänger, die zum ersten Mal in der Schweiz auftraten, mit zu leisem Sound und der blöden Idee, ein Rockkonzert zu bestuhlen, zu kämpfen hatte.

Die Stimmung und Begeisterung schwankte beim mehrheitlich älteren Publikum und hielt sich im ersten Teil in Grenzen, doch alle blieben im halbgefüllten Volkshaus bis nach der Pause.
Für die Musikexperten sind David Bowies 80ier Jahre der Ausverkauf an den Kommerz, doch ohne Hits wie „Lets dance oder China girl“, die auch noch heute im Radio laufen, würde auch ein Genie wie Bowie vergessen gehen und würde es David Brighton nicht gelingen, die Stimmung gleich zu Beginn des zweiten Teil in eine Oldiedisco, wo viele das Tanzbein schwingten, zu verwandeln. Aber auch „Ashes to Ashes“ oder „Cat people“ eher abstrakte Nummer überzeugten. Das Eis war gebrochen, auch weil sich die fünf Musiker, die mit Bowie zusammengearbeitet hatten wie auch  Brighton als Musiker mit Können profilierten und Soloeinlagen spielten.
So war die Tributeshow ein Schwelgen in der Erinnerung und mach 40-jähriger hatte feuchte Augen. War David Bowie 1995 mit „Outside“ zum letzten Mal im Hallenstation gewesen, kehrte er im Geiste durch David Brighton fast wieder eins zu eins mit seinem Stil, Gestik, Minik und Stimme im Volkshaus zurück. Die Legende lebt weiter.

Der Schamane Jérôme Rey vom Bielersee

Bei T-Shirtwetter empfängt der Naturheil- und Hypnosetherapeut in seiner Nidauerwohnung und erzählt wie er den Weg vom Punk zum Schamane gegangen ist und heute Leute dabei hilft, ihre Lebendigkeit wieder zu finden.

 

 

Als ich Dich vor Jahren traf, warst zweifacher Vater und hast laute Musik gemacht. Aus der Musik wurde keine Karriere und nun nennst Du Dich Schamane, wie kam es zu diesem Wandel?

Ich bin in Niederscherli aufgewachsen und war ein ziemlicher Rebel in der Schule. Nach der Schule machte ich nur die einjährige Postlehre, den ich wollte mit der konservativen Welt wenig Kontakt und war danach auch Punk und in einer Band aktiv, bevor ich mit 19 Jahren spirituelle Literatur zu lesen begann. Neben der Ausbildung zum Naturheiltherapeut besuchte ich Schamanismuskurse auch in Peru und Magadaskar und lerne heute noch dazu, den ich frage mich immer wie der Mensch funktioniert.


Nidau ist wie viele andere Orte der Schweiz verdichtet gebaut, doch der Blick in die Weite zum Jura ist eine Erlösung vom Dichtestress. Auf Deiner Internetseite bietest Du ja Einiges zur Heilung vom Zivilisationsstress an?

Die Internetseite heisst neu jermonerey.ch. Ja, ich habe fast zehn Jahre in einem kleinen Ort im Jura gelebt in einer Gegend, wo es nicht viel Geld gab und somit wenig gebaut wird, aber wo es tolle Kraftorte hat. Mit Schamanismus, Naturheilverfahren und Hypnose versuche ich das Gleichgewicht im Menschen wieder herzustellen. Viele Patienten sind ja Opfer von Machtspielen und manipuliert, sie reagieren wie Kinder im Sandkasten. Ich möchte dabei helfen, dass im Mensch die Schöpferkraft wieder erwacht und er aus sich schöpfen kann, er wieder kraftvoll wird.

Das Sprechen mit Bäumen ist ein Teil des Schamanismus wie das Trommel. Sind diese Uebungen Mittel zum Zweck, um Blockaden zum Vorschein zu bringen, den eine Psychotherapie ersetzen sie nicht?

Die Natur spricht ja dauernd mit uns. Ich will nicht zeigen wie man mit Bäumen spricht sondern wie der Klient lernt seinen Geist still zu halten und nicht dauernd von Gedanken gejagt wird. Ich lerne auf vier verschiedenen Ebenen (körperliche, emotionale, mentale und spirituelle) die Auseinandersetzung mit sich selbst. Ein Schamane reinigt die verschiedenen Ebenen im Körper. Bei mir in Nidau kann man die Gefühle rauslassen, schreien, weinen etc, die Sprache der Seele kennenlernen.

