Bex – das Salzbergwerk und seine Geschichte erleben

Vor 450 Jahren begannen, nachdem einem Hirten seine Ziegen dauernd an einem Stein leckten, in den Bergen von Bex die Förderung des Rohstoffes Salz. Ein zweistündiger Rundgang durch den Bergstollen zeigt nicht nur die Geschichte sondern auch die heutige Produktion.

Ob in der Küche als Gewürz, in der Medizin als Infusion oder Eisentferner im Winter, das Salz war und ist für den Menschen, der täglich rund 300 g zu sich nehmen muss, wichtig. Also besteigen wir vor dem Bahnhof Bex in der Waadt die kleine Strassenbahn, die uns in einer Viertelstunde nach Bévieux fährt. Ein 50 minütiger Marsch von dort der Strasse entlang und etwas steil im letzten Drittel führt zur Produktionsstätte, wo seit 450 Jahren das Gold der Alpen, das Salz auch heute mit 600000 Tonnen von den Mineuren abgebaut wurde und wird.
Es riecht nach abgestandener Luft und der Schacht ist nicht sehr hoch und breit als der Führer die Gruppe, von der sich jeder vorher im Internet anmelden musste, in den Stollen führt. Die Temperatur sinkt rasch auf 18 Grad, doch wie berühmte Besucher wie Napelons Frau Marie Louise nimmt der Gang ins Innere der Erde einem schnell gefangen.
Nach einem Video mit der lustigen, bereits erwähnten Entdeckung des Salzvorkommens und dem späteren Abbau und der Weiterentwicklung über die Jahrhunderte bis heute wartet eine kleine Eisenbahn, die noch weitere Kilometer tiefer in den Berg dringt zu den abgetragenen Gesteinsmassen und zurückgebliebenen Höhlen. Am Wegrand liegen die Werkzeuge der Mineure, die erahnen lassen, wie mühsam diese Arbeit ohne Tageslicht war  und ist und wie gefährlich, da sie nie wissen, wie der Berg sich verhält.
Der Führer spricht zwar nur französisch, aber es gibt Audioguides und noch wichtiger ist wohl, das Schmecken und Riechen dieses millionenalten Erdinnerns und was es für uns Menschen freigegeben hat, das Salz, die Kristalle, das Sodwasser.
Wer nachdem temporeichen, nicht immer einfach zu begehenden Gang durch die kilometerlangen Stollen Hunger bekommen hat, kann unterirdisch in einem Restaurant essen. Wer Glück hat, sieht dann zur Mittagszeit die Männer, die heute als Mineure in der Welt des Salzes arbeiten. Kräftige Männer mit schmutzigen Gesichtern und einem scheuen Blick, der das Sonnenlicht wenig kennt.

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