Zürich – Transformance – Dokumentarfilm über die Energieversorgung von Morgen – Interview mit Dr. Anton Gunziger

 

 

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Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein. Nachdem der Okran Burglind in der Schweiz Schäden angerichtet hat und als Zeichen des Klimawandels erst der Anfang war, kommt am 11. Januar der Film „Transformance“ von Ron Maxim in die Kinos. Im Dokumentarfilm beschäftigen sich Wissenschafter, Philosophen und Unternehmer wie Dr. Anton Gunziger mit der Frage, wie die Energieversorgung aussehen muss, damit die Erde eine Zukunft hat.

 

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Anton Gunziger, was hat Sie als Dozent für Elektronik und Unternehmer bewegt bei Transformance mitzumachen?

Das Thema Energie treibt mich schon lange um, aber ich hat wenig Bezug (mit der Ausnahme, dass ich vor langer ZeitElektrotechnik an der ETH studiert habe). Als ich vor einigen Jahren gemerkt habe, dass es beim Thema Energie auch um Systemdesign geht und da ich mich mit diesem Thema ein eben lang beschäftige, sah ich plötzlich die Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten. Unsere Rechnungen zeigen, dass die Energiewende möglich ist und dass sie sich sogar rechnet. Daraus ist das Buch „Kraftwerk Schweiz“ entstanden, das sich mittlerweile in der 3. Auflage zum Standartwerk zur Energiefrage gemausert  hat und deshalb wurde ich vermutlich auch eingeladen, an diesem Film mitzumachen.

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Sie kommen aus einem Bauerndorf und lernten in Solothurn Radioelektriker.  Wann und wie merkten Sie, dass die Schweiz ein Paradies ist und wir, sollten wir den Klimawandel nicht schaffen, es nicht mehr weitergeben können?

Als ich in Indien war und die Inder, wenn sie vom „Nirwana“, vom „Paradies“ sprechen, an die Schweiz denken. Wir leben heute nicht mehr von Ertrag der Erde, sondern von der Substanz. Wir Schweizer „verbrauchen“ mit unseren Lebensstil 3 – 4 Erden. Das kann vielleicht noch 10 – 20 Jahre gut gehen. Für mein Leben ist das okay, aber ich bin Grossvater geworden und ich erachte es als meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass unsere Enkel in der Lage sein werden die Zeche für unseren Lebensstil zu bezahlen.

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Der Orkan Burglind war das jüngste Zeichen des Klimawandels. Handeln die Politik aber auch der einfache Mann von nebenan nicht schneller auf die Zeichen der Zeit mit neuen  Energiekonzepten aus Angst vor Wohlstandsverlust?

Es geht mir persönlich zu langsam mit der Energiewende. Wir müssen handeln, wenn wir noch Geld haben. Nichts zu tun, führt langfristig zu Wohlstandsverlust; zu Handeln erhaltet unseren Wohlstand.

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Als Unternehmer fahren Sie kein Auto. Was macht IhrBetrieb Supercomputing System SCS mit 80 Ingenieuren im Zürcher Technopark intern gegen Ressourcenverschleiss und an was für Projekten sind Sie dieses Jahr dran?

Bei uns kommen alle Mitarbeitenden mit dem ÖV, dem Fahrrad oder zu Fuss. Wenn wir als Firma alte Ticketautomaten mit neuem Prozessor und neuer Software zu einem „Second-Life“ verhelfen, ist das ressourcenschonend; wenn wir eine Auswertesoftware für die  Bahn bauen, die nach tiefer Analyse Unterhaltsarbeiten  an den Geleisen vorschlägt, so spart das Ressourcen und Geld; wenn wir ein Bremsassistent für Automobile bauen, so führt das zu weniger Unfällen und damit werden Ressourcen eingespart; wenn wir ein Smart Grid bauen, das den Energieverbrauch so steuert, dass er optimal mit der  Photovoltaik abgestimmt ist, so ist das ressourceneffizient.

Als Professor an der ETH sprechen Sie sicher stundenlang mit Studenten über Energieproduktion, –verteilung und -verbrauch. Hat die jüngste Generation wirklich die Kraft für einen Wandel, da sie ja mit Bequemlichkeitenaufgewachsen  ist oder wird sie die Wirtschaftsgier auffressen?

Es ist am Ende eine Frage der Haltung: denken wir „nach uns die Sintflut“ oder „alle Menschen haben ein Anrecht ein gutes Leben zu führen“. Ich glaube, dass die Umwelt am Ende die Menschen zwingen wird, umzudenken. Es ist einfach besser, jetzt umzudenken als am Abgrund.

Im Film sagen Sie, dass wir eine langfristige Vision haben müssen für einen Energiewandel. Vorher nehmen Sie als bald Sechzigjähriger die Energie bis an Ihr Lebensende für eine intelligenter Lebensweise Mensch-Natur zu kämpfen?
Es geht nicht um uns, es geht am Ende um das Leben unserer Enkel.

 

Der Film Transformance startet am 11.1. in Zürich, Frauenfeld, Solothurn. Die Premiere für Bern ist auf den 20.2.18 angesetzt. 

Weitere Informationen zum Film Transformence hier

Die Fotos wurden von CRK Kino zur Verfügung gestellt

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