Ein besonderes Angebot Deiner Praxis ist die Arbeit mit Delphinen auf Mauritius. Gibt es den nach dem Delphinkuss noch eine weiterführende Behandlung oder ist es damit behoben?

Delphine erwecken in uns die Spielfreude und Gefühlsfreiheit.Bevor wir im offenen Meer auf sie treffen, verbinden wir uns an Land geistig mit ihnen. An manchen der zehn Tage, die ein Kurs dauert, kommen wir ganz nah in Berührung mit ihnen und ihre Töne mit den hohen Schallwellen bringen die Zellen ins uns zum schweben. Delphine machen lebendig.

In einer unglücklichen Welt werden die Menschen aber immer einen Schmerz verspüren oder glaubst Du, dass ein Schweizer wirklich glücklich sein kann, nicht nur beruhigt und zufriedengestellt ?

Ich bin zutiefst überzeugt, dass wir Schweizer glücklich sein können, auch wenn der Blick am Morgen in die Gesichter im Bus nicht so ist. Glückselligkeit ist ein Teil meiner Arbeit. Wir leben zwar nicht in einer Zeit der Liebe, doch meine Arbeit geht bis an die Wurzeln und packt Schwierigkeiten in der Gesundheit an.

Jemanden beraten ist das eine, das andere ist die Arbeit an Dir selber. Welche Aufgaben hast Du Dir für Dich dieses Jahr vorgenommen?

Letztes Jahr habe ich vorallem meine Praxis in Nidau aufgebaut, dieses Jahr will ich weiter meine Wahrnehmung schärfen, den Schamanismus einem grösseren Publikum bekannt machen. Auch arbeite ich an meiner Schattenseite, die jeder in sich hat. Spiel und Spass mit den Kindern und Spontanität sollen auch nicht fehlen.

Kontakt und weitere Infos zu den Schamanenkurse von Jérmôme Rey hier

Baselworld 2017 – Uhren, Schmuck und Schwierigkeiten

Vom 23.-30. März zeigt die Plattform der Schweizer Uhren- und Schmuckindustrie zum 100 Mal ihre Kreationen an der Baselworld. Doch der Terror, das schmalere Budget der Mittelschicht führten in den letzten zwei Jahren zu Schwierigkeiten bei Ausstellern und Besucherzahlen. Ob die Messe für den gehobenen, luxuriösen Lebensstil im Jubiläumsjahr wieder zur Weltmesse für Trends wird, zeigen die kommenden Tage.

