Zürich – Tamy Glauser über ihre Biografie im Kaufleuten

 

„Wäre ich in Bern geblieben, wäre ich wohl hetero.“ Das Model Tamy Glauser aus Stettlen wählte einen anderen Weg, ihren Weg. Ueber die ersten 33 Jahre ihres Lebensweges sprach die Bernerin und Wahlpariserin an der Kaufleuten Vernissage ihrer Biografie „Das was ich bin, kannte ich nicht“ mit Moderatorin Sarah A Schütz und Thomas Saarbacher lass einige Zeilen daraus vor.

Die Kartonfabrik Diesswil und das Herrenhaus der Familie Winzenried sind für das Dorfbild Stettlens im Worbental prägend und für Tamy Glück im Umglück. Nachdem ihre Mutter, die an der Lesung anwesend war, überfordert war, nahm sie Heinz Winzenried, dessen Vater im Grossen Rat des Kantons Berns eine Rolle spielte, auf. Fortan lebte sie in der Pflegefamilie das Leben einer kleinen Pinzessin, den der Reichtum der Familie ermöglichte Diener. Doch in ihren Adern floss nicht Winzenriederblut und unterschwellig plagte sie die Frage nach der Identität.
Zusammen mit Mitautorin Simone Kosog durchlebte Tamy beim Schreiben nochmals die hellen und dunklen Seiten ihres Selbstfindungsprozesses während der letzten 33 Jahre. Erinnerte sich ans Auslachen der Kinder wegen ihr Vorliebe für Hosen, an den Sieg beim Schwimmen bei den Schweizermeisterschaften, das missglückte Coming-out mit 17 Jahren, den Abbruch des Soziologiestudiums, die Flucht mit ihrer Mutter vom spiessigen Bern nach New York, Gewalt unter Lesben, Drogen, den schwierigen Start ins Modelbuisness, wo sie in Paris wegen ihrem Jungenaussehen für den Pizzaboy gehalten wurde und dem Wandel mit 27 Jahren, als den dunklen Jahren eine Bilderbuchkarriere im Modelgeschäft folgten und eine erste glückliche Beziehung zu Dominique Rinderknecht, die auch kurz auf die Bühne kam.
Mit der Liebe zur Zürcherin wechselten auch die Fragen der Journalisten und das Interesse der Oeffentlichkeit. Fortan war Tamy nicht mehr nur das Model, das sowohl auf Männer- wie Frauenmodeschauen lief sondern eine Frau mit Ecken und Kanten und einer Geschichte.
Nach Michele Hunziker, Tina Turner ist Tamy Glauser, die dritte Frau, die mit ihrer Biografie ins Weihnachtsgeschäft einsteigt. Bis jetzt hat sich nur Roger Federer in der Buchhitparade plaziert. Es bleibt abzuwarten, ob das Publikum, das zahlreich an die Kaufleutenvernissage kam, auch das Buch kauft, nachdem seit Wochen populäre Medien und jetzt auch noch das Gespräch an der Vernissage fast jedes Detail öffentlicht gemacht haben und es eigentlich schon alles weiss, was drin steckt.
Mindestens noch so interessant wie das Buch sind Tamys Projekte für die Zukunft, sich für die Homoehe und den gegen Klimawandel ein zusetzten und für jedes sechzigste verkaufte Buch ein Baum zu pflanzen.

Weitere Informationen zu Tamy Glausers Buch vom Werdverlag Thun hier

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