Bern – Max Hubacher in der Läufer, der zum Serientäter wurde

Am 4. Oktober kommt der neue Film  „Der Läufer“ mit dem Berner Schauspieler Max Hubacher unter der Regie von Hannes Baumgartner in die Kinos, der die wahre Geschichte des Langstreckenläufers aus Spiegel bei Köniz erzählt, der trotz Sportlerhöchstleistungen über seine Vergangenheit stolpert und zum fünffachen Frauentäter wird.

Die wahre Geschichte des Mischa Ebner, im Film Jonas Widmer genannt, beginnt mit einer Wunde im zweiten Lebensjahr. Seine und die seines Bruders Philippe Mutter macht sich im Thurgau aus dem Staub während der Vater im Gefängnis ist.

Nach Heimaufenthalten kommen beide zu Adoptiveltern, die mit Jonas nach Bern ziehen. Dies zeigt der Film nicht, sondern setzt beim Langenfelder Waffenlauf, der in Wirklichkeit der Frauenfelder Waffenlauf ist, an, wo Jonas in einem steilen Waldstück einen Misstritt macht und den Sieg verpasst. Das ist der Beginn eines Weges nach unten für einen Mann, der zu sensibel ist für diese Welt. Aus der Bahn wirft ihn drei Tage später der Freitod seines Bruders und das Unvermögen sich seiner Freundin zu öffnen und über die Trauer, Wut und Einsamkeit in seiner Seele zu sprechen.

Als der echte Mischa (Jonas) 1999 eine Stelle im „Goldenen Schüssel in der Berner Altstadt als Koch antritt, hat sich seine Verzweiflung über die ungelösten Probleme in sich schon tief in die Seele eingefressen und die Dämonen lassen ihn nicht Ruhe, beginnen ihn zu zerstören. Auf der Brücke zum Helvetiaplatz wirft Jonas Widmer zum ersten Mal eine junge Frau zu Boden, stiehlt ihre Handtasche. Vier weitere Ueberfälle, von denen der letzte in Zollikofen blutig endet, folgen, doch tags und noch wochenlang kann er vor seiner Freundinn, Mutter, seinem Trainer und der Kochbelegschaft den Sportler mimen, der eine aussergewöhnliche Kondition hat und sogar nach einer Verletzung den nächsten Waffenlauf gewinnt. Doch der Sonntagsblick druckt das Phantombild des Serientäters ab und bringt den Sieger des Waffenlaufes noch gleichtags zu Fall.

Das Ende eines der besten Waffenläufer der Schweiz, der sich später im Gefängnis umbringt, zeigt der Film nicht sondern nur wie der gefallene Sportler in den Wald rennt und rennt und rennt und davonrennt vor sich und seinem kaputten Ich.
“ Der Läufer“ hat Max Hubacher wenige Wochen nach „Mario“ im letzten Winter gedreht und  der Berner, die gerade seine Schauspielschule in Dresden abschliesst, hat die Figur wieder total verinnerlicht. Da im Film, der einer ist über Gewalt an sich und der Umwelt, wenig gesprochen wird, hat Max Hubacher Raum für das Spiel über den  Seelenspiegel von einem Sportler, der zum Täter wird, weil er als Kind keine Liebe fand. Doch 93 Minuten sind zu kurz für die ganze Biografie Mischa Ebners und so ist „der Läufer“  quasi ein Kurzfilm, der unheimlich viele Sachdetails weglässt und sich eher auf die Aktionen und Reaktionen von einen Mann, der zwei Gesichter hatte, konzentriert und den Zuschauer trotz Längen und ungenügendem Rückblick ins Leben der Hauptfigur wegen dem Lokalbezug und Rollenspiel berührt, aber eben keine Biografie ist, sich nur derer bedient.
Weitere Informationen zum Film hier

 

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