Entlebuch – die neue Napf-Herzroute nach Willisau im Test

 

54 Kilometer vom Entlebuch nach Willisau tönt auf den ersten Moment nach wenig, aber bekanntlich führt auch die Napf-Herzroute nicht dort durch, wo man zuerst denkt sondern behält mit 1600 Höhenmetern einige Ueberraschungen fürs Gemüt und den Körper bereit. Ein Erlebnisbericht.

Grün sei, so sagen Psychologen, die Farbe, die uns am stärksten beruhige, weil sie fürs Auge am meisten vorkomme. Dies trifft für den neuen Herzrouteabschnitt Napf den Nagel auf den Kopf, den nachdem wir die Flyers im Dorf beim 3 König Restaurant abgeholt haben, geht es schnell auf eine Anhöhe, von der man das fühlt, was diese Napfroute ausmacht, Ruhe. Während der Verkehr zähflüssig durchs Tal fährt, können wir bis Rosmoos den Napf und das Auf und Ab und dazwischen viel meditative Augenblicke geniessen, auch wenn momentan viele Bauern Jauche aufs Feld giessen.
Die Strecke führt besonders im ersten Teil durch soviel Grün und kaum Landwirtschaft, den irgendwo ein Haus, dass man sich manchmal fragt, wo den die 9,3 Millionen Schweizer alle hin sind?
Doch wer träumt zwischen Wald und Wiesen verpasst um ein Haar die Markierung auf den Menzberg und der Weg geht extrem steil durch den Wald. Die Unterstützung High wie auch die Wadenmuskeln leisten Höchstleistungen und ich kämpfe wie ein Bär mit der Steigung und fluche. Die Batterie geht langsam zu Neige und ich bin immer noch nicht oben.
Oben angekommen, sacke ich auf einem Bänkli neben einem Bauernhof zusammen. Die Kälber schnuppern an mir, der Bauer nimmt seinen zweijährigen Sohn an die Hand und geht mit dem Sennenhund spazieren, während ich die romantische Szene beobachtend, verschnaufe und froh bin, dass beim Landgasthof Menzberg die Akkuwechselstation ist.
Was bis Luthern kommt, ist gefährlich. Leider haben die Unwetter der letzten Tage die Naturstrasse derart in Leidenschaft gezogen, dass das Rad von einem Loch ins andere springt oder im Schotter oder Kies fast nicht mehr durchkommt. Ich werde in der nächsten halben Stunde derat durchgeschüttelt, dass ich von der Landschaft nichts mitbekomme. Erst gegen Hergiswil beruhigt sich die Situation wieder, weil es wieder eine Betonstrasse gibt und mir ein Goldgräber zuruft, ob alles gut gehe. Ich lächle und fahre noch eine Stunde nach Willisau, wo die Abgabestation des Flyers etwas weiter von Bahnhof entfernt liegt.
Entgegen der Annahme dieser Streckenabschnitt Entlebuch-Willisau der Napfroute sei leicht, muss ich am Schluss zugeben , sie war sportlich. Und wer eher ängstlich ist, wartet vielleicht noch ein, zwei Wochen bis Strassenarbeiter, die vom Unwetter in Mitleidenschaft gezogenen Abschnitte, wieder in Stand gestellt haben. Dann ist der Napf wieder eine grüne Oase bereit für Herzrouten-eBiker.

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