Zermatt unplugged – Stefan Eicher auf der Zeltbühne

Obwohl Stefan Eicher keine Rolle spielt im aktuellen Musikschaffen der Schweiz weil er seit 2012 und bis auf Weiteres wegen Rechtsproblemen nichts Neues veröffentlichen kann, ist er zuoberst auf dem Plakat des Zermatt unplugged. Wohl deshalb, weil er mit dem Film „unerhöhrt jenisch“ es als in Frankreich lebender Musiker schaffte wieder ins Gespräch zu kommen. Zusammen mit seinem Bruder Erich, Anwalt und Musiker, begibt er sich darin auf die jenischen Wurzeln der Familie Eicher.
Stefan Eicher ist anders, hatte schon zu Grauzonenzeiten ungewohnliche Musik gemacht und wie bei seinem ersten Konzert im Fri-Son Freiburg vor dressig Jahren ist es wiederum diese ungewöhnliche Sprech- und später Singstimme, die das ausverkaufte Zelt in Zermatt begrüsst sieben Jahre nach seinem letzten Auftritt.
Mehrsprachig wie das Alpendorf geht es dann französisch, schweizerdeutsch, englisch durchs Programm des 56 jährigen Chansonniers, der lange nicht wusste, warum er eine solche Spiellust als einer aus Münchenbuchsee stammender Berner hatte, bis ihm jemand und das war nicht sein Vater über seine Zigeunerwurzeln aufklärte.
Zu Beginn des dreistündigen Konzerts überraschen die zwei Gastmusikerinnen Heidi Happy aus Luzern. Sie zauberte mit ihrem Zylofon und der Engelstimme Romantik als Duo ins Zelt während mit Rapperin Steff La Cheffe das Beatboxen und der Rap die Oldies des Liedermachers auffrischen oder in ein neues Kleid zwangen wie das „Guggisberglied“. Nicht immer geht das gut und das Beatboxen ist oft zu laut oder es entsteht ein Klangbrei.
Stefan Eicher singt gerade über den Tod, die achtköpfige Band stoppt und aus den Gängen tritt ein Blasorchester, das fortan für fetten Sound sorgt und nach schwermütigen Liedern die Leute zum tanzen auffordert und mit weiteren Ueberraschungen geht es weiter.
Das Zermatt unplugged ist zehnjährig, als dachte sich Stefan Eicher, wenn es etwas zu feiern gibt, dann mit allen Zuschauern, also ruft er nach Bäcker Philippe und der backt fortan in Echtzeit am Rand der Bühne Dutzende von kleinen Marrorkuchen und gibt die Zeit durch, bis alles gebacken ist. So heisst es für Stefan Eicher singen oder eine Geschichte erzählen, wie jene, wie Gott die Schweiz und das Matterhorn erschuf.
Die Spielfreunde des mittlerweile zu einem Orchester angewachsen Stefan Eicher wurde stets grösser, lieferte im letzten Drittel Höhepunkte wie „Eldorado“ und die Begeisterungsstürme des eher älteren Publikums waren riesig.
Mani Matter, Peter Reber und Stefan Eicher, die erfolgreichsten (Berner) Musiker der letzten sechzig Jahre und nur einer hat Weltformat – Stefan Eicher, der war wie die Walliser sagen :
„einfach huuereguet“.

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