Trubschachern – Schweizer Kunst von Hodler, Giaccometti bis zur Gegenwart

Bis zum 23. Juli lohnt sich die Fahrt ins Emmental nach Trubschachern nicht nur wegen dem Gebäck von Kambly. 200 Gemälde und Plastiken von Schweizer Künstlern aus verschiedenen Epochen laden unter dem Motto „Mit neuen Augen schauen“ zum Staunen ein.

 

Bei der 20. Kunstausstellung helfen alle Dorfbewohner Trubschachern mit, damit es die Besucher wie auch den millionenteuern Gemälden in den Schulhäusern Hasenlehn und Dorf gut haben.
Auf dem Weg vom Bahnhof zur zehn Minuten entfernten Ausstellung zeigt Schang Hutter Plastiken von Menschen und ihrer Ohnmacht in totaliären Staaten. Er wird uns nochmals begegnen in den Innenräumen.

 

Doch vorerst heisst es kurz anstehen, obwohl es noch vor zehn Uhr ist, bildet sich schon eine Schlange vor der Kasse, Frühaufstehen lohnt sich allemal bei dieser sehr erfolgreichen Ausstellung, wenn es darum geht Maler wie Felix Vallotton aus Lausanne, die in Vergessenheit geraten sind, wieder zu entdecken. Wie er begannen viele im 19. Jahrhundert mit dem Kopieren grosser Meister, da es noch keine Kunstschule in der Schweiz gab. Doch das Abschauen bei den Grossen hiess für ihn wie Ernest Biéler oder einem anderen Waadtländer Louis Moillet nicht, dass sie den Blick auf die Schweiz und ihren Alltag beiseite liessen, im Gegenteil Natur und Leute sind ihre Motive.

In jedem Schulzimmer oder der Turnhalle des Schulhauses Hasenlehn liegt in der Mitte des Raumes ein Teppich und passten dazu steht eine Vase mit Blumen aus der Region von den Frauen nett hergerichtet.

 

Im Raum von Nikki de Saint Phalle, die zwar in Frankreich geboren und in den USA gestorben ist, aber lange mit Jean Tinquely in Freiburg gelebt hat, ergibt das mit den Nanas und anderen Polyesterskulpturen einen Malkasten voller Lebensfarben, die fröhlich stimmen

 oder eine Besucherin aus Zürich im Raum von Schang Hutter spontan zum Mittanzen mit einer Figur einlädt.
Die Kunstausstellung Trubschachern lebt von der Ueberraschung an einem gewöhnlichen Ort. Jedes Schulzimmer nimmt den Besucher mit in eine andere Welt. Zum einen in die des Malers und zum anderen in eine Vergangenheit, die die älteren Besucher noch kennen und die Städtler von heute neu kennenlernen können.
Ausser Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti, die grosse Namen tragen ist der Rest der Künstler eher regional bekannt, doch diese Ausstellung will ja gerade das zeigen, was man heutzutage nicht mehr in den Museen findet, aber trotzdem künstlerisch wertvoll ist.
Wer vor den Sommertemperaturen fliehen will oder nach dem Baden wieder eine künstlerisch geistige Erbauung braucht, ist im hintersten Ecken des Emmentals mit der 20. Kunstausstellung Trubschachern gut bedient und sollte sich einen halben Tag dafür reservieren.

Oeffnungszeiten täglich 10-21 Uhr bis zum 23.7.2017

Weitere Informationen zur Ausstellung hier

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