Pfeffingen – Marco Agostinis Kampf für einen sauberen Wald

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Ohne Mühlmänner gäbe es keine Zivilisation. Die besten Beweise dafür sind die Strassenränder, Parks und Wälder, wo Schweizer ihre gute Kinderstube vermissen und den Abfall liegen lassen. Dies schmerzte den Baselbieter Marco Agostini besonders in der grünen Lunge des Planeten und er handelte nach dem Motto: Es gibt nichts Gutes, ausser Man(n) tut es.

 

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Obwohl es mit dem Frühlingswetter nicht so will, bald fängt wieder die Grillsaison am Waldrand an. Sammeln Sie darum Mühl im Wald, damit es sauber aussieht oder was war der Ursprung Ihrer Aktion?

Der Ursprung war, dass mit Abfall im Wald generell stört. Wenn mich was stört oder wenn irgendwo ein Problem besteht, dann packe ich es gerne an. Mir ist sehr bewusst, dass immer wieder Abfall in den Wald und in die Natur generell geworfen wird, aber das ist kein Grund für mich aufzuhören oder zu pausieren. Im Gegenteil, es beweist, dass auch heute noch viel Müll in die Natur gelangt. Bei uns in der Schweiz und nicht irgendwo in anderen Ländern.

Was ja als spontane Aktion begonnen hat, wird seit der Veröffentlichung auf Facebook auch von anderen Leuten begleitet. Wie wählen Sie ein Gebiet aus zum säubern und wie rüsten Sie sich aus?

Es war tatsächlich eine spontane Aktion nach dem Biken. Ich lief mit einem Plastiksack zurück zur Stelle wo ich mehrere Flaschen und Dosen gesichtet hatte und nahm sie mit. „Leider“ entdeckte ich noch mehr Müll und musste am nächsten Tag wieder hin und füllte innert 1 Stunde 2 grossen Einkaufstaschen. So hat es seinen Lauf genommen. Ich wähle die Gebiete eigentlich nicht speziell aus, sondern gehe einfach dorthin, wo die Nase zeigt. Manchmal zu Fuss und immer öfters mit dem Velo. Finde ich grössere Mengen Abfall, dann merke ich mir die Stelle und gehe einige Tage später dort hin und sammle den Abfall ein. Ausrüstung braucht es nichts Spezielle. Gute Schuhe, alte Kleider, Säcke und jetzt im Sommer leider auch Zeckenspray.

Hatten Sie schon immer eine spezielle zum Wald und Naturschutz oder war es auch ein wenig Verzweiflung über die Wegwerfmentalität der Schweizer, das sie antreibt?

Ich war schon immer ein Natur- und Tierschützer, aber speziell mich dafür zu engagieren erst seit ich rund 25 Jahre alt war. In den letzten Jahren hat das zugenommen, weil ich bei der Grünen Partei politisiere und mich noch mehr für die Tier und Natur einsetzen will. Ich denke, dass es eigentlich jeder und jede in sich hat, aber es wird oft verdrängt und vergessen. Ich wünsche mir, dass alle Menschen ihren Beitrag für den Erhalt der Natur und für den Schutz der Tiere leisten. Es braucht oft nicht viel.

Im Dreck wühlen hat auch was Spannendes. Was haben Sie an Gegenständen gefunden, wo Sie sich eine Geschichte dazu gedacht haben? 

Anfang 2018 habe ich ein Zelt mit mehreren Schlafsäcken und Decken im Wald gefunden. Es war alles durchnässt und schmutzig. Ich habe es dann da gelassen und 2-3 Wochen später war es immer noch da. Ich bin nicht sicher aber es könnte sich um Flüchtlingen oder sogar um Diebe handeln, die auf der Flucht dort geschlafen haben und dann wieder weg sind. Dazu habe ich auch andere Personen und auch einen Polizisten befragt und die haben diese Theorie bestätig. Es sei kein Einzelfall und immer wieder werden solche Stellen im Wald gefunden. Ich denke auch heute noch wer das war und was diese Personen dort gemacht haben.

Nachdem der Dreck im Wald gesammelt ist, helfen die Gemeinden mit beim Entsorgen oder müssen Sie das auch noch selber zahlen?

Die Gemeinden helfen immer mit und bieten mir Hand an. Wenn nötig stellen sie Sammelsäcke oder auch Mulden zur Verfügung. Eine Gemeinde gab uns auch einmal einige Sammelzangen mit. Heute nehme ich den Müll oft gleich mit, sortiere es nach PET, Glas, Metall und Alu und bringe das ganze Material zur Firma EZB in Aesch, wo ich das gratis entsorgen bzw. recyclen kann.

Wie kann der Leser Sie unterstützen, damit Sie den Mut, die Zeit und das Engagement nicht verlieren zum Wald säubern?

Nun selber zu sammeln ist immer noch das Einfachste und Effizienteste, aber wir sind natürlich auch froh darüber, wenn jemand bei uns Mitglied wird oder einen Gönnerbeitrag dazu beisteuern kann. Mein Ziel ist es junge Menschen, Schulen und Klassen zu motivieren und mobilisieren und ich möchte denen z.B. auch etwas in die Klassenkasse geben oder ihnen ein gemeinsames Grillieren anbieten, wo wir nach dem Sammeln etwas essen können. Auch möchte ich unserem jungen Vizepräsident Lucio Sansano etwas für die viele administrative Arbeit geben.

Weitere Informationen zum Suubere Wald hier 

 

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