Zwei Dinge im modern Leben lassen den Blutdruck und die Herzfrequenz höher schlagen, das Handy und die Uhr.
Der Blick darauf bedeutet meist Stress, aber an der Baselworld, der grössten Uhren- und Schmuckmesse der Schweiz ist der Blick auf die Stundenuhr etwas fürs Auge, Schönheit pur. Bei 1300 Ausstellern und davon 220 Schweizer in zwei Messehallen gibt es für die Besucher das zu sehen, was die Schweiz neben dem Käse und der Schokolade weltberühmt gemacht hat und nach der Pharma- und Metallindustrie an dritter Stelle mit 24,4 Million Fertiguhren exportiert wird.
Zwar glaubte man lange die Uhr habe als Statussymbole bei der breiten Bevölkerung durch die billige Swatch an Bedeutung verloren, doch dies stimmt nur für das Fussvolk. Für die gehobene Kundschaft ist die Uhr nachwievor ein Lifestyle Produkt, dessen Neuheiten von Berühmtheiten aus Film oder Fernsehen vorgeführt werden und Damen und Herren gerne kaufen.
Seit Anfang Jahr ist das Gesetz der Norm „Swiss made“ in Kraft, welches vorsieht, dass mindestens 60% einer Uhr in der Schweiz gefertigt werden muss und die Qualität vor die Quanität setzt. Firmen wie AeroWatch aus Saignelégier in der Halle 2.0 Stand c 37
oder Mauron Musy aus dem Tal an der Broye St. Aubin in der Halle 1.2 Booth WO4 möchten mit diesem Label den Kunden Garantien hinsichtlich Hochwertigkeit und Herkunft gewähren. Mauron Musy ist auch einer der Marken, die in der Halle 1.2 in der neu geschaffenen Abteilungen „Les ateliers“ sich zeigen, die für Innovationen stehen.
An der Pressekonfererenz zur Baselworld setzte Direktorin Sylvie Ritter ihr Lächeln nur mässig ein, denn sie weiss, dass der Export der Uhrenindustrie 2016 um 9,9% auf 19,4 Milliarden zurückging, weil der Terror Europa heimsuchte und der starken Franken dem Negativtrend beschleunigte.
Doch sie sieht keinen Bedarf darin, die Messe für die Handyanbieter zu öffnen, obwohl für viele der Blick darauf statt auf die Uhr am Handgelenk genügt. Auch hält sie am Standort Basel fest, obwohl die Ausstellerzahl zurückgeht, die Westschweizer eine eigene Messe in Genf auf die Füsse gestellt haben und ein Thailändischer Journalist bemerkte, Basel sei ganz schön weit weg, um sich die neusten Trends anzuschauen, die Baselworld solle doch wie die Art Basel einen Ableger in den USA oder Asien machen.
Und so laufen bis zum 30. März wieder viele Damen auf High Heels und Männer in schicken Anzügen durch die Messehallen mit vielen Polizisten und Sicherheitsleuten und betrachten die Modelle in den Schaufenstern. Die Baselworld soll gemäss Sylvie Ritter ja auch nicht unbedingt eine Publikumsmesse die Allgemeinheit sein sondern wie eh und je ein wichtiger Eckpfeifer der Schweizer Industrie für Einkäufer, Geschäfte, Sammler und Menschen sein, deren die grosse Schönheit eines Uhren- oder Schmuckemachers selten verborgen bleibt.
Den der Glaube hinter einer Uhr ist doch, dass man die Lebenszeit messen kann. Nur bei einer Uhr kommt die nächste Stundenzahl in zwölf Stunden wieder, im Leben nicht. Und beim Schmuck bleibt die Schönheit ewigs, während das Gesicht altert. Haben und Sein sind oft zwei verschiedene Dinge.
Genannte Marken und ihr Links

Faszination Sense – Fotos, Aquarelle und Installationen von Peter Imhof, Walter Poffet und Ulla und Rolf Klaeger in Köni

Beim Stichwort „Urlandschaft Sense“ leuchten jedem Berner und Freiburger die Augen, den ab den ersten warmen Tagen wird dort die Schönheit der wilden Natur mit Baden, Picknicken oder Spazieren erlebt. Doch wie sehen Künstler diese einzigartige Naturlandschaft? Die Ausstellung „Faszination Sense“ in der Galerie proiectum XXIII in Köniz gibt bis 30. Juni Antworten dazu.

 
 
Fotograf Peter Imhof, die Sense, eine Flusslandschaft zwischen Thörishaus bis Schwarzsee, ist wild. Nun wollen Sie die Faszination dieser Urlandschaft in die Galerie „proiectum“ bringen. Wie soll das gehen?
Genau genommen ist es eine Flusslandschaft, die von Laupen (Zusammenfluss
Sense/Saane) bis ins Schwarzseegebiet reicht, wo die Warme Sense ihren Ursprung hat.
Doch ebenso gehört auch die Kalte Sense aus dem Gantrischsee und den umliegenden
Tälern dazu.
Das Erscheinen meines Fotobuches im Herbst 2015 hat inzwischen einiges bewegt.
In meinem Fotobuch sah das neue Galeristen-Ehepaar Markus und Sandra Joho (als
Nachfolger von Katharina Kuhn) eine wundervolle Gelegenheit, ihre erste Ausstellung
gleich mit einem attraktiven, eher unkonventionellen Projekt zu starten.
Die Vision stand im Raum, aus meinem Fotobuch die Ausstellung «Faszination Sense»
zu realisieren. Die Idee war es dabei, möglichst viel «Senseness» in die Galerie zu
bringen. Neben mir als Fotograf und Buchautor kamen daher nach und nach weitere
Akteure mit ihren Werken hinzu: Walter Poffet, Ulla und Rolf Klaeger und Jürg Müller.
 
