Genf – Paulo Coelho – Hippie – das Hörbuch

 

Der bunte Buchdeckel weist schon darauf hin, dass der 71 jährige Schriftsteller Paulo Coelho mit „Hippie“ einen anderen Weg ging als in seinen vorhergehenden Büchern und wie tönt Sprecher Sven Görtz auf den sechs Hörspielcds?

Einen Monat nach dem deutschen Buchstart liegt das Hörbuch „Hippie“ zum Hören bereit und die Geschichte überrascht gleich zu Beginn. Spielten die letzten Bücher auch in Genf, wo der 71-jährige Brasilianer mit seiner Frau schon seit Jahren lebt und schreibt, ist der neue Stoff autobiografisch und beginnt in Südamerika. Paulo möchte Schriftsteller werden, gerät aber wegen seiner Haltung in die Fänge der damaligen Militärdiktatur in Brasilien und somit ist der Anfang ungewohnt politisch und nicht romantisch.
Erst als der junge Mann in Amsterdam vor seiner Busfahrt nach Kathmandu Indien die Niederländerin Karla trifft, kommt die Liebe ins Spiel.
„Hippie“ spielt also nicht wie man zuerst beim Stichwort denkt in den USA und der Flower Power Bewegung sondern auf der Reise durch die Kontinente mit dem „Magic Bus“. Ein Roadtrip, der zwar in den Dialogen das Lebensgefühl der 68er Bewegung auch mitschwingen lässt, aber nur zweitrangig, zuerst geht es um Begegnungen in der damaligen Zeit, die eher bürgerlich war  Die Geschichte ist nüchtern geschrieben mit einigen Seitenhieben gegen die heutige Gesellschaft. Das Suchen nach Spiritualität ist ein roter Faden und lockert die vielen Beschreibung in und um das Leben im Bus auf und zeigt, dass es im Buch auch um die Selbstfindung von jungen Erwachsenen geht und der Suche nach dem Lebenssinn.
Sven Görtz ist zwanzig Jahre jünger als Paulo Coelho und somit exakt in der Zeit geboren, in der „Hippie“ spielt. Der studierte Philosoph und Literaturwissenschaftler arbeitet neben dem Sprechen von Hörbüchern auch als Autor und Sänger und Songwriter. Bekannt wurde er den Fans von Hörbüchern durch das Lesen der Bibel. Seine Stimme, denkt man zu Beginn des Hörens, könnte die Geschichte doch mehr formen und Akzente setzten, tut sie aber nicht. Sie bleibt bei allen Figuren, ob Mann oder Frau, stets gleich. Die Wortbetonung ist sehr gut und der Hörer verpasst kein Wendung, alles ist klar und deutlich ausgesprochen, aber es fehlt etwas die Leidenschaft für den Text. Somit ist das Hörbuch „Hippie“ eines zum Zuhören und nicht eines, wo mit Hilfe der Stimme des Sprechers ein Film vor den Augen beginnt zu laufen.



Weitere Informationen zum Buch und Hörbuch Hippie vom Diogenes Verlag hier 

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