Zürich – Crique du soleil – Hinter den Kulissen mit Jan Dutler

Einen Tag vor der Europapremiere „OVO“ des Cirque du soleil im Hallenstation Zürich zeigte der einzige Schweizer Clown Jan Dutler was alles vor, während und nach dem Auftritt hinter der Bühne passiert.

Seit Montag sind die 23 Lastwagen mit Material vor dem Hallenstation und ein Herr an Mitarbeitern und Künstlern des Crique du soleil aus Monteral in Zürcher Hotels untergebracht. In 3,5 Stunden war die Bühne aufgebaut, hunderte von Leuchtern und Kabel verlegt, den bereits am Mittwochmorgen gingen die Proben wie jetzt, wo ein Chinese mit einem Rad auf dem Seil vor den Augen seiner Mutter und Trainerin turnt und ein Mechaniker am Rand der Bühne die letzten Stecker anschliesst, weiter.
Da erscheint neben dem Zirkusmitarbeiter Niccolas Jan Dutler. Vor 31 Jahren in Hütten Zürcher Oberland zur Welt gekommen, Zimmermann gelernt und vor sechs Jahren als Strassenmusiker durch Europa, den Staaten und Afrika gezogen bis ihn der kanadische Zirkus mit Weltruhm sein erstes Engagement verschafte.
Jan, morgen ist die Premiere. Du spielst eine Fliege, die sich in einen Marienkäfer verliebt. Hast Du die Rolle wie vom Regisseur vorgegeben, 100 % übernommen oder konntest Du noch was einiges daraus machen?
 
Es war eine grosse Ehre, dass ich für diese Rolle ausgewählt wurde, nachdem ich die Clownschule in Montreal fertig hatte und ich habe sie bis heute nicht wesentlich verändert wie sie vorgegeben wurde. Doch der Regisseur ist einer der zuhören kann und ich habe nun enige Abgänge abgeändert.
Wie liefen die Vorbereitungen ab?
Ich erhielt einige Videos vor den eigentlichen Proben, zum sich in die ganze Produktion einfühlen, die ja ein Riesending ist und wir sind nun während acht Monaten auf Tournee.
Du warst lange Strassenmusiker, kennst das Leben auf Reisen, wohnst jetzt zu Hause?
 
Ja , da die Premiere nun quasi vor der Haustüre stattfindet, kann ich bei meinen Eltern wohnen. Ich bin schon nervös, wenn sie mich morgen zum ersten Mal sehen werden.Sonst sind wir nicht in Schauwagen wie andere Zirkusse sondern in Hotels untergebracht.
Jeder Woche eine Woche in einer anderen Stadt. Wie sieht Dein Tagesablauf aus, wie erholst Du Dich  ?
 
Ja, nächste Woche gehts nach Genf. Ich habe meine Verlobte dabei und spiele Ukuele, bin ja Musiker, der auch Texte schreibt. Wir Clowns proben im Gegensatz zu den anderen Künstlern nicht jeden Tag und auch nicht auf der Bühne nur dahinter. In fremden Städten gehe ich gerne in Parks und die Natur, den wir sind ja fast dauernd in dunklen Stadien und das fehlt das Tageslicht.
Gleich hinter den Brettern, die die Welt bedeuten, spielen drei Musiker vor Bildschirmen live, damit sie jederzeit auf den Artisten und seine Aktion eingehen können. Ein schwarzes Tuch schirmt den Backstage. Bühnenbilder, Sofas, ein Tampolin, viel Technik ab. Dahinter die Kostüme, die jedes in Handarbeit in Monteral mit besonderen Stoffen genäht wurden. Jeden Abend sammeln vier Frauen, die verschwitzen Kleider ein, waschen sie, währen Nähererinnen die Löcher stopfen, wenn die Show schon lange fertig ist.
Das Make-up dauert beim Artisten, der sich sein nun das Kostüm für die Probe überstreift 40 Minuten und jeder macht es selber. Jetzt lässt er das Puder links liegen, tänzelt zur Bühne. Jan Dutler erzählt, dass der junge Amerikaner noch neu und für einen verletzten Darsteller eingesprungen sei. Verletzungen kämen viel mehr vor als gedacht, nur er als Clown sei davon eher verschont.
Der Mann im blauen Insektendess macht letzte Aufwärmeübungen, legt sich auf den Bühnenboden, sammelt seine geistige und körperlichen Kräfte für die nächsten drei Minuten. Die Lichter im Hallenstation mit den 12000 leeren Plätzen gehen aus. Spot an, Musik erklingt und sein gelenkiger Körper schwingt sich eine Stange hoch, man hört den Atem des Artisten, sieht die ersten Schweissperlen, doch er lächelt der Regie zu und sein Körper verbiegt sich weiter bis die Musik verklingt, er aber weiss, er hat einen kleinen Fehler gemacht, der nur er und sein Trainer, der nun zu ihm auf die Bühne geht, weiss und morgen bei der Premiere nicht passieren darf.
The show must gon on.

Weitere Information zu OVO vom Crique du soleil hier

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