Sie, Peter Imhof,  sind die Sense schon mehrmals in Gummistiefeln und Fotoapparat abgelaufen, haben den Bildband «sense» veröffentlicht. Stellen Sie doch die anderen Künstler vor, die da mitmachen?
Gummistiefel reichen für einen Sense-Trail definitiv nicht aus. Recht oft durchquert man
den Fluss nämlich in metertiefem Wasser. Den Bildband habe nicht ich, sondern der
Verlag Weber AG in Thun veröffentlicht. (Übrigens: die erste Auflage ist bereits seit
Monaten restlos ausverkauft, wird jedoch im April/Mai in zweiter Auflag neu gedruckt).
Neben meinen besten Bildern aus dem Buch (meist im Format 70×70 cm) sind es die
Aquarelle von Walter Poffet, die das besondere Ambiente der Sense in die Galerie
bringen. Für ein einzigartiges Erlebnis sorgt die 45minütige Video-Produktion von
Jürg Müller. Der Künstler hat seine winterlichen Aufnahmen vom Januar 2016 von der
Sense mit der Musik von Béla Bartók zu einem berührenden Stimmungsbild komponiert.
(Leider nur anlässlich der Vernissage).
Was man bisher in der Region wohl kaum je in einer Galerie gesehen hat – eine
Landart-Installation von Ulla und Rolf Klaeger mit Sensesteinen und Naturmaterialien.
Insgesamt vier erfolgreiche Künstler also, denen es gelungen ist, die Vision einer
authentischen «Senseness» in die Galerie zu zaubern.
 
Sie sind ja bisher eher als Einzelgänger, der schreibt und fotografiert, in die
Öffentlichkeit getreten. Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den andern drei
erlebt, wie ging das gemeinsame Sichfinden vor sich.
Es stimmt, beim Schreiben und Fotografieren ist es von Vorteil, wenn man Einzelgänger
ist. Kreativität braucht Ruhe, volle Konzentration auf das Projekt. Das ist nicht nur mir
wichtig. Eigentlich hat uns das senseBuch und die Liebe zur Sense zusammengebracht.
Faktor Zufall hat hier eine wichtige Rolle gespielt. In sehr kurzer Zeit sind wir zu einem guten
Team zusammengewachsen, arbeiten gemeinsam mit dem Galeristen-Ehepaar an unserem
Ziel, helfen einander unkompliziert. Wir haben uns auch schon an der Sense getroffen.
Kommunizierten in der letzten Phasen fast täglich miteinander. Gute Kontakte offene
Gespräche sind die Grundlage für unsere Arbeit. Ich denke, so stimmt es für alle,
so macht es Spass.
 
 
Die Ausstellung ist bis 30.6. offen, dann ist die Sense wieder grüner als jetzt.
Kann man Sie oder die andern in der Galerie treffen oder nur am Fluss?
 
Wenn jemand uns in der Galerie treffen möchte, können wir sicher jederzeit
einen Termin vereinbaren. Einfach so in der Galerie sitzen und Daumen drehen
eher weniger. Mit Sicherheit wird die Sense nach der Ausstellung speziell für mich
wieder vermehrt ein Thema sein. Auch ohne Projekt im Kopf gibt es noch so viel
zu sehen und zu erleben dort am Wasser. Die Kamera darf dabei natürlich nie fehlen.
Und nicht zuletzt freue ich mich, wieder einmal einer Ringelnatter begegnen zu
dürfen.
 
Galerie proiectum – Faszination Sense
 
Die Öffnungszeiten:  
Montag bis Freitag 08.00 -12.00
und 14.00-17.00 Uhr
Adresse:
 Sägestrasse 75, 3098 Köniz

Link

Der Bericht zum Buch Sense von Peter Imhof hier
Fotos stammen von Peter Imhof

Giardina 2017 – Natürliche Gartenbilder, Japan und Handwerkskunst

IMG_0001 (2)
Rechtzeitig zu den steigenden Temperaturen zeigt die Giardina 2017 in der Messehalle Zürich bis zum Sonntag die Gartentrends der diesjährigen Saison. Sie legt den Fokus auf die neue Natürlichkeit in der Gartengestaltung, Objekte aus Holz, Metall und Stein von den Handwerken, der Balkon wird auch nicht vergessen, aber der Höhepunkt ist der Japangarten.

Der aus Kempen bei Düsseldorf stammende Unternehmer Reinhold Borsch hat eine Leidenschaft für Kois. Er baut weltweit Fischteiche und japanische Gärten.Von den 270 Ausstellern an der diesjährigen Giardina hat er die meisten Schwierigkeiten auf sich genommen, Kois und Pflanzen aus Asien in Quarantäne gegeben, um einen Japangarten samt Teehaus und Koiteich im Originalmassstab in der Messehalle zu bauen. Die Harmonie von Wasser, Pflanzen, Farben und den Kois ist genau das, was der Zuschauer der Ausstellung sucht und findet, mit allen sieben Sinnen das Gartengefühl erleben.

