Riehen – Fondation Beyeler wird mit Picasso ins neue Jahr starten.

Das war ein cleverer Schachzug vom Direktor der Fondation Beyeler Sam Keller gegenüber seinem ehemaligen Arbeitgeber. Zwei Tage vor der Art Basel stellte er zusammen mit der Enkelin Diana Widmaier Picasso den Höhepunkt des nächsten Jahres vor, die Ausstellung zur blauen und rosa Periode des frühen Pablo Picasso.

Die breite lange Nase, die weit auseinander stehenden Augen, Charme und Schalk im Gespräch, der stündige Auftritt von der französischen Kunsthistorikerin Diana Widmaier Picasso im kurzen und tief ausgeschnittenen Sommerkleid war perfekt und machte neugierig auf ihren Grossvater. Obwohl sie nicht von Picasso gezeugt wurde, nur ihre Mutter hatte eine Beziehung zum Meister, trägt sie wegen dem spanischen Recht dessen Namen und gilt als Expertin seiner Skulpturen.

Diese werden in der Minderheit sein, wenn ab Februar bis Mai nächsten Jahres Tausende an die Ausstellung nach Riehen pilgern und die Frühwerke von 1901 bis 06 ausgestellt werden.

Es sei, so Sam Keller, sehr schwer gewesen, diese über die ganze Welt verstreuten Werke für die Ausstellung zu bekommen. Doch der Direktor weiss, Picassos Frühwerk ist das romantischste und durchdachteste. Später im Kubismus wird man den Eindruck nicht los, dass viel hingeworfen wurde und schnell veröffentlicht, der Markt brauchte dauernd neue Werke.

Japaner mögen Picassos Spätwerk übrigens nicht und so dürfte die Fondation Beyeler mit der kommenden Ausstellung der Frühwerke, die zum ersten Mal alle gezeigt werden, eine breite, länderübergreifende Besucherschar anziehen, nicht zuletzt weil diese Periode etwas gefällig ist und allgemeinverständlich.

In der Ausstellung wird die Farbe Blau als Symbol stehen für einen jungen Spanier der zwischen Barcelona und Paris pendelt und mit seinen Werk als junger Maler sich sucht, aber auch seine Bildthemen und Ausdrucksformen.

Der 20-jährige Picasso weiss, er will den Menschen nicht einfach abmalen, er will tiefer gehen als all die Maler vom Montmatre. Paris ist noch mehr als die katalanische Stadt Treffpunkt des mondänen Lebens. Themen wie Liebe, Sexualität, Körper von Mannen und Frauen, das Moderne und die Nachtclubs, Picasso zieht alles in sich rein und bald einmal ändert sich seine Perspektive von Rosa und der Kubismus ab 1907 nimmt seinen Anfang.

Mit der 80 Werke umfassenden Ausstellung mit Leihgaben aus aller Welt, wird ab Februar 2019 die Fondation Beyeler das Must aller Kunstliebhaber werden.

Bildlegenden

1 Nu sur fond rouge 1906

Öl auf Leinwand
81 x 54 cm
Paris, musée de l’Orangerie, collection Jean Walter et Paul Guillaume
© Succession Picasso Picasso / ProLitteris, Zürich 2018
Photo © RMN-Grand Palais (musée de l’Orangerie) / Hervé Lewandowsk

2 Diana Widmaier Picasso

3 Acrobate et jeune Arlequin 1905

Gouache auf Karton

105 x 76 cm
Privatsammlung
© Succession Picasso / ProLitteris, Zürich 2018

4 Arlequin accounde 1901

Öl auf Leinwand
83.2 x 61.3 cm
New York, Metropolitan Museum of Art, Schenkung Mr. und Mrs. John L. Loeb Gift, 1960
© Succession Picasso / ProLitteris, Zürich 2018
Foto ©The Metropolitan Museum of Art/Art Resource/Scala, Florence

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s