Baselworld 2017 – Uhren, Schmuck und Schwierigkeiten

Vom 23.-30. März zeigt die Plattform der Schweizer Uhren- und Schmuckindustrie zum 100 Mal ihre Kreationen an der Baselworld. Doch der Terror, das schmalere Budget der Mittelschicht führten in den letzten zwei Jahren zu Schwierigkeiten bei Ausstellern und Besucherzahlen. Ob die Messe für den gehobenen, luxuriösen Lebensstil im Jubiläumsjahr wieder zur Weltmesse für Trends wird, zeigen die kommenden Tage.

Zwei Dinge im modern Leben lassen den Blutdruck und die Herzfrequenz höher schlagen, das Handy und die Uhr.
Der Blick darauf bedeutet meist Stress, aber an der Baselworld, der grössten Uhren- und Schmuckmesse der Schweiz ist der Blick auf die Stundenuhr etwas fürs Auge, Schönheit pur. Bei 1300 Ausstellern und davon 220 Schweizer in zwei Messehallen gibt es für die Besucher das zu sehen, was die Schweiz neben dem Käse und der Schokolade weltberühmt gemacht hat und nach der Pharma- und Metallindustrie an dritter Stelle mit 24,4 Million Fertiguhren exportiert wird.
Zwar glaubte man lange die Uhr habe als Statussymbole bei der breiten Bevölkerung durch die billige Swatch an Bedeutung verloren, doch dies stimmt nur für das Fussvolk. Für die gehobene Kundschaft ist die Uhr nachwievor ein Lifestyle Produkt, dessen Neuheiten von Berühmtheiten aus Film oder Fernsehen vorgeführt werden und Damen und Herren gerne kaufen.
Seit Anfang Jahr ist das Gesetz der Norm „Swiss made“ in Kraft, welches vorsieht, dass mindestens 60% einer Uhr in der Schweiz gefertigt werden muss und die Qualität vor die Quanität setzt. Firmen wie AeroWatch aus Saignelégier in der Halle 2.0 Stand c 37
oder Mauron Musy aus dem Tal an der Broye St. Aubin in der Halle 1.2 Booth WO4 möchten mit diesem Label den Kunden Garantien hinsichtlich Hochwertigkeit und Herkunft gewähren. Mauron Musy ist auch einer der Marken, die in der Halle 1.2 in der neu geschaffenen Abteilungen „Les ateliers“ sich zeigen, die für Innovationen stehen.
An der Pressekonfererenz zur Baselworld setzte Direktorin Sylvie Ritter ihr Lächeln nur mässig ein, denn sie weiss, dass der Export der Uhrenindustrie 2016 um 9,9% auf 19,4 Milliarden zurückging, weil der Terror Europa heimsuchte und der starken Franken dem Negativtrend beschleunigte.
Doch sie sieht keinen Bedarf darin, die Messe für die Handyanbieter zu öffnen, obwohl für viele der Blick darauf statt auf die Uhr am Handgelenk genügt. Auch hält sie am Standort Basel fest, obwohl die Ausstellerzahl zurückgeht, die Westschweizer eine eigene Messe in Genf auf die Füsse gestellt haben und ein Thailändischer Journalist bemerkte, Basel sei ganz schön weit weg, um sich die neusten Trends anzuschauen, die Baselworld solle doch wie die Art Basel einen Ableger in den USA oder Asien machen.
Und so laufen bis zum 30. März wieder viele Damen auf High Heels und Männer in schicken Anzügen durch die Messehallen mit vielen Polizisten und Sicherheitsleuten und betrachten die Modelle in den Schaufenstern. Die Baselworld soll gemäss Sylvie Ritter ja auch nicht unbedingt eine Publikumsmesse die Allgemeinheit sein sondern wie eh und je ein wichtiger Eckpfeifer der Schweizer Industrie für Einkäufer, Geschäfte, Sammler und Menschen sein, deren die grosse Schönheit eines Uhren- oder Schmuckemachers selten verborgen bleibt.
Den der Glaube hinter einer Uhr ist doch, dass man die Lebenszeit messen kann. Nur bei einer Uhr kommt die nächste Stundenzahl in zwölf Stunden wieder, im Leben nicht. Und beim Schmuck bleibt die Schönheit ewigs, während das Gesicht altert. Haben und Sein sind oft zwei verschiedene Dinge.
Genannte Marken und ihr Links

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