Bern – Peter Bence in Konzert, seine Hände brennen am Klavier

 

Wenn einer eine erotische Beziehung zu einem Instrument hat, kann ihn das ganze schön weit bringen, wie das Beispiel des schnellstens Klavierspielers der Welt Peter Bence bei seinem zweiten Schweizer Konzert in Bern zeigte, für das er stehenden Applaus erhielt und vier Zugaben geben musste.

Ein eisiger Wind zog über die Kirchenfeldbrücke zum Helvetiaplatz, wo gegenüber des Historischen Museums das Yehudi Menuhin Forum ist. Die alte Konzerthalle mit Stühlen und Bänken aus dem letzten Jahrhundert war ausverkauft und Trockennebel stieg hinter der Bühne ohne Deko auf, die aus Spannplatten bestand und der eigene Flügel auf seinen Besitzer den 28-jährigen Ungarnen wartete. In lässigen schwarzen Jeans mit Pullover und Sommerschuhen begann fünf nach acht Uhr der sehr schlanke Peter Bence an zu spielen. Der Mixer am Mischpult hatte bei den ersten Songs noch ein unglückliches Händchen und es tönt schlecht, doch der Pianist, Komponist und Produzent versuchte mit witzigen, englischen Ansagen den mühsamen Start zu überbrücken.
Der Funke wollte beim vorwiegend jungen Publikum, das ihn wohl aus You tube kennt, zuerst nicht so richtig überspringen, weil Peter Bence auch viele eigene klassische Stücke spielte aus seinen Anfängen, die keinen bleibenden Eindruck hinterliessen. Erst als zuerst „Thriller und dann Bad von Michael Jackson“ druckvoll
und sehr schnell aus den Händen Peter Bence floss, war das Berner Publikum hingerissen von der Virtuosität und viele standen in den Balkonen auf und bewegten ihre Hüften. Wo gibt es das bei einem Klavierkonzert.
Ohne Pause ging es dann bis 21.30 Uhr weiter mit Hits aus der Hitparade aus den vergangen Jahrzehnten, aber auch der Hit des letzten Jahr „Desposito“ durfte nicht fehlen. Die Hände würden nun schmerzen bemerkte er bei der ersten Zugabe, doch das Publikum stand auf und wollte ihn nicht gehen lassen, also musste er noch dreimal ran und am Schluss war ihm die Erschöpfung anzusehen und er winkte nur noch kurz und verschwand. Ob er im Hotel seinem grössten Hobby nachgegangen ist, „Star Wars“ Filme schauen und Filmmusik kopieren?
Peter Bence Können am Piano ist gross, noch grösser die Idee Hits anderer nachzuspielen. Würde er dies nicht tun, wäre er nicht da wo er heute ist, ein Popstar am Flügel.

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