Bern – Mario – Film über Homoliebe bei YB U18 von Marcel Gisler

Im Film „Mario“ von Marcel Gisler wird der Thuner Mario vom Vater jahrelang auf Profifussballer getrimmt. Als er sich dann im Stade de Suisse in den Neuzugang bei den YB U18 Leon verliebt, stellt sich die Schicksalsfrage: Coming out mit allen Folgen oder Lügen für die Karriere?

Bereits der erste Empfang in der echten Kabine des YBs im Stade de Suisse ist für den deutschen Nachwuchsfussballer Leon Saldo (Aaron Altaras) kühl und bis zu seinem unfreiwilligen Ausscheiden aus der Mannschaft wegen seinem Schwulsein, erlebt er viele weitere Seitenhiebe in der Schweiz. Denn bei den YB U18 ist es wie überall in einer Fussballmannschaft von 20 Mann. Jeder muss und will den starken Mann markieren auf dem Feld und Abseits, doch im Film „Mario“ gibt es eine Ausnahme.
Mario, gespielt von der grössten Schauspielhoffnung Berns seit „Verdingbub“ Max Hubacher, zieht mit Leon in eine gemeinsame Spielerwohnung und hier kommen sich die beiden jungen Männer näher, gestehen sich ihre bis dahin noch wenig gelebte schwule Liebe ein und zeigen sich auch mal verliebt, wie sie glauben unbemerkt im Schwellenmätteli oder in der Thuner Altstadt, doch ein Teamkollege streut Gerüchte, die bis ins Kader dringen.
Das Vereinskader wie der Sponsor zwingen Mario, der er als Fussballer auch ein Hampelmann der Fans und der Werbegeldgeber ist, fortan eine Rolle und indirekt eine Lüge zu leben hat mit einer Kollegin als Freundin an der Seite zuerst noch in der Schweiz, später als Nationalfussballer bei St. Pauli Hamburg. Die Liebe zu Leon zerbricht, die gelebte Lüge zeigt sich nachts in Angst und Herzschmerzen. Doch Mario ist zu schwach für das Nachaussenleben seines Gefühlsleben und der Schuss ist, der vieler Fussballer, die ihre Homosexualität nicht leben können, ein Arbeiter auf dem Feld, ein einsamer Mann privat.
Nachdem Coming-out von deutschen Fussballer Thomas Hitzlsperger und dem Schweizer Schiedsrichter Pascal Erlachner nimmt der Film „Mario“ von Regisseur Marcel Gisler das Thema der Zeit auf, den Tabubruch sich in der Machowelt Fussball als schwuler Mann öffentlich zu machen und seine Liebe zu leben. Die erzählte Geschichte ist von der Machart eher ein Fernsehefilm und folgt einer konservativen Geschichtserzählung, die mit 119 Minuten besonders zu Beginn sehr langatmig ist.
Das Liebespaar Aaron Altaras und Max Hubacher harmonisieren sehr gut und der „Verdingbueb“ Max Hubacher ist eine Wucht. Der Berner Giel war schon beim genannten Film 2011, damals noch ohne Schauspielerfahrung und -schule, was sich mittlerweile geändert hat, einer, der sein Spiel eindringlich rüberbringen kann und man keine Minute zweifelt, dass da einer nicht seine Rolle lebt.
Obwohl „Mario“ im letzten Teil in Hamburg spielt, ist es ein Berner Film und mit der Einwilligung für die Dreharbeiten an in den heiligen Hallen des BSC YB und FC St. Pauli und die Schauspieler mit ihren Trainer und Logos auszustatten, haben wohl beide Vereine dem Film von Marcel Gisler zum Thema „Homophobie“ ihre Ehrerbietung erwiesen.
Der Kinostart in der Deutschschweiz ist der 15. Februar

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