 

IMG_0012 (2)

Natürlich wirkende Bepflanzung von Garten, Terrasse und Balkon sind der Trend des Jahres. Egli Grün aus Sirnach kennt das Leid vieler Hausgärten. Sie werden immer kleiner und trotzdem möchte der Besitzer Schutz, Erholung und Natur erleben. Die Firma verbindet Naturstein und eine Pflanzenwelt, die an die Blumenwiesen erinnert.Stauden und Ziergräser wechseln sich mit Blumentöpfen ab. Das Ganze hat etwas wildromantisches und ist trotzdem ein Ruhepol für gestresste Nerven.

IMG_0008 (2)

Wer keine Ideen hat, der belegt den Weg mit Kieselsteinen und stellt einen Topf mit einem Buchs dazwischen. Dieses traurige Bild sieht man besonders vor Firmengebäuden. Doch die Giardina ist ja ein Topf voller Ideen wie es besser aussehen könnte und Handwerker aus dem Land zeigen, was aus Stahl, Metall oder Holz von traditionsreichen Schweizer Manufakturen oder Designer möglich ist. Die Skultpuren setzten aus dem Balkon oder der Terrasse stimmungsvolle Akzente

IMG_0025 (2)

Für viele ist der Balkon, die Kleinterrasse oder ein Kleingarten immer noch der Fleck Eigentum, den er begrünen kann. Der Urban Gardening Trend hält ungebrochen an und ein Boom erleben zurzeit dekorative Nutzpflanzen wie Quinoa, kleinwüchsiger Mais mit violetten Kolben und Federkohl.Wer keine Beete hat, kann die bunten Filzsäcke kaufen und gesundes Gemüse, Kräuter und Beeren heranziehen.

IMG_0022 (2)

Wir leben in einer digitalen Weg und warum sollte diese nicht auch was erfinden, dass dem Hobbygärtner hilft. Gardena hat das smart system mit dem sie, über einer App auf dem Handy das Mähen und Giessen von kilometerweit steuern können. Vollautomatisch wird so der Rasen oder die Pflanzen gegossen und der Rasen gestutzt.

Die Giardina ist vom 15.- bis 19. März in der Messe Zürich von 9-20 Uhr, freitags bis 22 Uhr und sonntags bis 18 Uhr geöffnet.

Weiter Infos zur Ausstellung hier

 

2.Slow Food Market Bern – Messe für den guten gesunden Geschmack des Essens

Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried erinnerte in seiner Eröffnungsrede zum zweiten Slow Food Market in der Beaexpohalle 4, dass ein Italiener diese Marktidee hatte, als Reaktion auf den ersten McDonald im Land. Somit wollen bis Sonntag 195 Produzenten aus dem In- und Ausland in Bern hinstehn und ihr Geschicht zeigen für ihr gesundes Essen mit viel Liebe zum Detail.

