Gränichen – Das Hexenmuseum der Wicca Meier-Spring

Verzaubert aber nicht verhext und informiert wird der Besucher nach einem zwanzig minütigen Marsch von der Bahnstation Liebegg-Gränichen von der modernen Hexe Meier-Spring auf Schloss Liebegg. Sie erforscht in ihrem Hexenmuseum sowohl die magisch-mystische Welt der Hexen wie die leidvolle Geschichte und räumt mit dem Aberglauben gegen sie auf.

Wicca Meier-Spring kurz vor dem Tanz in den Mai – der Walpurgisnacht haben Sie das einzige Hexenmuseum im deutschsprachigen Raum eröffnet. Wie feierten Sie diesen besonderen Abend 30. April?

Zusammen mit 103 Personen assen wir ein Frühlingsgericht und  tranken aus einer Waldmeisterboule und tanzten mit dem Waldmeister und der Maikönigin und stellten auch mit Trommel die symbolische Vermählung der Natur mit der Göttin dar. Nach der Feuershow und vor Mitternacht machte ich noch eine Meditation als eine Reise zu den Feen.


Als moderne Hexe sind Sie ja eine feinfühlige Frau. Haben Sie deshalb das Museum eröffnet, um Ihren Gefühlen einen Raum zu geben?

Keineswegs . Ich sehe das Museum als Dienst am Land.Feinfühligkeit hat im Museumsalltag keinen Platz, höchstens bei der Einrichtung wie man zum Beispiel die Hexenverfolgung dem Zuschauer näher bringt, ohne dass man nur schockiert.Alle kennen Anna Göldin, aber mehr kennen sie von den Hexen nicht und das wollte ich ändern. Ich will die Hexe mit all ihren Aspekten wie Tarot, Pflanzenkunde usw. darstellen und gleichzeitig aufzeigen, wie Sachen wie auf Holz oder an Gläser klopfen, das man im Mittelalter als Dämonenabwehr machte, heute selbstverständlich sind.

Als moderne Hexe forschen Sie mit Magie. Im Gegensatz zum Mittelalter kommt Ihnen die Wissenschaft in die Quere mit ihren Erklärungen von scheinbar Unerklärlichem. Wo steht das 
Hexesein heute?

Im Mittelalter waren Hexen die Sündenböcke für die Pest, das Unwetter, für alles was gegen die Norm war. Die moderne Hexe von heute hat einen einsamen Weg vor sich, den sie macht sich auf den Weg zu sich selbst oder dem Sinn des Lebens. Es gibt keine Checkliste, was eine Hexe wissen muss. Jede wählt das aus, was sie braucht. Einige brauchen das Einssein mit den Elementen, andere den Kräutergarten, andere wieder das Forschen in den alten Schriften.
Mir kommt die Wissenschaft nicht in die Quere, den es gibt viel zu viel in unserer Welt, was man nicht erfassen kann. Das Handlesen war uns Hexen lange bekannt, bevor es anerkannt wurde wie heute.

350 Jahre wurde Männer, Kinder und vorallem Frauen, die als Hexen gebrandmarkt wurden in der Schweiz gefoltert und verbrannt, weil wie ich mal behaupte, Obrige Angst hatten vor Menschen, die mehr wussten als sie. Mit welchen Vorurteilen müssen Sie als moderne Hexe heute kämpfen?

Hexe sein, ist mein Privatleben. Ich arbeite als Museumsdirektorin und forsche seit dressig Jahren über das Hexenwesen. Natürlich gibt es Sprüche, wie, ich solle die Lottozahlen erraten, das nehme ich mit Humor. Als moderne Hexe wird man auch in Ruhe gelassen, den ich mache ja auch nichts Böses.

Auf was sind Sie besonders stolz im Hexenmuseum und was für Kurse bieten Sie dem Besucher an?

Wir sind in einem nationalen Gebäude, dem Schloss Liebegg, das uns der Kanton zur Verfügung gestellt hat, mit einem Thema, das für die einen ein kontroverses ist. Dem gingen acht Jahre Vorarbeit voraus. Mein Mann und ich haben fast alles alleine aufgebaut. Ich biete Kurse von Handlesen, Kräuterlehre, Aberglaube, Hexenverfolgung usw. an.

Sie gehen gerne nach Schottland in die Natur. Wo in der Schweiz hat es Hexenkraftorte?
 
Am magischen Ort im Schloss Liebegg. Es gibt übrigens keine schweizerische Vereinigung von Hexen, obwohl es nach meinen Schätzungen etwa 3000 Hexen hierzulande gibt.

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