Andermatt – Zu Besuch beim Steinbildhauer Gedeon Regli

Vor drei Wochen eröffnete der Steinbildhauer Gedeon Regli mit zwei Frauen die Galerie art87 in Andermatt. Doch das Dorf Hospental hat ihn noch mehr geprägt. Auf einem Gang durch das Urserental zeigte der Urner das Erbe seiner Familie und wie er am Stein aus dem eigenen Steinbruch arbeitet für Kunden und sich selbst.

Gedeon Regli, erinnern Sie sich noch an den Augenblick, wo Sie sich sagten, dass Sie Künstler werden und welchen Einfluss spielte die Region Andermatt dabei?
 
Ich wollte von Anfang an Steinbildhauer lernen, da ich halt auch durch meine Familie, die seit 1671 diesen Beruf ausübt, vorbelastet bin. Die Region hat Einfluss auf die Sujets und Motive. Als Künstler definiere ich mich nicht.
Steinbildhauer sein und leben heisst auch sich ein Markenzeichen aufbauen, wie fanden Sie Ihres?

Bildhauer erkennt man ja an ihrem Arbeitsstil, dadurch ist schon ein Markenzeichen gegeben. Meine Formsprache ist noch in der Entwicklung, ich experimentiere noch. Gesichter und ihr Ausdrücken von Gefühlen liebe ich. Speckstein und der Serpentin, der hier in einer speziellen Struktur vorkommt, sind Steine, die wir bei uns im Steinbruch haben und die ich für meine Arbeiten verwende.
Gibt es einen Austausch unter den Bildhauer Uris oder sind Sie ein Eigenbrötler?

Im Kanton sind wir nicht so viele, aber ich sehe die Kollegen im Steinbruch oberhalb Hospental, wenn sie bei uns Stein für ihr Arbeiten einkaufen. Ich zeige aber meine Figuren nicht anderen oder meinem Vater, der mit mir und einem Mitarbeiter im Betrieb arbeitet, für ein Urteil. Ich mache mein Ding.

Sie leben mit der Natur und dem Wetter in Hospental. Beeinflusst es Sie auch bei der Inspiration oder ist es mehr ein innerer Prozess bei der Herangehensweise an einen Stein?

Es ist bei jeder Figur anders. Familie, Umgebung bringen dich auf einen gewissen Weg für eine Idee, für eine frische Arbeit. Aber auch Musicals oder Filme oder Bücher können Aspekte liefern, die einfliesen. Manchmal habe ich eine konkrete Vision  von Anfang an oder es entwickelt sich die Idee erst bei der Arbeit am Stein.
Wie wichtig ist es für Sie mit Ihrem Handwerk etwas für die Nachwelt zu hinterlassen? 

Ich bin mir bewusst, das ein Brunnen oder eine Bank, die ich mache, länger leben als ich. Deshalb muss ich sehr gewissenhaft arbeiten, den ich arbeite an einem Material, das jahrhundertealt ist.

Was macht Gedeon Regli, wenn er Privatmann ist und nicht Bildhauer?

Je nach Laune gehe ich wandern, treffe Kollegen in einem Pub wie dem Spycher, lese, Film schaue, Snowboarden, spiele, zeichne. An den Wochenenden oder wenn ich Ferien habe, gehe ich schon weiter weg, aber nach Feierabend bleibe ich im Tal.

Welche Projekte stehen dieses Jahr noch an?

Die Galerie art87 in Andermatt ist ein laufendes Projekt und neben den Gartenanlagen, die momentan aktuell sind, habe ich Figürliches im Kopf. Im Winter komme ich dann sicher besser dazu, diese zu verwirklichen. Ich mache immer Figuren, die ich selber gerne habe und nicht weil ich denke, ich könnte sie verkaufen.

Kommentar:

Hallo Juerg,

 

Thank you for sending the link to your blog.  It looks great!
Thank you very much, it was a pleasure to meet you!
Lesley

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