Bei der zweiten Auflage des Slow Food Market werden die Welschen verstärkt einbezogen und ihr Käse oder die Salami duftet schon von weitem. Auch gibt der Markt neben dem grösseren Rahmenprogramm neben der Slow Food Küche Kleinstproduzenten die Möglichkeit ihre Idee für ein gesundes Leben erstmals einem grösseren Publikum vorzustellen.
Alec von Graffenried ist auch der Begriff „Slow“ im Messetitel als Berner sehr sympatisch. Den diese Messe muss man mit leerem Magen besuchen und „langsam“ füllen mit all den Probierhäppchen an den Ständen. Frei von der Benützung des Handy oder TVs  neben dem Teller erfahren dann die Sinnesorgane des Besuchers, dass gutes Essen eigentlich nur gut ist, wenn es gut angebaut oder produziert wurde.
Fritz Reusser-Binkert wohnt im Eriz am Fusse des Honegg und hat Kühe, aber ein Problem. Ein Stück seiner Weiden ist zu steil für die Tiere. Seine Mutter hatte mal im Ausland von den Zwergzebus gehört. Eine bis 130 Zentimeter hohen Buckelrinderrasse aus Südasien. Seit 2010 hält er ein Paar dieser Tiere und stellt an der Messe erstmals das verarbeitete Fleisch vor, das 25% weniger Cholesterin als Rindfleisch oder sogar 40% weniger als Schweinefleisch in der verarbeiten Wurst für 12.– hat und sehr leicht mundet und an Wild vom Geschmack erinnert.
Nicola Glauser ist ein Mann mit einem breiten Lachen und einer geschickten Art, wenn es darum geht, Milchprodukte aus dem Belpberggebiet unter dem Label Jumi zu vertreiben in den örtlichen Restaurants, aber auch nach London oder Wien. In der fünften Generation wird an sieben Tage der Woche an verschiedenen Orten Rohmilch innerhalb von 24 Stunden verarbeitet zu Käsen mit poetischen Namen wie Aarewasser, Appenberger Mutschli, Belper Knolle oder Blauer Schnee.Diese Käse schmecken am besten mit einem Ligu Lehm  – einem Brot mit verschiedenen getrockneten Früchten.
Als Sozialwissenschaftlerin fehlte Barbara Schmid aus Rosshäusern irgendwann der Bezug zur Erde und sie lernte mit 33 Jahren Gemüsegärtnerin. In der Süri produziert sie seit letztem Jahr unter dem Namen Microgreens Keimlinge wie Kresse, Weizengrass oder Sonnenblumen. Die Beilage zu Smoothies oder Salaten oder zum Knabbern produziert sie biologisch als erstes Unternehmen der Schweiz. Wenn das Geschäft mal grösser wird, möchte sie Mitarbeiter, die einen betreuten Arbeitsplatz brauchen , um ihre Nerven durch die Arbeit mit der Erde zu beruhigen, einstellen.
Drei von vielen Beispiele vom zweiten Berner Slow Food Market, der das Lokale in den Vordergrund rückt und sich als Reaktion auf die überhandnehmende Globaliserung und Industralisierung im Lebensmittelbereich versteht.

Slow Food Market 10. – 12. März Bernexpo Halle 4

Weitere Infos zur Ausstellung

Hier noch die im Text erwähnten Produzenten

Was jeder gegen das Bienensterben tun kann?

Die Hilferufe der Imker über das Bienensterben der vergangenen Jahre stiessen bei der Düngerindustrie und dem Bund auf taube Ohren. Doch ohne Bienen keine Blumen, keine Natur. Also ist jeder gefragt, etwas gegen das Elend zu machen. Eine Blumenwiese mit dem Pflanzenziegel Sellana Honey Meadow bietet Wildbienen Nahrung und lässt sich auf dem Balkon und Garten verwirklichen.

Bienen sterben, weil sie in der Schweizer Naturlandschaft ein Defizit an Pflanzen vorfinden, dies ist auch dem Pflanzenproduzent Daniel Labhart und der Wildbienenschützerin Deborah Millett vom Verein wildBee klar. Aber sie erkennen auch, dass viele Menschen, die auf dem Balkon oder im Garten oder einer Grünfläche etwas Platz haben, etwas für das Nektarholen der Bienen machen wollen.
Die Lösung gibt es im sechseckigen Pflanzenziegel Sellana Honey Meadow,- eine Weltneuheit entwickelt von der Gärtnerei Daniel Labhart in Schafisheim, der in ausgesuchten Gartencentern erhältlich ist.
 Zehn verschiedene heimische Wildblumenarten von der Berg-Aster bis zum Heilziest sind in jeden Sellana Pflanzziegel eingesät: Pflanzen, deren Pollen unzähligen Wildbienen Nahrung bieten.
Einpflanzen lässt sich die mobile Futter-Tankstelle in Minutenschnelle: Nur sechs Spatenstiche braucht es, und schon ist sie platziert. Dafür wurde eigens eine Sechseckschale entwickelt, die der Tiefe einer ausgestochenen Grassode entspricht.
Auch die Pflege der Sellana Honey Meadow Pflanzziegel ist denkbar einfach.
 Nur direkt nach dem erfolgten Einsetzen oder bei längerer
Trockenheit muss gegossen werden. Verblühtes wird nicht abgeschnitten, sondern darf sich den Sommer über versamen. So können sich die Pflanzen je nach Lieblingsstandort etablieren und auch in den Folgejahren summende Wildbienenfreude in den Garten locken. Die Wuchshöhe beträgt zwischen 30 bis 60 Zentimeter.
1 Franken pro verkauftem Ziegel wird dem Verein wildBee zur Realisierung von WildbienenschutzProjekten zur Verfügung gestellt.

