Genf – CERN und der Sinn der Schönheit – Film von Valerio Jalongo

Genf – CERN und der Sinn der Schönheit – Film von Valerio Jalongo

Am 5. April kommt der italienische-schweizerische Dokumentarfilm von Valerio Jalongo in die Kinos, der unter dem Titel „Cern und der Sinn der Schönheit“ nicht nur zeigt, was unter der Erde zwischen Lausanne und Genf als Teilchenphysikforschung erforscht wird, sondern auch zeigt wie Wissenschaftler und Künstler Wahrheit und Schönheit suchen mit dem sieben Sinn für die Schönheit.

Tiziana Soudani, Sie sind Produzentin des Films. Der Filmtitel “Cern und der Sinn für Schönheit” verwirrt etwas. Was will Regisseur Valerio Jalongo uns zeigen, was unter der Erde zwischen Lausanne und Genf passiert?

Anstatt etwas zu zeigen, möchte Valerio Jalongo uns dazu bringen, darüber nachzudenken, was den Motiven und der Existenz des CERN zugrunde liegt. Wer sind wir? Woher kommen wir? Die Wissenschaftler am CERN versuchen Antworten auf diese Fragen zu finden, die die Menschheit seit Beginn der Zeit beschäftigen. Wie? Der Versuch, den Urzustand der Materie einige Milliardstel Sekunden nach dem Urknall tief unter der Erde nachzubilden.

Obwohl es das Cern bereits 60 Jahre gibt, bleibt es wohl für den Normalbürger eine Unbekannte. Mit welchen persönlichen und technischen Schwierigkeiten musste Valerio Jalongo (Bild) sich rumschlagen, damit der Film verwirklicht werden konnte?

Auch wir gingen von der Idee aus, dass das CERN etwas Dunkles und Mysteriöses ist und dass die Leute dort, wie in einer eigenen Welt arbeiten. Aber im Gegenteil sind wir Menschen begegnet, die nicht nur ihre Arbeit lieben, sondern auch teilen und zeigen wollen, was sie tun. Wir dachten sie seien schon fast allwissend, aber wir haben Menschen mit vielen Zweifeln gefunden. Diese Zweifel speisen ihren Wissensdurst und drängen sie in ihre Forschung. Die einzige Schwierigkeit bestand darin, eine 100 Meter tiefe Mannschaft in einen Tunnel, den Ring des LHC, zu bringen, die an den schönen und komplexen Maschinen, so groß wie Kathedralen, befestigt waren. Aber die technischen Schwierigkeiten wurden dank der begeisterten Hilfe derer, die dort arbeiten, überwunden.

Der Film trägt ja auch den Untertitel Kunst und Wissenschaft und ich dachte beim Cern geht es nur um Teilchenphysik?

 Am CERN gibt es nicht nur Physik und Technologie. Sie sind verbunden mit Philosophie, Religion … Darin sind die Wissenschaftler den Künstlern ähnlich – sie verbindet sie zu einer Forschung, die den gemeinsamen Nenner der Schönheit hat, weil Schönheit uns befriedigt, erstaunt,  uns jeden Morgen mit dem Wunsch aufstehen lässt , weiter zu sehen, zu verstehen. Wir haben Menschen getroffen, deren Interessen über die Wissenschaft hinausgehen. Liebe zur Kunst zum Beispeil. es ist eine Form, die viele von ihnen teilen. Es ist kein Zufall, dass das CERN junge Künstler sponsert und motiviert, für sie zu arbeiten. Von hier aus bat der Regisseur zunächst mehrere international renommierte Künstler (ua Antony Gormley und Olafur Eliasson), mit ihren Werken und ihren Reflexionen am Film teilzunehmen. Eine Anfrage, die von allen – aber wirklich von allen – Künstlern, die wir kontaktierten, begeistert aufgenommen wurde.

Haben Sie als Produzentin mit dem Regisseur gesprochen nach den der Film fertig war? Welche Sicht hat sich beim ihm verändert auf die Dinge des Universums?
Die Entstehung dieses Films hat unsere Vision von Wissenschaft sicherlich erweitert. Wir fanden eine Menschlichkeit, die wir nicht erwartet hatten. Wie Valerio oft sagt, gab dieser Dokumentarfilm keine Antworten, sondern warf viele neue Fragen auf. Aber ist nicht eben genau das, die Schönheit der Wissenschaft und der Motor des Wissens?


Welche Botschaft hat der Cernfilm?

Der Film will Neugierde für unsere Welt und den Wunsch nach Wissen wecken und nicht zuletzt die Gemeinschaft des CERN als gutes Beispiel anbringen – wenn die ganze Welt wie im CERN funktioniert würde, ginge es der Menschheit viel besser. Bei CERN kooperieren Länder außerhalb des Krieges und die Norm besagt, dass alles, was entdeckt wird, auf einer gemeinnützigen Basis geteilt werden muss. Zum Beispiel wurde das World Wide Web am CERN erfunden und deshalb nutzen wir es jetzt kostenlos.

Weitere Informationen zum Film hier

Das Interview wurde von Italienischen ins Deutsche übersetzt von CRK Kino

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