Kunsthaus Zürich – Cantastorie – Volkskunst aus Italien

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wars in Süditalien nicht viel anders als heute. Wer Aufmerksamkeit wollte, musste das richtige Bild haben. Vom 25. August bis 8. Oktober zeigt das Kunsthaus Zürich 70 farbenprächtige Tafeln aus der Gegend Napoli, die zwei Puppenspielerfamilien als Werbeplakate für ihre Darbietungen dienten.

 


Klar, im Sommer sind in Süditalien alle am Meer, doch auch diese Gegend kennt ein halbes Jahr Schmuddelwetter. Was macht der Italiener, wenn es draussen regnet oder der Gang zur nächsten Taverne langweilig wird? Anfang des letzten Jahrhunderts hatte das Volk keinen TV, Internet und Kino. Aber das Leben begreift man am besten verpackt in einer Geschichte. Das wissen die Mütter, die ihren Kinder aus dem Kinderbuch vorlesen oder Jungs, die Comics lesen oder die Erwachsenen, die ins Theater gehen. Doch zwei Künste des Vorführens sind besonders und bei uns schon vergessen, die des Puppenspiels und Bänkelsängers.

Auf 1, 5 Meter hohen und drei Meter breiten Tafeln machten die Puppenspieler Werbung für ihre Kunst mit den Marrionetten am Faden.
Doch auf den im Kunsthaus Zürich ausgestellten Werken sind keine Puppen zu sehen sondern Szenen von Rittern und Schlachten  und Fantasiefiguren. Ein Art früherer Comic ohne Sprechblase, doch detaillierter gezeichnet und eigentlich schon grosses Kino, den wer diese Plakate anschaut, hat sofort eine Geschichte im Kopf laufen und die Stimme des Kopfkinos war der Bänkelsänger.
Die Tradition der Cantastorie sah so aus: Um 15 Uhr ertönte auf dem Jahrmärkten oder im Theater die Drehorgel und der Bänkelsänger zeigte auf einer Staffalei ein szenarisches Bild und sang dazu Texte mit Seitenhieben. Aehnlichkeiten mit lebenden und historischen Persönlichkeiten waren dabei hinter vorgehaltener Hand durchaus gewollt.
Bei den Puppenspielern waren die Tafeln, die jetzt im Zürcher Kunsthaus zu sehen sind, eher Mittel zum Zweck, eine Kulisse vor der gespielt wurde und die Geschichte weitergetrieben wurde.
Nun kann derBesucher lachen über diese Volkskunst mit Rittern, Räubern und Zauberinnen, die Süditalien unterhielt und starb als die elektronischen Medien aufkamen.
Während der ganzen Ausstellungsdauer finden auf der Bühne, die innerhalb des Bilderraumes ist, regelmässig Vorführungen statt.

Weitere Informationen zur Ausstellung hier 

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