Solothurn – Zu Besuch bei Krimiautor Christof Gasser

Im Krimi „Solothurn spielt mit dem Feuer“ entgeht der Oberrichter, der gerade ein Urteil gesprochen hat, einem Bombenanschlag, doch bald darauf verschwindet sein Sohn. Der Ermittler Dornach fragt sich, ob es da einen Zusammenhang zum Kinderskelett in der Bergruine Balm gibt? Christof Gasser  ist der meistgelesene Schweizer Autor, der sich die Zeit nahm, nach der Besichtigung der Schauplätzen seines neusten Werkes einige Fragen zu beantworten.

Christopf Gasser, das Buch „Schwarzbubenland“ wird verfilmt, das neuste „Solothurn spielt mit dem Feuer“ ist seit Wochen oben in der Verkaufshitliste. Wann haben Sie gemerkt, dass sich Ihr Leben verändert hat, Sie ein Promi sind?

Zumindest in Solothurn bin ich sicher bekannt. Es ist eine andere Art zu leben gegenüber früher als Arbeitnehmer, seit ich vor drei Jahren begann zu schreiben und es hat sich auch körperlich und seelisch positive ausgewirkt, weil ich nun ein selbstbestimmtes Leben führe. Mit der Selbstdisziplin habe ich auch keine Probleme.


Ab 2009 waren Sie als Exportkaufmann in Asien tätig. Hatten Sie in den Grossstädten Thailands und Malaysias Sehnsucht nach der Kleinstadt Solothurn und begannen zu schreiben?

Nicht direkt. Aber in dieser Zeit spürte ich, dass es zu einer Veränderung in meinem Leben kommen muss, hatte aber noch nicht den Entschluss gefasst, Autor zu sein. Ich hatte zwar einen englischen Schreibkurs in Thailand schon früher gemacht, der mir Freude bereitete, aber der Arbeitsalltag liess vieles wieder versanden, bis der Drang zum Schreiben so stark wurde und die Existenzängste in den Hintergrund traten, dass ich loslegen konnte.


Schreiben heisst, sich selber eine Geschichte zu erzählen. War der Krimi mit Mord und Todschlag, die einzige Literaturgattung für Sie, weil Sie kein Stilist sind aber ein ein Flair für Spannung haben?

Ich wollte mit meinem Schreiben zwei Sachen verbinden. Zum einen eine spannende Geschichte erzählen und zum anderen, was passiert mit den Menschen, wenn sie Besonders erleben und wie entwickeln sie sich daraus. Ich habe nicht Literatur studiert sondern kam mit der Freude am Schreiben zu ihr. Vielleicht schreibe ich auch mal in einer anderen Gattung als Krimi. Ich versuche mich immer weiter zu entwickeln.


11 Kirchen, 11 Brunnen und etwas gar verschlossene Leute, so kennen Berner und andere Schweizer Solothurn. Ist diese Stadt wirklich spannend oder eben gerade nicht und somit der Nährboden für Ihre Phantasie?

Ich bin zwar kein Stadtsolothurner, komme aus Zuchwil, aber verschlossenen sind die Leute hier nicht, würde eher sagen, eigen.Ich fragte mich, warum gibt es keine Krimis über diese Stadt mit den vielen Gassen, Geschichte und Kultur ? Bern ist zwar die schönste Stadt, aber Solothurn meine liebste, sage ich immer. Auch der Verlag war von der Idee, Solothurn als Ort meiner Krimis zu machen, nicht abgeneigt, da es bisher noch niemand gemacht hatte.


An den Solothurner Literaturtagen sagte ein Autor, man schreibe immer nur die Geschichten, die man in sich trage. Max Frisch liebte das Zusammenfügen von Ideen an der Pinnwand. Wie gehen Sie an einen neuen Stoff ran?

Ich habe zuerst ein Thema, das mir im Kopf rumschwirrt. Nachher lasse ich mir Zeit bis zu ein halbes Jahr und die Phantasie arbeitet in dieser Zeit weiter an den Themen. Dann schreibe ich ein Exposé und später das Buch. Die Geschichte trägt man schon in sich, aber sie schwirrt auch in der Luft und der Autor ist nur das Medium, der sie erzählt.
In letzter Zeit war es zu heiß zum Schreiben und Lesen. Der Hitzesommer hat sicher auch Ihren Alltag durcheinander gebracht. Was macht ein Christof Gasser in seiner Freizeit?

Ich habe in letzter Zeit was anderes gemacht als schreiben. Ich war mit meiner Frau im Wallis. In der Freizeit lese ich gerne Schweizer Autoren und auch Belletristik und wenn ich viel Zeit habe, schaue ich mehrere Folgen eines TV-Krimis. Die schwedischen mag ich sehr. Wenn ich schreibe, läuft in mir ein Film ab und das Suchen nach der eigenen Darstellungsweise einer Geschichte spornt mich als Autor an.

Weitere Informationen zu Christof Gasser hier
Das Buch „Solothurn spielt mit dem Feuer“
 erschien im Emons Verlag

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