Chur – Schriftstellerin Monika Thöny spricht über Cinzias Knastblues und zeigt die vorweihnächtliche Stadt

Zwei Jahre nach ihrem Debut veröffentlichte die Autorin und Primarlehrerin Monika Thöny ihr zweites Buch, das neben Chur auch hinter den Mauern des Frauengefängnis Hintelbank spielt. Bei einem Spaziergang zu den Schauplätzen und Lieblingsorten in der Stadt verriet sie aber auch Privates.

Advent und die Festtage stehen vor der Tür. Schreiben Sie lieber im Winter oder im Sommer und schreiben Sie, weil Sie wollen, können, dürfen oder müssen? 

Ich schreibe, weil ich will. Im Herbst fliesst es besser als im Sommer. Ich schrieb schon als Schülerin gerne Aufsätze und führte Tagebuch. Dann kamen die Kurzgeschichten hinzu mit dem Wunsch in mir ein Buch zu schreiben und das ist mir nun schon zweimal gelungen.

Cinzia Pellegrini, die Hauptfigur Ihres neuen Buches sitzt im Frauengefängnis Hintelbank und lernt während eines Konzertes, das sie mit ihrer Band gibt, einen Mann kennen. Ihre Brieffreundschaft zu ihm bringt ihr Leben durcheinander. Schrieben Sie diese Geschichte aus Erfahrungen anderer Leute oder aus wirtschaftlichen Aspekten, da sich Frauenschicksale hinter Gefängnismauern gut verkaufen?
 
Die Geschichten, die ich schreibe, sind in meinem Kopf. Ich habe keine wirtschaftlichen Interessen, obwohl ich weiss, dass sich Liebe gut verkauft. Aber in meinem Buch hat es ja auch Krimi- und Erotikelemente drin. Das Thema Freiheit ist ein grosses für mich und darum kommt es jetzt in meinem Buch auch drin vor. Mein Mann arbeitet im Strafvollzug und da die Schweiz nur ein Frauengefängnis in Hindelbank hat, wollte ich das Leben der Frauen hinter den Gefängnismauern schildern.

Als Primarlehrerin prägen Sie das Leben Ihrer Schüler jahrelang mit, gleichzeitig haben Sie Ihr eigenes Schicksal mit der Familie und dann kommt noch das der Hauptfigur hinzu. Wie gehen Sie mit diesen Erfordernissen um, kein Durcheinander im Kopf?

Nein, Schreiben und Familie sind zwei Welten, die ich auseinander halten kann. Zwar fliesst die Kreativität den ganzen Tag, aber ich kann sie nicht immer sofort ausdrücken, komme erst nachdem die Kinder im Bett sind, dazu alles aufzuschreiben. Meine Figuren haben ein Eigenleben und bringen mich manchmal auch auf andere Pfade, als ich zuerst gedacht habe.

In Monis Ideenwerkstatt in Cazis, wo Sie wohnen, wird nicht nur geschrieben sondern auch gesungen. Haben Ihre Eltern oder Grosseltern Ihre Kreativität gefördert und warum haben Sie nicht alles auf die Karte Kunst gesetzt?

Ich wollte immer Lehrerin werden und wusste dies bereits in der Primarschule, weil man in diesem Job die Kreativität auch ausleben kann. Mit den Erfahrungen, die ich heute habe, würde ich aber den Kunstweg oder Journalismus wählen. Ich bin noch ganz am Anfang meines Kunstweges mit zwei Büchern bei einem kleinen Churer Verlag. Ich habe einen Kurs in kreativem Schreiben besucht und versuche dies nun in meinen Büchern um zusetzten.
 
Nahmen Sie die Kritiken nach dem Debut „Der Callboy und das Landei“  für das neue Buch zu Herzen oder sind Sie eine, die ihr Ding durchzieht ohne recht und links zu schauen und hören?

Gute Kritiken bringen einem weiter, nur mit Lob kann man sich nicht weiterentwickeln. Ich bin eine ehrliche Haut und versuche Kritik beim nächsten Mal mitzunehmen und umzusetzen. Beim neuen Buch hat mein Mann vom Standpunkt der Justiz Strafvollzug zwei Fehler gefunden, die ich änderte.

Was macht Monika Thöny in Ihrer Freizeit?
Alles mögliche. Ich bin ein Familienmensch, der seine Lieben gerne mit was Feinem bekocht und mit dem Mann wandern geht. Ich brauche zum Entspannen die Natur. Für die Weihnachtsferien habe ich mir neben dem Gebäck backen, vorgenommen eine begonnene Fantasygeschichte zu bearbeiten und den Alltag entspannter angehen zu lassen.


 

Das Buch „Cinzias Knastblues“ erschien im Driftwoodverlag. 

Weitere Informationen hier

 
 

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