St. Gallen – Christoph Tänzer und seine Liebe zu den Tieren Afrikas

 

In der Hitze und Wildnis Afrikas harrt Christoph Tänzer stundenlang aus, um Löwen, Elefanten, Geparde und andere Raubtiere nahe an sich heranzulassen, bevor er mit seiner Kamera das Bild schiessen kann, das eine Geschichte erzählt. Ein Interview über den Mann aus St. Gallen, der den Nervenkitzel für die Fotokunst suchte und viel über sich dabei herausfand.

Bis 2017 waren Sie IT Mitarbeiter in St. Gallen. Kam die Lust am Fotografieren von wilden Tieren mit der Liebe zu Ihrer Frau und den Besuchen in Ihrer Heimat Sambia oder waren Sie als Deutscher schon vorher Afrika-Fan?
 
Die Faszination für den Kontinent Afrika und dessen Tierwelt besteht bereits seit meiner Kindheit. Mich haben damals die deutschen Tierfilmer Bernhard Grzimek und Heinz Sielmann mit ihren Sendungen sehr beeinflusst. Meine Frau habe ich in Europa, nach meinen ersten Reisen nach Afrika kennengelernt.
Können Sie sich noch an die Gefühle und Ängste für den neuen Lebensabschnitt in den letzten Minuten in Ihrem Beruf erinnern, als sie zur Tür hinausgingen und wie ging es dann weiter?
 
Ja, daran kann ich mich noch sehr genau erinnern. Es war ein gutes Gefühl. Natürlich gab es aber auch einige Momente, in denen ich überlegt habe, ob die Entscheidung richtig war. Ich bin schliesslich ein Risiko eingegangen. Aber ich wusste, es ist nun Zeit meiner Passion nachzugehen. Ich habe mich gleich weiter in meine Arbeit gestürzt. Zum einen habe ich angefangen meine erste Ausstellung «Jäger –Momentaufnahmen afrikanischer Raubkatzen» zu planen, konzipieren und zu organisieren, zum anderen habe ich mein Gesamtkonzept weiterentwickelt.
 
Zusammen mit Ihrem Freund Lucky waren Sie wochenlang in der Wildnis unterwegs für das richtige Bild der Raubkatzen. Wie haben Sie die Veränderungen an sich vom Manager in der Zivilisation zum Fotograf unter Extremen wahrgenommen?
 
Ich bin immer jemand gewesen, der seine Komfortzone verlässt und Herausforderungen sucht. Afrika und seine Wildnis haben mich aber sehr verändert. Ich habe immer mehr hinterfragt was und warum ich das tue, was ich mache und wie es für mich weitergehen soll. Vor allem aber habe ich es positiv wahrgenommen, denn die Wunder dieses grossartigen Kontinents zu sehen, aber auch die Kulturen kennenzulernen und mich plötzlich mit extremen Situationen konfrontiert zu sehen, die teilweise Lebensbedrohlich sind, hat mich sehr geerdet und gelassener gemacht. Und ich schätze die kleinen Dinge um so mehr.
Sie sagen, ein Bild von einem wilden Tier erzähle eine Geschichte. Fotografien Sie, weil Sie ein Mann sind, der lieber ohne Worte spricht?
 
Nein, natürlich erzähle ich auch gerne von meinen Fine Art Fotografien und meinen Erlebnissen. Mit der Fotografie kann ich aber die Klarheit und Erhabenheit dieser Tiere wiedergeben, und auch gleichzeitig meine Faszination für sie in einem Moment festhalten.
Es gibt so viele kleine Details, die während der wochenlangen Beobachtungen oder auch während den Situationen der Aufnahmen hervortreten, die mit Worten, glaube ich, niemals so viel Kraft haben wie in meinen Fotografien.
 
Warum machen Sie keine Bücher, verkaufen nur Serien und Einzelstücke?
 
Der Plan ein Buch zu veröffentlichen existiert natürlich, aber ich gehe gerne Schritt für Schritt voran. Ich nehme mir gerne Zeit für die Konzepte, wenn ich die Möglichkeit dazu habe.
Ihr neustes Projekt sind ja die Raubkatzenfotos. Wann und Wo kann man die anschauen gehen?
 
Wir sind gerade dabei Ideen für eine weitere Ausstellung zusammenzutragen und zu entwickeln. Aber auch hier möchte ich nicht einfach irgendetwas machen, die nächste Ausstellung soll in einem passenden Rahmen und in einer passenden Umgebung stattfinden. Im Moment steht ausserdem noch die Frage im Raum, ob wir wieder in der Schweiz ausstellen oder international. Das braucht ein wenig Zeit.
 
Weitere Informationen zu der Fine Art Fotografie 
von Christoph Tänzer hier 

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