Solothurn – Gabriella Veronika Affolter – Kunstvermittlerin erhält Kunstpreis 2017

Am 13. November verleiht der Solothurner Regierungsrat an den bildenden Künstler Bruno Leus den Kunstpreis des Kantons Solothurns. Zu den acht weiteren Kulturschaffenden, die einen Preis bekommen, gehört auch Gabriella Affoltern aus Leuzigen. Bei Schmuddelwetter auf einer Tour zu ihren Lieblingsorten erzählt sie von ihrer Arbeit in der Kunstvermittlung und den Interkulturellen Schriftbildern.


Gabriella von Affolter, wir stehen hier vor dem Campus Attisholz bei Rietholz. Am 13. November bist Du um 10.000 Franken reicher, weil es den Solothurner Kunstpreis in der Gattung Kunstvermittlung gibt. Warum hast gerade Du diesen Preis verdient und was machst damit?

Ich engagiere mich schon sehr lange für Kunstschaffende im Kanton Solothurn. Habe viele verschiedene Projekte in der Stadt gemacht. In meiner Kreativwerkstatt, die jetzt nach mehreren Umzügen an der Weisssteinstrasse 81 ist, entstehen neben Anderem auch meine Spezialität, die interkulturellen Schriftbilder, über die wir später noch sprechen werden. Ich engagiere mich auch an den Schulen für das Kreative im ganzen Land oder in der Lehrerfortbildung.
Das Preisgeld möchte ich verwenden, um die Idee der Interkulturellen Schriftbilder auch im Nahen oder Mittleren Osten bekanntzumachen. Sie haben einen friedensstiftenden Aspekt und fördern das Verständnis für den Menschen und seiner Kultur. Ein wichtiger Aspekt in der heutigen Zeit.
Nun sind wir im Inneren des Campus Attisholz vor einer Wand, die Du zusammen mit Menschen verschiedener Kulturen im Sinne der interkulturellen Schriftbilder gestaltest hast. 
Du stammt aus einem bürgerlichen Haushalt. Was sagten Deine Eltern, als Du Dich für die Kunst entscheiden hast und nicht für das Büro wie Dein Vater beim Gericht?
Ich wollte schon immer Kunst ausüben, weil es hier Freiheit gibt. Ich habe dann Kulturmanagment gelernt und am Anfang auch noch halbtags gearbeitet, auch beim Gericht. Als ich in die Schule ging. hing in meinem Zimmer meine Kunst und später im Keller gesellschaftkritische. Klar gabe es Diskussionen mit den Eltern wegen meinem Berufswunsch, aber ich denke, heute sind Sie stolz auf meine Arbeit.
Meine erste Kreativwerkstatt war im Alten Spital Soloturn und ich gab dort Kreativkurse. Ich arbeite gerne mit Gips und Beton.

Eine Brücke sei für Dich auch ein Symbol einer Verbindung zwischen zwischen den Kulturen, was Dir wichtig ist. 
Dieses Jahr gibt es nicht nur Geld und einen Preis sondern Du wurdest auch Vorsteherin der Schweizerischen Gesellschaft Bildener Künstlerinnen. Was macht ihr und wäre es nicht zeitgemäss auch Männer miteinzubeziehen?
Der Visarteverein, aus der sich der SGBK abgespaltet hat,  wurde vor langer Zeit gegründet und wollte keine Frauen. 1902 wurde der SGBK gegründet und ich bin nun die Vorsteherin der Sektion Bern/Westschweiz. Noch immer haben Frauen weniger Ausstellungsmöglichkeiten, werden bei den Preisverleihungen benachteiligt und es fehlt ihnen auch an einem Netzwerk, da hilft der SGBK weiter. Ich möchte gerne im nächsten Jahr eine Kulturreise in den Iran machen mit den Frauen.

Wir sind vor dem Schloss Wildegg mit seiner Allee, die für Dich ein Symbol für den Weg, den jeder gehen muss, ob er nun gradlinig verläuft oder nicht, ist. 

Deine Spezialität sind Interkulturelle Schriftbilder. Tönt nach dem Trend der Zeit global handeln und denken. Was versteht man unter diesen Schriftbildern?
Es ist eine Art soziale Plastik. Mit verschiedenen Maltechniken drücken Menschen aus verschiedenen Kulturen in einer Kombination von Bild und Schrift ein Thema oder Gedicht, was ihnen am Herzen liegt, in ihrer Sprache und Sichtweise aus. Im Sommer lernen 16 Leute verschiedener Hautfarben und Nationen in einem mehrtägigen Kurs in meinem Atelier sich auszudrücken. Ich lerne bei diesem Projekt viel von den Menschen und arbeite mit verschiedenen Organisationen zusammen.

Nun sind wir bei Käse, Salami und einem Ziegelbrot in Deiner Kreativwerkstatt und da hängen die besprochenen Interkulturellen Schriftbilder.
Viele Galerien haben geschlossen, die Kunst wird auf dem Handy angeschaut. Wie siehst Du die heutigen Möglichkeiten für die kleinen Kreativen ans Publikum zu treten?

Mir ist und war der persönliche Kontakt stets wichtig und bringt einem weiter. Facebook kann auch nicht alles und ist oberflächlich. Ich lerne viel, wenn ich mich beim Zusammensitzen mit Anderen austausche und dann entstehen oft die besten Ideen. Die Interkulturellen Schriftbilder von Menschen aus aller Welt, die in Solothurn oder anderswo leben und sie hier gemalt haben, kann man auch gerne anschauen kommen in meinem Atelier an der Weissensteinstrasse 81.


Wir sind vor der Kantonschule Solothurn, wo Du zur Schule gegangen bist. Du bist auch Mutter und Ehefrau, liebst das Essen aus anderen Ländern. Was für Projekete stehen privat und beruflich noch an in den nächsten 12 Monaten an?

Hinter mir spielen zwar nicht meine Kinder, aber auch mein Sohn und meine Tochter lieben den Fussball, so werde ich sie als zweifach geschiedene Frau zu den Spielen begleiten. Ja, ich esse sehr gerne Speisen aus anderen Ländern, koche aber selber nicht besonders gut und mache auch den Haushalt in meinem Haus, wo ich aufwuchs in Leuzigen und jetzt von den Eltern übernommen habe, nicht so gerne. Ich möchte das Konzept der interkulturellen Schriftbilder ins Ausland tragen und versuche mit der UNO Kontakt aufzunehmen, damit sie mir das hilft, das zu realiseren. Ja und dann steht auch wieder eine Reise nach Asien an.

 
Weitere Informationen zur Kreativitätswerkstatt 
von Gabriella Affoltern hier 



Die Uebergabefeier der Auszeichnungspreise des Kanton Solothurn findet am 13. November 2017 18.30 im Landhaus Solothurn statt.

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