Nähere Infos zum Verein wildBee hier 

Alptraum – Manuel Lobmaiers Film über die Schwierigkeiten zurück zur Natur und dem Zwischenmenschlichen

Der Walliser Filmer und Künstler Manuel Lobmaier wollte für sein Erstlingswerk „Alptraum“ weg von der Zivilisation, doch der Aufenthalt auf der Alp mit seinem Freund Robin wurde wegen dem Wetter, einer Schafhirtin und Krankheit und Tod von Tieren zu einer Belastungsprobe für Körper und Seele. Ein Alpfilm, ab dem 9. März im Kino, der das Ueberleben in den Schweizer Bergen schonungslos ehrlich zeigt.Vorab gibts exklusiv Vorpremieren!

Im Gegensatz zu Deinem Film “Alptraum” wurden gerade einer anderen  Glitzerwelt die Oscar verliehen. Hast Du im Pyjama die Verleihung nachts , wo ja auch Deine Filmkollegen nominiert wurden, mitverfolgt oder bist Du eher ein Einzelkämpfer im Schweizer Filmgeschäft?

Ich hab die Verleihung nicht wirklich mitverfolgt, interessiere mich eher für das, was ich in meiner unmittelbaren Umgebung beobachte. (Auch ist mir die Welt der Oscars eher suspekt – auch wenn die nominierten Schweizer Filme ihren Erfolg verdient haben. Drum wäre die Antwort wohl eher „Einzelkämpfer“ – auch wenn ich durchaus vernetzt bin.
 
Du bist 1981 im Adliswil nahe Zürich geboren worden, sprichst aber seit dem Besuch und dem Bachelor 2009 an der Kunstschule Sitten Walliserdeutsch. Da wären doch die Berge schon viel früher näher gewesen, um eine Beziehung zu ihnen aufzubauen, warum erst jetzt Dein Trip über Monate auf die Alp?

Ich habe eine sehr enge Beziehung zu den Bergen, bin in ihnen grossgeworden und habe viel Zeit in ihnen verbracht: am Klettern, Bergsteigen, Meditieren und Gleitschirmfliegen. Ausserdem hatten meine Eltern Milchschafe, die wir bereits als Kind auf die Alp brachten… vielleicht kommt von diesen frühen Kindheitserinnerungen meine Affinität zur Alp.



Du bist wie Thomas Rickenmann, Filmer von “Alpzyt” beim gleichen Verleiher. Waren die eher konservativen Filme des Ostschweizers der Auslöser zu Deiner 4 Monaten Dokumentation “Alptraum”, der nüchtern daherkommt oder der Wunsch das Zivilisationskostüm abzuwerfen oder die Männerfreundschaft zu Deinem Kollegen Robin auf die Probe zu stellen?

Als ich damals auf die Alp ging, hatten Robin und ich grosse Lust einen Film zu machen, allerdings zweifelte ich, ob die Erlebnisse unseres gemeinsamen Sommers für ein grösseres Publikum interessant sein könnten.
Robin war da viel zuversichtlicher, er sagte so etwas wie: «Es gibt so viel oberflächliche Alpfilme. Selbst was uns banal erscheint ist für ein solches Publikum interessant weil der Kosmos Alp an sich interessant ist.»
Damals glaubte ich ihm nicht… es gibt sogar die Anektote, wo wir beide im Postauto sitzen; damals, Mitte Mai auf dem Weg zur Alp… und wir darüber stritten, ob wir jetzt einen Dok-Fic oder einen Dokumentarfilm drehen wollten. Wir stritten im öffentlichen Bus, auf dem Weg hoch zu unserer gemeinsamen Alp. Man muss sich das mal vorstellen. Eigentlich hat unser Alpsommer so angefangen.
Jetzt seh ich ein, dass Robin recht gehabt hat – allerdings ahnte ich damals nicht, was uns in diesem Sommer noch alles erwartete. Es war echt ein verrücktes Setting… und alle Elemente eines Hollywoodfilmes waren vorhanden: Eine Aufgabe, ein starker Wunsch, ein Lernprozess, Verdrängung und Auflehnung gegen das Schicksal. Kampf mit dem Freund. Und mit der schönen Schafhirtin der Nachbaralp hatten wir auch noch eine Liebesgeschichte im Film. Wie Hollywood halt, nur echt.
Als ich in Solothurn zum Publikum sagte: „Es braucht einen Alpfilm der endlich abschliesst mit dem Klischeebild“ hat das Publikum ganz unerwartet geklatscht. Das ist schön.
Allerdings möchte ich nicht einen Film machen in Reaktion auf andere Filme, sondern ein authentisches Werk schaffen, das für sich selbst steht. Und ich finde mit Alptraum ist das gut gelungen. Und wenn ich die begeisterten Reaktionen des Publikums sehe, die täglich steigenden Zuschauerzahlen an der Vorpremiere in Zürich… dann kann ich es kaum fassen – auch wenn ich immer irgendwie an den Film geglaubt habe.


