Solothurner Literaturtage vom 26.- 28.Mai – Flurin Jecker über sein Debut „Lanz“

Auch an der 39. Ausgabe der Solothurner Literaturtage lesen wieder Neulinge wie Flurin Jecker aus ihren Debuts zum ersten Mal vor grossem Publikum. Am Freitag 26. Mai 19 Uhr im Landhaus liest der ehemalige Velokurier und Bundjournalist aus „Lanz“- ein vierzehnjähriger Junge und wie ein Blog sein Leben veränderte.

 
Flurin Jecker, Sie werden zum ersten Mal mit “Lanz” an den Soloturner Literaturtagen am Freitag lesen. Es gibt ja den Spruch, Autoren können schreiben, aber nicht lesen. Macht Ihnen das Auftreten vor Publikum Freude und haben Sie ein besonderes Ritual vor dem Auftritt?
Wenn das Publikum neugierig ist, freue ich mich auf jeden Fall. Ein Ritual habe ich nicht.
 
Das Leben von  “Lanz” dem vierzehnjährige Jüngling bringt das Schreiben eines Blogs durcheinander, weil Schreiben einem auf sich selber zurückwirft. Hatten Sie einen kleinen Bruder oder Nachbarsjungen als Inspiration oder war  es das Rückbesinnen an Ihre Jugend, die ja noch nicht so digital war vor 27 Jahren ?
Weder noch. Es war und ist die Vorstellung eines Jugendlichen heute, eine Fiktion.
Zwar kommen auch die modernen Kommunikationsmittel in “Lanz” vor, aber trotzdem scheint mir sein Leben in der Pubertät ziemlich ähnlich wie früher ohne Internet. Ging es Ihnen gar nicht so sehr um ein Porträt eines Jungen im Digitalzeitalter sondern um ein Schicksal eines Jugendlichen?
Ich denke nicht, dass die Digitalisierung sehr viel im Innern eines Menschen bewirkt, das sind äussere Phänomene, die sich ändern. Es ging mir um das Porträt eines Vierzehnjährigen im Allgemeinen.
 
Höre ich heutige Junge im Zug an, nehmen sie viel für selbstverständlich und sind egoistisch. “Lanz” ist aber ein verunsicherter Junge, Wählten Sie bewusst einen untypischen Jungen aus?
Da bin ich ganz anderer Meinung. Heutige Jugendliche sind wie gestrige und morgige auf jeden Fall verunsichert, daher wirken sie vielleicht wie Sie sagen. Im Innern sieht das ganz anders aus, „Lanz“ soll dies zeigen.
Die Wortwahl von “Lanz” ist sehr auf den inneren Monolog angelegt, was auch etwas ermüdend wirkt. Würden Sie dieses Debut, das mal die Abschlussarbeit am Bieler Literaturinstitut war, heute wieder gleich schreiben?
Natürlich – und natürlich nicht.
Sie sind nun als Berner in Berlin und schreiben am Zweitling. Ist literarisches Schreiben nun der Lebenssinn in der zweiten Lebenshäfte oder juckt es Sie noch weiterhin für den Bund als Journalist zu arbeiten?
Literarisches Schreiben ist seit rund sieben Jahren zentral in meinem Leben. Ob ich als Journalist arbeiten muss, hängt ganz von meinen Einkünften als Autor ab. Die journalistische Arbeit kann durchaus Spass machen, sie ist aber durch und durch Brotjob.

Weitere Information zu Flurin Jecker hier

Weitere Informationen zum Buch bei Nagel und Kimche  hier

Weitere Informationen zu den Solothurner Literaturtagen hier

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