Bern – Designermesse Blickfang zum ersten Mal in der Bundesstadt

 Während in der Berner Innenstadt die Vorweihnachtsrabattschlacht tobt, zeigen auf der internationalen Designermesse Blickfang auf dem Expogelände 120 Kreative aus dem Kanton und Gäste bis zum 26. November, wie guter Geschmack aussehen kann und Erzeugnisse mit Seele hergestellt werden.
 
Im Vorwort zur Premiere der Designermesse Blickfang in Bern schreibt der Schirmherr der Ausstellung Stadtpräsident Alec von Graffenried, dass gutes Design selten auffalle, das Gegenteil davon schon. Würde dies auf das Bild in den Lauben Berns zutreffen, hätten alle einen schlechten Geschmack, doch scheinbar wandelt sich die Einstellung einiger Leute und 120 Gestalter aus dem In- und Ausland sind nun bis Sonntag vor Ort, um ihre Ideen in kleiner Stückzahl an Käufer mit Haltung zu zeigen.
Sabine Brägger kommt aus Neuenegg hat ihre Abschlussarbeit in Textildesign zum Beruf gemacht. Sie verwendet die Haut des Störfisches aus dem Tropenhaus Frutigen für Uhrenarmbänder, Schuhe, Taschen. Die silbrige Haut des Fisches ergibt ein sehr widerstandfähiges Accessoir und ist nachhaltig zugleich.
Herr Eicher von der Firma Eicherland wohnt in Schwarzenegg, einem Ort im Berner Oberland, wo man abends die Türen nicht abschliessen muss, so versteckt liegt das. Doch seine Liebe zum Holz und die lange Beschäftigung damit hat sich das Kreativeteam Eigenwert von Designer Lars Villiger und Andreas Pfister in Worb zu nutze gemacht und stellt nun mit 14 Mitarbeitern von Eicherland, von denen einige IV-Bezüger sind, aus Fichten und anderen Hölzern urchige Gegenstände für den Alltag mit einer eigenen Note her.
Seit fünf Jahren entwerfen Nicole Verbeek und Evelyne Pfeffer  an der Monbijoustrasse 99 unter dem Namen PAMB  Mode für sie und ihn und lassen die dann in Polen herstellen. Ob die Modefarbe des Winters Rot oder elegantes Schwarz das Modelabel steht für den selbstbewussten Kunden, der sich nicht mit Stangenware verkleiden sondern elegant kleiden möchte. Und Evelyne Pfeffer ist sich dann auch nicht zu schade, Faden und Nadel hervorzunehmen im Laden und einen Rock ohne Aufpreis zu kürzen.
Die Brüder Jonathan und Samuel Gadient kommen aus Leimbach Kanton Thurgau und lieben Holz, fanden als Kind, dass Grossmutter zuviel aus Plastik im Haushalt hat und haben nachdem sie sich als Schreiner oder Holzbauingenieur ausgebildet haben, das Möbelatelier Gr. Gadient gegründet. Neben dem Bett und Stuhl findet sich da auch ein Wäschekorb oder Chügeliturm aus Holz im Sortiment.

2014 gründeten Elena Corazza und Stephanie Althaus das Schmucklabel elie jewelry in Zollikofen auch aus Verzweiflung heraus. Da machten sie sich chic, kauften einen rückenfreien Rock, doch ohne BH in Bern in den Ausgang war ihnen dann schon etwas zu gewagt. Doch wie kann ein schöner Rücken entzücken, wenn der Träger des BHs durch das offene Teil des Kleides geht? Wie vieles in ihrem Sortiment hat auch die Lösung für dieses Problem Eleganz, den die Designerinnen entwarfen Schmuckstücke, die Frau an den Enden des BHs befestigen kann und nun glänzt der Rückenschmuck auf der Haut.

Unkonventionelles Design und ein Stück Wertigkeit, genau das will Jennifer Reaves seit 18 Jahren als Geschäftsführerin mit ihrer Plattform Blickfang. Nach 20 Jahren in Zürich und 9 Jahren in Basel ist nun also Bern dran und sie hat im Beisein des Botschafters kreative Köpfe aus den Niederlanden mitgebracht.
Rene Siebum aus Eindhoven ist ein langgewachsener Holländer mit einen Lächeln auf den Gesicht und er hat sich als Gestalter dem schlechten Sitzen der Büromenschen angenommen und möchte mit den Spine Stool, das sind so drei Holzklötze, die man aufeinandersetzten kann und dann einen Stuhl ohne Lehnen ergeben, zwei Sachen zusammenbringen. Der gerade Sitz für eine bessere Haltung und Holz für die Aesthetik.
Er und 120 andere Designer sind noch bis am Sonntagabend in der Berner Expohalle 2.0 und geben nicht nur gerne Auskunft und laden zum Gespräch ein sondern warten auch gespannt darauf, wer den am Schluss den diesjährigen Blickfang-Designerpreis erhält.
 

Weitere Infos über die Blickfang Bern hier 

Kommentar:

Danke vielmals !

Rene

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