 
Warum hast Du vor Deinem Alpaufenthalt keine Kurzlehre bei einem Bauern gemacht sondern bist mit einem Handbuch unter dem Arm auf die Alp gestiegen?

Was der Film verschweigt: Auch Robin kam aus einer Kleinbauernfamilie (wie auch bei mir mit Hippie-Tendenzen) und hat ein Jahr vor dem „Alptraum“-Sommer mehrere Wochen aus unserer Alp gearbeitet. Durch diesen Umstand kamen wir an diese Alp.
Ich glaube, auch wenn Robin und ich miteinander klargekommen wären, hätten wir die Alp wohl ganz gut meistern können – selbst in einem solch verregneten Sommer


Die Beziehung zur Natur, den Kühen ist das eine, aber Du hast als Beziehungsmensch trotz Freund, mehr mit der Einsamkeit zu kämpfen, scheint mir, den “Alptraum” ist kein “Brokeback Mountain”?

Ich habe „Brokeback Mountain“ nicht gesehen. (Ist das der Film mit einem schwulen Menschen in der Natur?) Ehrlich gesagt, hatte ich auf der Alp nicht im Geringsten mit der Einsamkeit zu kämpfen, im Gegenteil, sie war meine Erlösung! Wie glücklich war ich plötzlich, wenn Robin wieder für eine Nacht bei der Nachbarhirtin war. Dann hatte ich die Alp für mich und musste nicht wegen jeder Kleinigkeit diskutieren. Es war wie eine unglaubliche Befreiung wenn er weg war. Ein Gefühl von: jetzt kann ich endlich wieder mich selbst sein. Dass mein 6-wöchiges zähes Kranksein jeweils dann besser wurde, wenn er weg war, spricht für sich.
Nun ist ein Jahr vergangen seit Deinem Alpaufenthalt, was hast Du mitgenommen und wie hat sich Dein Charakter verändert seit dann?

Das Auseinanderbrechen unserer 15-jährigen Freundschaft hat uns sicher beide geprägt, Robin wohl ebenso wie mich. Wir waren uns so nah gewesen! Aber als Mensch verändert man sich und lebt sich auseinander. An Konflikten wächst man, aber das braucht Bereitschaft zur Verarbeitung – und dann zum Loslassen.
“Alptraum” wird in Deinem Leben als Musiker und Drehbuchautor und Filmer ein Extrem sein, was für Projekte stehen dieses Jahr an?
Ich möchte in einem Rail-Roadmovie erforschen wieso Frankreich in 100 Jahren über zwei Drittel seiner Eisenbahnlinien stillgelegt hat – während die Schweiz heute mehr Normalspur-Eisenbahnkilometer hat als je zuvor. Anhand der Eisenbahn kann man sehr gut die unterschiedliche „Funktionsweise“ beider Länder beleuchten.
Das wird ganz ein anderer Film werden als „Alptraum“, aber ich versuche auch dort den Humor und die Frechheit beizubehalten. Jetz muss ich nur noch meine Produzenten überzeugen, sich nochmals mit mir ins Abenteuer zu wagen [lacht].
Es gibt folgende Vorpremieren mit der Anwesenheit von Manuel Lobmaier
2.3.2017 bis 8.3.2017 12.15 Uhr  Bern Cinemovie 1
03.03.2017 – 20:15 Uhr – BERN, CineMovie 1
06.03.2017 – 20:30 Uhr – GSTAAD, CineTheater
11.3.2017 17.30 Gstaad CineTheater
12.3.2017 Gstaad CineTheater
07.03.2017 – 20:30 Uhr – BRIG, Kino Capitol
08.03.2017 – 20:15 Uhr – SIGNAU, Kino Roxy
09.03.2017 – 20:15 Uhr – LANGENTHAL, Kino Scala

   Weitere Infos zum Film hier

und Manuel Lobmaier hier