Internationales Filmfestival Freiburg – Von der Mongolei bis Kenia

Früher als andere Kantone hatte Freiburg stets einen hohen Ausländeranteil, ist deshalb mit anderen Kulturen vertraut und so überrascht es nicht, dass die 31. Ausgabe des Internationalen Filmfestival zwölf Spiel- und Dokumentarfilme aus vier Kontienten in den Wettbewerb schickt und ein Publikumsmagnet ist.

Noch bis zum 8. April laufen 140 Filme aus 45 Ländern, die zwar nicht immer brandneu sind, aber den Geist des Festivals, die Welt zu Gast in Freiburg zu haben, wiederspiegeln. Nachdem bei uns der Beruf des Filmevorführer der Computersteuerung zum Opfer fiel und viele Kinos in den Stadtzentren schliessen und nur noch Multiplexbauten in Aussenqurtieren, wo das gemeine Volk wohnt, funktionieren, überrascht der volle Kinosaal an der zweiten Vorführung des Eröffnungsfilms „The Eagle Huntress“. Doch dieses Bild wiederholt sich oft an diesem Festival, das Leben in die Kleinstadt bringt und aussergewöhnliche Gäste.
Eine davon ist Aisholpan Nurgaiv. Sie hat den weiten Weg aus der tiefsten Provinz der Mongolei zusammen mit ihrem Vater auf sich genommen, um neben Festivalpräsident Francois Nordmann einige Worte, die niemand versteht, an das welsche Publikum zu richten, bevor der Film vom Otto Bell „The Eagle Huntress“ (Foto) beginnt. Er zeigt wie ihre grosse Liebe zum Vater ihr den Mut gab, in seine Fusstapfen zu treten, um in den Bergen junge Adler zu stehlen, die sie dann dressiert und als erste Frau an einem Wettbewerb in verschiedenen Tests zeigt. Damit setzt sie sich gegen die alten Männer durch, die immer noch glauben, Frauen können das nicht und gehören hinter den Herd.
Der Dokumentarfilm, der besonders zu Beginn etwas gar eingeübte Aussagen hat sonst schöne Landschaftsaufnahmen und dank dem Einsatz einer Drohnenkamera für die Perspektive des Vogels auffällt, hat noch einen Pluspunkt bei der Jury. Die will nämlich mit dem Programm eine Gegensteuer gegen die Männerlastigkeit in der Branche setzten. Aisholpan Nurgaiv in ihrer Fuchsmütze im heissen Filmsaal sieht sehr ergeizig aus und vom Kulturschock nicht eingeschüchtert. Könnte am Schluss gewinnen.
Ein weiterer Favorit auf die 30 000 Franken Preisgeld ist auch der erst am kommenden 8. April zu zeigende Film  „The Birth of a Nation“ von Nate Parker, der von einem gebildeten Sklaven in den USA des 19. Jahrhndert handelt.
Die Schweizer sind fast nicht vertreten an diesem Festival ausser die kanadisch-schweizerische  Regisseuerin Lea Pool, die nach sehr langer Auszeit mit „Double Sentence“ wieder ein Werk am Start hat.
 Eine carte blanche hatte der amerikanische Schriftsteller Douglas Kennedy, der den Jungen unbekannt ist und eine Reihe alter Filme aus seiner Heimat aus den 50/60er Jahre für das Programm auswählte.
Für Filmbesucher wird empfohlen früh anzureisen und ein Ticket für die über die im Zentrum vertreuten Kinos zu kaufen, da es sich oft lange Schlangen bilden.

Weitere Information zum Festival hier

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