Stars of Sounds – Kunz, Marc Amacher und Göla in Murten

Der zweite Abend war ein Herrenabend und er war laut. Bevor es vom Himmel krachte, rockten die ehemaligen Bauarbeiter Kunz und Marc Amacher das verhaltene Publikum am Murtensee.

Als Kunz Marco noch zu Hause im Dorfe bei seinen Eltern und vier Schwestern wohnte, hatte er nach einer schwülen Sommernacht wie gestern schnell das Töffli gepackt und ging morgens in den Sempachersee baden. Heute wohnte er unweit des Bahnhofs Luzern und mag es nicht, wenn es über 25 Grad ist. Dann geht er am Morgen in den Wald oberhalb der Stadt joggen, nachmittags schreibt er Lieder für sich und andere und pflegt die Bekanntschaft zu seinem Entdecker Peter Räber und geht erst abends wenns kühl ist raus zu seinen Lieblingsplatz dem Löwendenkmal.
In Murten ging vor seinem Auftritt ein Gewitter runter und er sehe sich als Schönwettermusiker sagte Kunz seinen Fans beim ersten Westschweizerauftritt. Murten hatte er bereits vorher bei einem exklusiven Kochen für Gäste im Hotel Murtenhof kennengelernt und das Freiburgervolk empfingen ihn von der ersten Sekunde in der Pantschau an herzlich.
Das Ryan Gosling Double aus der Innerschweiz hat mit Dressig immer noch eine Topfigur und einen Charme, der ihn in den letzten drei Jahren vom Bauarbeiter in die Topliga der Schweizer Musiker brachte. Seine Lieder geschrieben in einfachen Worten wie Schlager,  sind Poesie aus dem luzernischen Hinterland, die jeder versteht und mitsingen kann. Die Band mit Geiger und Hackbrett spielte ein pausenloses Set, Kunz machte Spässe mit dem Publikum, die Sonne kam wieder zu Vorschein und alle waren restlos begeistert, auch wenn das Schlagzeug eine Spur zu laut eingestellt war.
Bis im letzten Winter die deutsche Castingshow „The Voice“ den Brienzer Marc Amacher bekannt machte, kannten ihn wenige und die Anlage aus dieser Zeit, die noch teilweise vom Grossvater stammte, brachte er nach Murten. Mit ihr gab es vor und während des ersten Songs erhebliche technische Probleme. Marcs Gemütlichkeit wich Verzweiflung, als er alleine ohne Techniker die Stecker der Verstärker ordnen musste. Mit hochrotem Kopf sang er dann „Personal Jesus“ und der heilige Geist sandte die Lösung, denn als die Band kam, tönte es wieder gut, aber extrem laut. Marc hatte nun genug Wut im Bauch und sang mit einer Wucht, dass man zum einem wie verwurzelt stehen bliebt vor Erstaunen oder Angst hatte, seine Lunge käme bald geflogen.  Doch dies ist Bluesrock mit Dreck am Stecken, männlich, kraftvoll, ohrenbetäubend.
Doch so sehr seine Stimme ein Wunder ist, noch ist seine Show Karaokke aus dem Berner Oberland. Die erste Cd soll Ende Jahr erscheinen und momentan interpretiert der vollleibige Brienzer Klassiker.
Die wülstigen Finger griffen in die Seiten von vier verschiedenen Gitarrentypen, die er auch mal auf dem Rücken spielte, doch der Funke sprang nur spärlich aufs Publikum über. Vielleicht weil der Auftritt mit den Oldies eher an die 60/70er Jahre erinnerte, vielleicht weil der Sound so laut war, dass einem selbst mit Ohrenstöpsel das Trommelfell schmerzte, vielleicht weil lieber Berndeutsch singen sollte und wohl zu guter Letzt ist Marc Amacher hat kein Showman und Medienliebling wie Kunz, der das Fernsehen auch in eine Spielshow einladen kann und Frauen sexy finden und anhimmeln. Ob sein Gottes Geschenk die Stimme ausreichen wird zusammen den eigenen Songs eine Karriere zu machen, wird der kommende Winter zeigen sonst muss er halt wieder auf den Bau.

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