Moon and Stars – Jamiroquai und Seven – Wer war Top oder Flop?

Nachdem am Nachmittag die Temperatur auf 36 Grad angestiegen waren und die Füsse im Lago Maggiore gekühlt wurden, tanzte das Publikum auf der Piazza Grande in Locarno zu Seven und Jamiroquai bei Moon und Stars bis um Mitternacht.

Der Wohlener Seven ging in seiner 15 jährigen Karriere stets hochprofessionell an seine Musik und richtete für Schweizer Verhältnisse seine Konzerte mit grosser Kelle an. In Locarno war das nicht alles. Das Bühnenbild und die Kleider alles stimme zu den Farben der neuen CD. Doch die kannten nur die Wenigsten, weil sie so neu ist.
 Nach der TV Sendung „Sing mein Song“ war Seven erfolgreich auf Deutschlandtournee und enttäuschte zurück in der Heimat letzte Woche am Gurten.
Auch auf der Pizza Grand hatte er über eine Stunde Mühe das Publikum mit seinem kunstvollen Funk, der wohl etwas gar zu anspruchsvoll war für das von der Hitze müde Publikum, zu animieren. Er liess auch viele Hits weg und trotz hochprofessioneller Band war er und das Liedergut den Tessiner nicht bekannt. Seven ist wie Göla oder Lo und Leduc ein Deutschweizermusiker aus dem diesjährigen Programm, der auf der anderen Seite des Gotthards nicht für ausverkaufte Konzerte gut ist.  Nach einer Zusage mit geschlossenen Augen fasste eine Zuschauerin neben mir zusammen. Dieser Deutschschweizersänger hat sicher Musik im Blut aber gerockt hat er mich nicht.
Mit Kopfschmuck, Handschuhen und im Trainer, der den etwas fülligen Körper verdeckte und mit angegrautem Bart war der Tarif bei Jamiroquai ab dem ersten Song für den Abend klar:
 Ich will Spass.
Die Scheinwerfer, das futuristische Bühnenbild, der sehr laute Sound – die Freilichtdisco auf den Pflastersteinen der Piazza Grande lud zwei Stunden bis Mittag zum tanzen ein und das Publikum trotz über Dressig ging sofort mit. Für einmal waren die Polizisten mit Gewehren am Rande, die überteuerte Verpflegung  (ein Burger 11.–) und das unfreundliche Personal vergessen und das Motto des Festivals Mond und ein Star liess den Alltag besonders in der ersten Stunde voller Kraft vergessen.
Mit seinem Klauen beim Funk und Disco der 70er Jahre plus etwas Modernes beimischen hat Jamiroquai eine Mischung gefunden, die seit Jahren funktioniert, auch wenn er immer in der gleichen Tonlage etwas singt, das nur wengiste verstehen und es im zweiten Drittel vielen bewusst wurde, dass eigentlich immer der gleiche Song in einem anderen Kleid präsentiert wurde, war es ein fröhlicher, aber nicht ausverkaufter Abend. Gut so, dann hatte man Platz zum Tanzen unter dem Himmel von Locarno als gäbe es keinen Morgen.

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