Bümpliz/Olten – James Gruntz und Ursula Stadler- Witschi

Ein Musiker und eine Schriftstellerin, zwei Generation aber eine Gemeinsamkeit. Sie kommen aus Vorstädten des kanton Berns wie Nidau oder Bümpliz. James Gruntz geht mit „Waves“ auf Hörerfang während Ursula Stadler-Witschi im schmalen Büchlein fragt „Darfs es bitzeli meh sy“.

Wer nun mehr Einfluss auf Jonas Gruntz gehabt hat, ob die Eltern als Hobbymusiker und Lehrer oder der bekannte Jazzmusiker George Gruntz ist nicht beantwortet, aber seit zehn Jahren ist, der mittlerweile in Olten lebende Nidauer als James Gruntz Singer/Songwriter. Bekannt wurde er vor drei Jahren mit dem grandiosen „Belvedere“, jetzt gibt es „Waves“ Mit der Cd stieg er auf Platz fünf in der Hitparade und verabschiedet sich in der dritten Woche schon aus den top 40.
Zu seiner Wohnung gehört ein Stück Garten und dort hält sich James gerne auf, pflanzt Pfefferminze und hört der Natur zu. Ihre Geräusche tauchen zu Beginn und immer wieder als Ueberbrückung auf „Waves“ auf. Der erste Song und Titellied ist sehr vielsprechend und experimentell, doch dann wird es mittelmässig. Zwar versucht James mit Kopfstimme Abwechslung in den Pop zu bringen, doch der ist in den selbstkomponierten Song am Keyboard und Computer schwächer als auf „Belvedere“. Es fehlt die Innerlichkeit, das Spezielle, man alles irgendwo schon gehört und die selberproduzierte Cd ist sehr kurz, man wird schon nach kurzer Zeit von den Wellen weggetragen.
Noch bis April 18 ist der Oltener auf Tournee. Sicher werden der Funk und Pop für Spass sorgen, aber Seven hat mehr Drive.

Ursula Stalder-Witschi

Wer hätte das gedacht. Als das Handy vor zwanzig Jahren salonfähig wurde und später das Smartsphone, dachten wir alle scheuen Schweizer, dass jetzt mehr gesprochen wird, weil wir überall erreichbar sind. Das Gegenteil ist der Fall. Alle starren auf das Display und schreiben Kurznachrichten.
Das macht Ursula Stadler-Witschi nicht, wenn sie in ihrer Nachbarschaft in Bümpliz unterwegs ist. Dann sind alle ihre Fühler ausgestreckt und sie saugt die Gefühle und Augenblicke der Menschen im internationalsten Teil von Bern auf. Es ist das Herz des Alltags, das uns im schmalen Band „Darfs es bitzeli mehr sy“ begegnet. In Berndeutsch erzählen 14 Kurzgeschichten von Begegnungen zwischen Menschen, die quasi Tür an Tür wohnen und sich doch nicht kennen oder eben kennenlernen möchten. Ihre Versuche Nähe, Nächstenliebe zu suchen und doch die Distanz zu wahren, davon schreibt Ursula Stalder Witschi. Beim Lesen ertappt sich der Leser selber, wie er bei seinen Versuchen aus der Einsamkeit rauszukommen selber oft unbeholfen ist und sich wie die Geschichtshelden doch freut, wenn statt einer SMS ein Lächeln oder Spruch oder kurzes Gespräch den Tag verschönert.
Ursula Stadler-Witschi lebt seit 58 Jahren in Bümpliz, kennt den Wandel der Zeit und auch das Bedürfnis via Handy, der Welt alles mitzuteilen. Also seinen sie vorsichtig, wenn sie das nächste Mal im Tram, in der Beiz, im Laden über eine Maschine Privates im öffentlichen Raum mitteilen, eine Bümplizerin names Ursula Stalder-Witschi könnte mithören und daraus Mundartliteratur machen.
 
Buchvernissage 16.10.17 Kirchgemeindesaal Bümpliz
Gruntz James
Waves
EAN 7611698046312
CD ZYT 4631
29.-
Stalder-Witschi Ursula
Darfs es bitzeli meh sy
Geschichte us der Nachbarschaft
Broschiert 90 Seiten
ISBN 978-3-7296-0964-8
24.–

Nähere information zum Zytlogge Verlag hier 

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