Zermatt unplugged – Nelly Furtado auf der Zeltbühne

Es war ein kühles Erwachen an diesem Morgen vor dem Soundcheck für die Kanaderin mit portugisischen Wurzel Nelly Furtado in Zermatt. Knapp über null Grad, leichter Schneefall, die Berge im Nebel.
Eine kalte Dusche bekam Nelly Furtado auch über die letzten zehn Jahre, nachdem das von Timbaland produzierte Album „Loose“ sie 2006 zum internationalen Superstar gemacht hatte, floppten die nächsten zwei Platten.
Was macht eine Frau, die arbeitslos wird? Sie wird Mutter, lernt gemäss eigenen Angaben das Nähen, absolviert einen 10 000 Meter Lauf, hilft in der Schulbücherei ihrer Tochter aus.

Jetzt veröffentlicht sie „the Ride“, ein Album mit ungewohntem Indiesound. Ob das gut geht? Wird sie ihren Plattenvertrag halten können und am Zermatt unplugged das Zelt füllen? Der 5.April gab Antwort auf die letzte Frage.

Ja, der Saal war voll und südländische Dialekte wie viele andere ausländische Gäste und einige Walliser jeglichen Alters empfingen mit einem warmen Applaus „Powerless“ der erste Song und wohls Nellys Anspielung auf das „unplugged“. Doch wer „Free as a bird“ und all den anderen Popsongs der erste halben Stunde den Stecker zieht, sie auf Gesang, Gitarre und Piano reduziert, nimmt ihnen halt auch die Kraft und das Tanzbare. So war wie später noch oft die Ballade das Stimmungsmittel. Nelly war auch sehr in sich gekehrt, machte wenig Ansagen und keine Animation.

Dann wendete sich für wieder eine halbe Stunde, der besten des Abends, das Blatt. Nelly tauchte auf, band das Publikum mit ein in ihren Querschnitt aus fast zwanzig Jahre Musikschaffen, witzelte rum, lachte wie ein Mädchen. Das Publikum bekamen Gänsehaut bei einem produgiesischen Songs bis die Stimmung wieder kippte und es wieder sehr sanft und wohl zu weiblich oder romantische wurde für Einige. Denn Dutzende von Männer verliessen den Saal, während Verliebte die Hand des Partner suchten.
„Sticks and Stones“ die einzige Zugabe der fast 40 -jährigen nach 90 Minuten war ein druckvoller Popsongs, alle standen auf und tanzten und beim Rausgehen, fragten sich einige, warum gabs nicht mehr davon.
Nelly Furtado hat angedeutet, dass „The Ride“ ihr letztes Album sein könnte und sie sich gerne auf das Drehbuch schreiben konzentieren möchte und auch eine Kunstschule besuchen.
Zermatt hat nochmals ihre feminine Attitüde in der Musik kennengelernt.

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