Zürich – What a feeling – Flashdance in der Maaghalle

 

Die 80ier sind diesen Herbst im Trend. Nur logisch, dass da der Kultstreifen „Flashdance“ als englischsprachiges Musical nach Erfolgen am Broadway und West End auf seiner Tournee durch Europa bis zum 7. Oktober in der Maag Halle Zürich Halt macht. Doch tut einer so dünnen Geschichte eine Verlängerung von einer Stunde gut?

Alex Owens gespielt von der Engländerin Joanne Clifton hat es schwer. Tagsüber arbeitet sie als Schweisserin in einer Fabrik und abends ist sie ihrem Traum von einer professionellen Tänzerin nicht weiter gekommen als bis auf die Tanzfläche einer billigen Bar.
Was 1983 mit Jennifer Beals als eine Art MTV goes Movie Verschnitt funktioniert, weil die Beals sehr gut aussah, nicht selber tanzte und Giorgio Moroder Hits schreib, von denen „What a feeling“ den Oscar gewann, ist auch 2017 ein Ohren- und Augenschmaus.
Zwar ist Joanne Clifton schon 34 Jahre alt und blond statt braun, aber sie stammt aus einer Tänzerfamilie und ist somit keine Autodidaktin wie Beals. Die Engländerin kann zwar nicht Radfahren, fiel sogar schon bei den Aufführungen hin, musste für ihre Rolle singen lernen, aber ist trotzdem eine sympathische Hauptdarstellerin, weil sie Ideen hatte für die Tanzeinlagen und Lieder mit Zeitgemässem wie HipHop oder Salsa anzureichern und auch die Nebenfiguren bekommen mehr Platz, so dass das Musical nun 2,5 Stunden dauert.
Wer den Film als Teenager sah und innig liebte, für den sind die ersten zehn Minuten in der Maaghalle hart, den er merkt das Musical macht aus der Geschichte sein eigenes, lässt nur vier Hits erklingen und 17 neue. Es legt besonders im ersten Teil das Gewicht auch auf das gesprochene englische Wort, dass sich der eine oder andere Zuschauer langweilt oder fragt, sehen wir hier ein Bühnenstück statt ein Musiktheater? Auch ist der Firmenchef von Alex Nick Hurley mit Ben Adams eine Fehlbesetzung, da er zu jung aussieht, nicht schauspielern und tanzen kann, nur als ehemaliges Boybandmitglied von a1 eine gute Stimme hat.
Eine Wucht sind schon im ersten Teil die Tanzeinlagen ( I love rock n roll) und Singstimmen (Maniac). Joanne Clifton wächst im zweiten Teil über sich hinaus, gibt alles und endlich wird der Inhalt der Geschichte über das gesungene Wort wie in Musicals üblich transportiert. Doch das Beste kommt zum Schluss. Alex hat gerade die Prüfung zur Aufnahme an die Tanzschule geschafft, da gibts als Zugabe nochmals alle Tänze und Hits im Schnelldurchlauf. Das Publikum steht auf, es wird getanzt und geklatscht wie wild. Das machte das gemeine Volk und Prominente wie Filipo Leuenegger, Anita Burri oder Susanne Klee an der Premiere zu wiedergeborenen Jungen.
What a feeling!
Weitere Informationen zu Flashdance hier
Fotos stammen von Brian Hartley

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